Sprache
Warum wir auf unser Deutsch stolz sein können
Montag, 10. Mai 2010 17:36 - Von Hendrik WernerDie große Mehrheit der Deutschen liebt ihre Sprache, ist aber beunruhigt über Anglizismen, Kiezdeutsch und SMS-Jargon. Diese Furcht ist unbegründet, denn die Sprache ist bisher noch immer mit eingewanderten Wörtern fertig geworden. Im Zweifelsfall wurden treffende Vokabeln aus anderen Sprachen einfach integriert.

Die Frohbotschaft lautet: Ein Großteil der Deutschen (87 Prozent) mag die deutsche Sprache, ja, ist stolz auf sie (56 Prozent) oder liebt sie gar (47 Prozent). Die beunruhigende Nachricht dagegen besagt: Viele Bundesbürger sorgen sich um die Zukunft des Deutschen. Diese beiden ambivalenten Affekte hat jetzt das Institut für Deutsche Sprache in Mannheim ermittelt.
Einer repräsentativen Umfrage zufolge hegen beinahe 90 Prozent Sympathie für ihre Muttersprache; nur vier Prozent empfinden ihr gegenüber Abneigung. Immerhin gut 30 Prozent der Befragten indes beurteilen Einfluss, Verbreitung und Entwicklung des Deutschen skeptisch.
Zwar wird der wachsende Einfluss von Anglizismen, Kiezdeutsch und verkürztem SMS-Jargon in der Studie nicht ausdrücklich als Grund für diese Besorgnis namhaft gemacht. Dennoch legen die Antworten nahe, dass es Befürchtungen um Bestand und Durchsetzungskraft des Eigenen gibt. Dies wohl aus dreierlei Gründen: weil das Fremde durch die vorherrschende Globalisierungssprache Englisch, in Form gewöhnungsbedürftiger Einwanderer-Sprachneuschöpfungen wie auch in Gestalt neuer Medien und ihrer bisweilen bizarren Codes auf dem Vormarsch zu sein scheint.
Jenseits bloß diffuser Ängste sind weitere Ergebnisse der Studie zumal für Bildungspolitiker dazu angetan, sich genauer mit Begehrlichkeiten der Sprachgemeinschaft zu befassen. So wünschen sich knapp 80 Prozent eine gezielte Sprachförderung. Zumal von Schulen wird erwartet, dass sie sich stärker um die Sprache kümmern; an zweiter Stelle folgt die Politik, an dritter die Eltern.
Dazu passt, dass 43 Prozent der deutschen Bevölkerung die Verständigung mit Einwanderern als schwierig empfindet. Dass diese in gewissen Lebensbereichen fast nur ihre Muttersprache benutzen, bewerten 44 Prozent der Befragten ebenfalls als problematisch.
Man kann aus all diesen Resultaten Stolz und Vorurteil, Bedenken und Ressentiment lesen. Eines immerhin wird deutlich: Die meisten Deutschen bedienen sich ihrer Sprache mit Selbstbewusstsein.
Erschienen am 22.06.2009







Stellenmarkt
Wohnungen
Branchenbuch
Kleinanzeigen
Veranstaltungen
Kinoprogramm










Versicherungen
Gesundheitstests
Hotelsuche
Abo
Stadtplan
epaper
Archivsuche
Zeitung Heute
RSS
Newsticker
Video
TV-Programm
Wetter
Gehaltsrechner
Börse
Kredit und Zinsen
Europa
Krankenkassen
Hilfe
Handelsregister
Leserbrief
Kontakt
Mobilportal
iPhone-/iPad-Apps
Heizölvergleich