05.12.12

Fernsehen

Neues Studio der "Tagesschau" verpasst den 60. Geburtstag

Am 26. Dezember wird die "Tagesschau" der ARD 60 - gefeiert wird vorher. Nur das neue Studio wird wohl nicht rechtzeitig fertig werden.

Foto: NDR/Dirk Uhlenbrock

Auch nach 60 Jahren setzt die „Tagesschau“ weiter auf das Sprecherprinzip. Hier mit Susanne Daubner
Auch nach 60 Jahren setzt die "Tagesschau" weiter auf das Sprecherprinzip. Hier mit Susanne Daubner

Ihren 60. Geburtstag feiert die "Tagesschau" noch in gewohnter Kulisse und mit dem alten"Ta-ta, ta ta ta taaa": Das neue Studio soll nach Senderinformationen später als gehofft an den Start gehen, die geplanten Kosten von knapp 24 Millionen Euro dafür aber eingehalten werden. "Im jetzt begonnenen Probebetrieb läuft noch nicht alles rund", berichtete NDR-Sprecher Martin Gartzke am Mittwoch.

"Es zeichnet sich ab, dass das Studio deshalb nicht ganz so schnell auf Sendung gehen wird, wie die Beteiligten sich das wünschten." Einen Starttermin habe man aber nie genannt. Im Budget für die Erneuerung sei die Summe von 23,8 Millionen Euro vorgesehen. Gartzke: "Dieser Kostenrahmen wird aus heutiger Sicht eingehalten."

Die "Bild"-Zeitung hatte unter der Schlagzeile "Chaos bei der "Tagesschau"" berichtet, dass der Start eigentlich für den 60. Geburtstag am 26. Dezember geplant gewesen, inzwischen aber verschoben worden sei, und dass das Studio zudem immer teurer werde. Außerdem spekulierte die Zeitung, ob Talkmasterin Anne Will (46) zur "Tagesschau" wechselt.

Tagesschau ist die "Mutter aller Nachrichtensendungen"

Dies sei "alles Quatsch", betonte Gartzke. Hintergrund sind ARD-interne Diskussionen, die Zahl der wöchentlichen Spättalks von fünf auf vier zu reduzieren. Es gebe keinen Auftrag an einen Intendanten, für Ex-"Tagesthemen"-Moderatorin Will "eine andere Beschäftigung zu suchen", sagte der NDR-Sprecher, "sie moderiert ihre Sendung außerordentlich erfolgreich".

Gartzke betonte: "Geradezu unsinnig wäre es im Übrigen, angesichts des großen Erfolgs der "Tagesschau" das bewährte Sprecherprinzip aufzugeben." Darauf setzt die "Mutter aller Nachrichtensendungen" seit dem 26. Dezember 1952. Damals erlebte sie in Hamburg ihre Premiere, wurde zunächst dreimal pro Woche gesendet und bestand aus Restmaterial der Kino-"Wochenschau"-Ausgaben.

Gestartet wurde das Projekt vom Nordwestdeutschen Rundfunk (NWDR), aus dem später der NDR und der WDR hervorgingen, später stießen weitere ARD-Sender dazu. Für Generationen von TV-Zuschauern wurde die "Tagesschau" zur Instanz. Nie radikal, sondern immer nur vorsichtig nahm man Veränderungen an ihr vor – auch an der Erkennungsmelodie, dem Sechsklang "Ta-ta, ta ta ta taaa", deren Überarbeitung ebenfalls zum neuen Design gehört.

Vorhandene Technik ist für das Studio nicht mehr zeitgemäß

"Derzeit wird das Studio von ARD-aktuell erneuert – nicht zum 60. Geburtstag der "Tagesschau", sondern weil die vorhandene Technik, die Funktionalität und das Design für Deutschlands erfolgreichste Fernseh-Nachrichtensendung nicht mehr zeitgemäß sind und nach mehr als 13 Jahren erneuert werden müssen", betonte Gartzke. "Das neue Studio wird erst in Betrieb gehen, wenn alle Arbeitsabläufe zu hundert Prozent sitzen." Es gebe keinen Zeitdruck, Genauigkeit gehe vor Schnelligkeit. Die geplante Nutzungsdauer liege bei mindestens zehn Jahren. "Angesichts dieses langen Nutzungszeitraums ist die Frage unerheblich, ob das neue Studio einige Zeit früher oder später startet." Dafür wird das Jubiläum bereits gefeiert: mit einer Party und Prominenz auf blauem Teppich an diesem Donnerstag in Hamburg.

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