21.11.12

Spanien

Oper sagt "Zauberflöte" mit Berliner Philharmonikern ab

Aus Geldmangel wegen der Finanzkrise musste die Madrider Oper eine Aufführung mit den Berliner Philharmonikern absagen.

Foto: dpa

Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker bei einem Konzert in Madrid
Sir Simon Rattle, Chefdirigent der Berliner Philharmoniker bei einem Konzert in Madrid

Aus Geldmangel hat das Madrider Opernhaus "Teatro Real" drei geplante Aufführungen der Oper "Die Zauberflöte" mit den Berliner Philharmonikern abgesagt. Die "aktuellen Umstände" der Wirtschaftskrise und das Ausbleiben von Sponsorengeldern hätten die Streichung aus dem Programm erzwungen, teilte das Opernhaus am Mittwoch mit. Der Verzicht auf die drei Aufführungen im Juni und Juli 2013 spare 0,8 Millionen Euro ein.

Anstelle der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart sollen die Berliner Philharmoniker mit ihrem Dirigenten Sir Simon Rattle im Juni 2013 in Madrid nun die 9. Symphonie von Ludwig van Beethoven spielen. Der künstlerische Direktor des Opernhauses, Gérard Mortier, bedauerte die Absage der Oper. "Rattle und die Philharmoniker haben alles getan, was in ihren Möglichkeiten stand, um uns zu helfen", sagte der Belgier. "Aber wir konnten die Kosten der Oper nicht tragen."

Subventionen durch Sparpolitik in Spanien massiv gekürzt

Der Intendant der Berliner Philharmoniker, Martin Hoffmann, sagte zu der abgesagten Opern-Produktion: "Niemand der Beteiligten kann etwas dafür. Das ist der ökonomischen Situation geschuldet." Die anderen geplanten Konzerte seien nicht gefährdet. Die Philharmoniker spielten neben Beethovens 9. Symphonie noch weitere Konzerte in Madrid und auch in Barcelona.

Infolge der Sparpolitik in Spanien lägen die Subventionen der Madrider Oper auf dem Niveau eines zweitklassigen Theaters in Deutschland, meinte Mortier. "Dabei sind die Musik und das Theater in der jetzigen Krisenzeit wichtiger als je zuvor, denn sie geben den Leuten Hoffnung." Das spanische Kulturministerium hatte die Subventionen für das Teatro Real für 2013 im Vergleich zu diesem Jahr um ein Drittel auf 8,7 Millionen Euro gekürzt. Auch die Zusagen von Sponsorengeldern gingen drastisch zurück.

"Das Teatro Real ist eines der ärmsten Opernhäuser"

Mortier und der Generaldirektor der Oper, Ignacio García Belenguer, äußerten die Hoffnung, dass "Die Zauberflöte" für die Spielzeit 2013/2014 ins Programm genommen werden könne – dann allerdings nicht mehr mit den Berlinern Philharmonikern, sondern mit dem Orchester des Opernhauses.

Mortier hatte die Finanzprobleme des Opernhauses erst kürzlich mit drastischen Worten beschrieben. "Wir wollen uns mit "La Scala" in Mailand messen, haben aber nur ein Viertel der Finanzmittel", sagte er. "Bei den staatlichen Subventionen ist das Teatro Real eines der ärmsten Opernhäuser. Wir bekommen weniger Mittel als die Theater in österreichischen Städten wie Linz oder Graz."

Quelle: dpa/alu
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