14.12.12

Code-Knacker

Alan Turing soll posthum rehabilitiert werden

Der britische Mathematiker Alan Turing wurde 1952 wegen Homosexualität zur chemischen Kastration verurteilt. Später beging er Selbstmord. Wissenschaftler wie Stephen Hawking fordern seine Rehabilitierung.

Foto: AFP/Sherborne School

Alan Turing besuchte im Alter von 16 Jahren die Sherborne School im südenglischen Dorset. Jetzt haben Wissenschaftler – darunter Stephen Hawking – die Rehabilitierung des späteren Code-Knackers gefordert
Alan Turing im Alter von 16 Jahren. Jetzt haben Wissenschaftler – darunter Stephen Hawking – die Rehabilitierung des späteren Code-Knackers gefordert

Britische Wissenschaftler haben die Regierung in London dazu aufgefordert, den im Zweiten Weltkrieg erfolgreichen Code-Knacker Alan Turing posthum zu rehabilitieren. Ein am Freitag in der Zeitung "Daily Telegraph" veröffentlichter Brief an Premierminister David Cameron wurde unter anderem vom Physiker Stephen Hawking unterzeichnet.

Turing war 1952 wegen Homosexualität zur chemischen Kastration verurteilt worden. 1954 beging der Mathematiker im Alter von 41 Jahren Selbstmord.

Die elf Wissenschaftler forderten Cameron in dem Brief auf, den "britischen Helden" offiziell zu begnadigen. Großbritannien stehe tief in Turings Schuld. Er sei "einer der brillantesten Mathematiker der Moderne" gewesen und seine Pionierarbeit in den Computerwissenschaften sei noch heute bedeutsam, hieß es in dem Brief. Das Büro von Premier Cameron teilte mit, die Forderung der Wissenschaftler werde geprüft.

Geheime Erfolge beim Dechiffrieren

Turing wird unter anderem die Entschlüsselung des berühmten "Enigma"-Codes im Zweiten Weltkrieg zugeschrieben, der für die Kommunikation zwischen deutschen U-Booten benutzt wurde. Seine Dechiffriererfolge blieben jedoch bis 1974 geheim. Turing veröffentlichte auch wegweisende Arbeiten über die Funktion früher Computermodelle. Homosexualität war in Großbritannien bis 1967 strafbar. Zwei Jahre nach seiner Verurteilung nahm sich Turing mit Gift das Leben.

2009 entschuldigte sich der damalige Premierminister Gordon Brown für die "furchtbare Behandlung" des Mathematikers. Im Februar forderten mehr als 23.000 Unterzeichner einer Internetpetition die Rehabilitierung des Wissenschaftlers. Die Regierung Cameron lehnte dies jedoch mit der Begründung ab, eine Begnadigung sei nicht möglich, da Turing für etwas verurteilt wurde, das damals tatsächlich strafbar war.

Quelle: AFP/cl
© Berliner Morgenpost 2014 - Alle Rechte vorbehalten
P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie Fan von der Berliner Morgenpost.
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Multimedia
Rechenkünstler

Alan Turing und die Wehrmachts-Codes

Top-Thema
title
Die besten Berlin-Videos

Das sind die Youtube-Favoriten der Redaktion.

Video Nachrichten mehr
Liebes-Nachhilfe Flirten wie ein Silberrücken
William und Kate Hip-Hop-Crashkurs für die Royals
Chaos Panik in indischer Stadt durch verirrten Leopard
Xbox-One vs PS4 Microsoft muss knappe Niederlage hinnehmen
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Reisetipps

Zehn spannende Events weltweit im Mai

In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote