Filmemacher
Oliver Stone hat als Soldat in Vietnam getötet
Stones Film "Savages" kommt in die Kinos, darin erzählt er seine Sicht auf Amerikas Anti-Drogen-Kampf. Bekannt wurde er mit Antkriegsfilmen.
Mit seinen kritischen Filmen zum Vietnamkrieg "Platoon" und "Geboren am 4. Juli" hat Filmemacher Oliver Stone nicht nur Oscars geholt, sondern auch politische Debatten ausgelöst. Nun hat er eingeräumt, als Soldat in Vietnam getötet zu haben.
Der Regisseur war von April 1967 bis November 1968 am Vietnam-Krieg beteiligt, da er den Krieg "auf dem niedrigsten Level" hautnah miterleben wollte. "Das niedrigste Level ist die Infanterie. Politisch war ich damals nicht links, ich war republikanisch erzogen worden. Ich dachte, wir bekämpfen den Kommunismus", erinnert sich der 66-Jährige im Gespräch mit der "Berliner Zeitung". "Das dachte ich damals wirklich. Diese 15 Monate in Vietnam haben mich viel darüber gelehrt, was Krieg wirklich bedeutet."
Damals habe er auch zur Waffe gegriffen. "Ich habe getötet, ja", gibt Stone zu. Aber selbst nach diesen extremen Erfahrungen habe er sich nicht über Nacht in einen anderen Menschen verwandelt. "Das dauert noch ein paar Jahre."
Neues Projekt zur "unerzählten" Geschichte Amerikas
Am Donnerstag kommt Stones neuer Film "Savages" in die Kinos. In dem Drogenthriller geht es um zwei kalifornische Marihuana-Produzenten, die in Konflikt mit der mexikanischen Drogenmafia stehen.
Momentan arbeitet Stone an der Dokumentation "The Untold History oft he U.S." - seiner Version der Geschichte Amerikas seit dem Zweiten Weltkrieg. "Darin geht es um all das, was ich nicht in der Schule gelernt habe", sagte Stone der "Berliner Zeitung". Amerikanische Geschichte sei heute mythisch verklärt. "Sie erfahren in Deutschland wahrscheinlich mehr Wahrheiten über die USA als wir Amerikaner", sagte Stone in dem Gespräch.















