12.12.12

"Der Hobbit" im Kino

Wie Peter Jackson dem "Hobbit" das Leben einhauchte

Mit dem "Hobbit" kommt der vielleicht wichtigste Film des Jahres ins Kino. Die Berliner Morgenpost sprach mit Regisseur Peter Jackson.

Foto: dapd

Konnte sich beim „Hobbit“ nicht kürzer fassen: Regisseur Peter Jackson
Konnte sich beim "Hobbit" nicht kürzer fassen: Regisseur Peter Jackson

Der neuseeländische Regisseur Peter Jackson bringt nach seiner preisgekrönten Verfilmung von "Der Herr der Ringe" den nächsten Klassiker von J. R. R. Tolkien auf die Leinwand. "Der Hobbit" erzählt in drei Teilen (die beiden anderen kommen 2013 und 2014 in die Kinos) die Vorgeschichte vom "Herrn der Ringe".

Berliner Morgenpost: Mr. Jackson, die Frage, die sich die Tolkien-Fans am häufigsten stellen, lautet: Warum haben Sie das schmale Kinderbuch "Der Hobbit" auf drei Kinofilme aufgeteilt?

Peter Jackson: Zunächst sollten es ja zwei Filme werden. Es sind dann drei geworden, weil wir gemerkt haben, dass es uns schwer fällt, Dinge wegzulassen. "Der Hobbit" ist eine Buch-Ikone. Viele Leute haben es in den letzten 75 Jahren gelesen und haben ihre Erwartungen. Es ist eine Kindergeschichte, sie erzählt in sehr hohem Tempo, ohne Pausen. Ständig passiert etwas. Die Charaktere werden dagegen nicht besonders entwickelt. Das mussten wir in den Filmen ergänzen. Wir wollten die Geschichte anpassen an die Erzählweise unserer "Herr der Ringe"-Trilogie. Dafür brauchten wir drei Filme.

Sie sprechen von Erwartungen. Warum sind so viele Menschen so heiß auf Tolkien-Storys?

Seine Charaktere haben einfach etwas Besonderes. Der Zauberer Gandalf zum Beispiel ist eine wunderbare Figur. Ich bin überzeugt, dass sie zu einem Großteil auf Tolkien selbst basiert, dass Tolkien sich sehr mit ihm identifizierte. Als Ian McKellen zum ersten Mal Gandalf spielte, beim "Herrn der Ringe", schauten wir uns viele Videos von Tolkien an, Interviews mit der BBC, Lesungen und so weiter. Ian hat seine Stimme und Darstellung daran orientiert. Was Tolkien tut, fühlt sich einfach authentisch an. Er schafft es irgendwie, seine Erfindungen wie historische Ereignisse wirken zu lassen, obwohl darin Drachen und Riesen und so weiter auftauchen. Diese Authentizität habe ich versucht, einzufangen. Ich habe viele wilde Kamerafahrten gemacht und häufiger Weitwinkelobjektive genutzt, als ich das normalerweise tue.

Sie arbeiten seit Jahren am "Hobbit". Welche Phase war am schönsten?

Ich glaube, das Drehbuchschreiben. Bei so einem Projekt gibt es eigentlich nicht einen Film, sondern drei. Zuerst den, den man sich beim Drehbuchschreiben ausdenkt. Dabei kannst du einfach träumen. Es gibt keine Grenzen. Keinen Regen und keine Trucks, die zum Drehtermin durch die Wildnis fahren müssen. Dann kommt das Filmen. Plötzlich hast du Zeitpläne und Budgets. Plötzlich fehlt dir die Zeit für all die wunderbaren Kameraperspektiven, die du eigentlich ausprobieren wolltest. So entsteht ein zweiter Film. Und dann, wenn du alles im Kasten hast, beginnt die Post Production. Man wählt im Schnitt Szenen aus, die Spezialeffekte kommen dazu, die Musik und so weiter. Dieser dritte Film ist auch schön. Aber anders als der, den du dir ausgedacht hattest.

Warum haben Sie zwischenzeitlich gesagt, Sie wollten den "Hobbit" doch nicht mehr machen?

Ich dachte, es wäre interessant, wenn es nach dem "Herrn der Ringe" mal ein anderer Regisseur macht. So ähnlich wie bei "Harry Potter" oder bei den Bond-Filmen. Das hätte dem Film einen neuen Look gegeben. Guillermo del Toro (der zwischenzeitlich als Regisseur vorgesehen war; die Redaktion) hätte das sicher getan. Aber ich bin froh, dass ich den Film jetzt mache. Das hat den Vorteil, dass ich viele Synergien mit dem "Herrn der Ringe" nutzen konnte. Die Art des Erzählens, die Charaktergestaltung, die Landschaften. Irgendwann werden die Leute alle sechs Filme nebeneinander im Regal stehen haben. Sie sind eine Einheit.

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