23.08.12

Puppentrickfilm

Norman hat immer Ärger mit den Zombies

"Paranorman" erzählt die Geschichte eines Jungen, der Geister sehen und bekämpfen kann. Faszinierend an dem Film von Chris Butler und Sam Fell sind jedoch die aufwändig produzierten 3-D-Effekte.

Quelle: Universal
17.08.12 2:19 min.
Norman ist ein typischer Teenager mit normalen Interessen, beispielsweise Horrorfilme. Aber er hat auch eine Gabe: Er kann tatsächlich mit Geistern sprechen und das ist nicht immer von Vorteil.

Das Beste an "Paranorman" ist die bisweilen unheimliche, weil bis ins abgründig Emotionale hinein genaue Simulation des Menschlichen. Das Nächstbeste ist der Humor. Und das Allerbeste natürlich die immer noch überraschende Freude daran, dass ein Trickfilm so viel Spaß machen kann.

Der elfjährige Norman (Kodi Smit-McPhee) kann Tote sehen. In der Schule rufen sie ihn "Paranorman". Er hat die Geister nicht gerufen, sich aber längst an sie gewöhnt: Auf dem Schulweg grüßt er die Siechenden und Kaputten. Wie so oft ist der Auserwählte ein Außenseiter, harrypotterhaft verschmäht zunächst auch im Hause seiner Familie: "Was soll bloß aus dem Jungen werden!"

Niemand außer Norman kann Geister sehen, nur der verrückte Onkel, der ihm erklärt, dass er die böse Hexe aufhalten müsse, sonst seien alle verloren. Auf der Stadt lastet ein uralter Fluch. Hilfe bekommt Norman von einem treuen, pummeligen Kumpel Neil (Tucker Albrizzi), seiner pubertierenden Schwester Courtney (Anna Kendrick) und dem von ihr angehimmelten Bodybuilder, Pummels großem Bruder. Dann stürmt es los, die Zombies kommen.

9000 Masken für eine Figur

Man könnte meinen, das Ganze sei eine Computeranimation. Aber die Gattung Puppentrickfilm ist hier noch immer minutiöse Handarbeit. Jede Einstellung wird einzeln fotografiert, am nächsten Bild basteln die Animateure millimetergenau – eine aufwendige Stop-Motion-Technik.

Umso staunenswerter, wie bewegt "Paranorman" daherkommt. Die Macher haben 3-D-Puppen verwendet, und am kniffligsten sind die Gesichter, die Mimik der Figuren. Brian McLean von der amerikanischen Firma Laika hat für "Paranorman" 31.000 Masken mit einem 3-D-Drucker gefertigt. Für die Hauptfiguren kommen noch diverse wechselbare Mundpartien hinzu. Beim Sprechen bewegen sich die Lippen lebensecht. Das ist neu. Das gab es so ohne Computer-Hightech, noch nie. Für die Figur Norman wurden knapp 9000 Masken verwendet.

Die Genrezitate sind nicht zu penetrant, die Optik umwerfend. Und man verlässt den Film vielleicht doch mit dem Gefühl, als sei da mehr gewesen – mehr Wesen, Stoff und Nähe als im volldigitalen Werk.

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