16.12.12

"Lola gegen den Rest der Welt"

Plötzlich ziemlich allein vor dem Traualtar

Greta Gerwig, die zuletzt in einer kleinen Rolle in "To Rome With Love" zu sehen war, hat das Zeug, die Diane Keaton unseres Jahrzehnts zu werden. Sie braucht nur noch den passenden Film dazu.

Von Jonathan Fink
Quelle: Fox Searchlight
08.12.12 1:53 min.
Wenn das perfekte Leben auf einmal Kopf steht, dann hilft manchmal nur noch eine Therapie. So, wie bei Lola, die kurz vor ihrer Hochzeit sitzengelassen wird und partout kein Single sein möchte.

Das Thema Hochzeit, sonst meistens das Ziel einer romantischen Komödie, ist in "Lola gegen den Rest der Welt" schon nach einigen Minuten vom Tisch. Mit einem Antrag und den typischen Vorbereitungen beginnt diese Indie-Variante einer typischen Hollywood-Romanze, doch noch bevor es vor den Altar geht, bekommt Luke (Joel Kinnaman) kalte Füße und lässt Lola (Greta Gerwig) einfach sitzen.

Plötzlich Single und nicht mehr weit vom 30. Geburtstag entfernt zu sein, bekommt der ohnehin einigermaßen orientierungslosen Doktorandin in Manhattan nur bedingt. Luke bleibt in ihrem Leben weiter präsent, was einen Neubeginn schwierig macht. Das vorübergehende Anbandeln mit dem besten Kumpel (Hamish Linklater) ist auch nur bedingt hilfreich, von One-Night-Stands oder den vermeintlich klugen Ratschlägen der besten Freundin (Zoe Lister-Jones) ganz zu Schweigen.

Soll das alles in "Lola gegen den Rest der Welt" nun eine ironische Brechung der Konventionen des Rom-Com-Genres sein? Oder doch eher deren Bestätigung, nur eben im Milieu einer durch- und abhängenden Generation, der das Streben nach Perfektionismus à la Katherine Heigl abgeht?

Auch Debra Winger spielt mit

Selbst Regisseur Daryl Wein scheint sich nicht ganz sicher, denn neben Kifferkomödien-Humor aus Frauenperspektive und einigen gelungenen Gags (wie einer Sexszene, in der die Musik von Ani DiFranco eine entscheidende Rolle spielt) setzt er auch auf die üblichen Montagen oder vorhersehbar-unglaubwürdigen Charaktere und Konflikte.

Gute Gründe, sich den irgendwie halbherzigen Film anzusehen, gibt es trotzdem. Die seltenen Chancen, Debra Winger mal wieder auf der Leinwand zu sehen (hier als Lolas Mutter), sollte man sich nie entgehen lassen. Und mit dem Schweden Kinnaman ("Easy Money") lässt sich eine der aktuellen Hollywood-Hoffnungen erleben, gerade steht er als neuer "RoboCop" vor der Kamera.

Letztlich allerdings gehört "Lola gegen den Rest der Welt" ganz Greta Gerwig. Die wunderbar witzige, Intelligenz verströmende Amerikanerin (zuletzt in einer kleinen Rolle in Woody Allens zu sehen) hat das Zeug, die Diane Keaton unseres Jahrzehnts zu werden. Genau deswegen wünscht man ihr möglichst bald eine Komödie, die ihres Talents auch würdig ist.

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