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17.06.09

Umfrage

Die Deutschen lieben den französischen Akzent

Oh là là, das wird unsere Nachbarn aber freuen. Die Deutschen lieben nicht nur ihre Sprache, sondern hören sie auch gern aus dem Mund eines Franzosen beziehungsweise einer Französin. Das ergab eine Umfrage der Universität Mannheim. Allerdings sorgen sich viele um die Zukunft ihrer Sprache.

© EPA
WM 2006 - Französische Fans in München
Die Franzosen haben gewonnen: Aus ihren Mündern hören die Deutschen am liebsten ihre Sprache

Die Mehrheit der Deutschen ist einer repräsentativen Studie zufolge stolz auf ihre Sprache. Nach einer am Mittwoch in Berlin vorgestellten Untersuchung des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache gaben 56 Prozent der Befragten an, sie empfinden Stolz für die deutsche Sprache. 47 Prozent lieben die Sprache. 87 Prozent erklärten, dass ihnen die deutsche Sprache gut bis sehr gut gefällt.

Für die repräsentative Umfrage hatte das Mannheimer Institut zusammen mit dem Lehrstuhl Sozialpsychologie der Universität Mannheim über 2.000 Menschen befragt, darunter auch Nicht-Muttersprachler. Abgefragt wurden Gefühle für die deutsche Sprache sowie die Bewertung von Dialekten und fremdsprachigen Akzenten.

Den Angaben zufolge betrachtet rund ein Drittel der Befragten Veränderungen in der deutschen Sprache mit Sorge etwa durch fremde Sprachen, die neue Rechtschreibung, Jugendsprache, mangelnde Sprachsorgfalt und unangemessenes Sprechen und Schreiben. Einwanderer werteten die Entwicklung der deutschen Sprache deutlich positiver als Muttersprachler.

Knapp die Hälfte der Befragten liest einmal pro Woche deutsche Bücher (49 Prozent) und deutsche Beiträge im Internet (45 Prozent). 70 Prozent lesen zudem täglich deutsche Zeitungen oder Zeitschriften, 21 Prozent tun dies einmal die Woche.

Menschen, die häufig im Internet lesen, zeigten insgesamt ein intensiveres Leseverhalten, hieß es. Die Studie lasse keine Hinweise darauf zu, dass durch das Internet weniger Bücher gelesen würden.

60 Prozent aller Deutschen sprechen den Angaben zufolge einen Dialekt. Die meisten Dialektsprecher lebten im Süden beziehungsweise Südwesten Deutschlands und im Ostteil Berlins: Im Saarland sind es 94 Prozent, in Bayern und Baden-Württemberg jeweils 86 Prozent. Die Studie habe keinen Zusammenhang zwischen Dialektsprechen und Bildungsgrad feststellen können, hieß es.

Am sympathischsten werde dabei der norddeutsche Dialekt empfunden (24 Prozent), gefolgt von Bayrisch (20 Prozent) und Alemannisch (13 Prozent). Nur neun Prozent habe angegeben, keinen Dialekt zu mögen. Immerhin fast ein Drittel der Befragten fände keinen der deutschen Dialekte unsympathisch.

Ähnliches gelte auch für fremdsprachige Akzente, hieß es weiter. 48 Prozent der Befragten erklärten, es gebe keinen Akzent, den sie unsympathisch fänden. Der französische Akzent ist den Angaben zufolge mit 36 Prozent der beliebteste. 21 Prozent der Befragten bewerteten zudem den italienischen Akzent als sympathisch.

Die Verständigung mit Einwanderern empfindet ein großer Teil der Bevölkerung als schwierig oder sehr schwierig. Dass Einwanderer in bestimmten Lebensbereichen überwiegend ihre Muttersprache sprechen, bewerteten 44 Prozent der Befragten ebenfalls als schlecht oder sehr schlecht, hieß es.

78 Prozent der Deutschen seien der Meinung, dass mehr für die deutsche Sprache getan werden sollte, hieß es weiter. Ein Gesetz zum Schutz der Sprache lehnte die Mehrheit (58 Prozent) jedoch ab. Vor allem Lehrer, Schulen und Jugendeinrichtungen sollten sich stärker um die Sprache kümmern, so die Forderung der Befragten.

Quelle: epd/fp
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