01.08.12

Kinderbücher

Alles Gute, Räuber Hotzenplotz

"Räuber Hotzenplotz" wird 50 Jahre alt. Generationen von Kindern wurden mit Otfried Preußlers "Mann mit den sieben Messern" groß.

Foto: DPA

In Otfried Preußlers Familie spielte die Kinderbuchfigur «Räuber Hotzenplotz» immer eine große Rolle: Wenn ein Dreck im Wohnzimmer gewesen sei, hätten die Kinder dies dem «Räuber Hotzenplotz» in die Schuhe schieben können, erzählt Preußlers Tochter Susanne Preußler-Bitsch.

8 Bilder

Mit Großmutters neuer Kaffeemühle nimmt das Unheil seinen Lauf. Nichts ahnend sitzt die alte Dame vor ihrem Häuschen und mahlt Kaffee, als plötzlich ein fremder Mann mit struppigem schwarzen Bart, Hakennase, Schlapphut und sieben Messern im breiten Gürtel auftaucht. Mit vorgehaltener Pistole stiehlt er der Großmutter, die bald darauf in Ohnmacht fällt, die neue Kaffeemühle, die so schön "Alles neu macht der Mai" spielt.

Generationen von Kindern kennen diese erste Szene des "Räubers Hotzenplotz" auswendig und wuchsen auf mit Gestalten wie dem bösen Zauberer Petrosilius Zwackelmann, dem Wachtmeister Alois Dimpfelmoser und der Wahrsagerin Witwe Schlotterbeck.

Bunt illustrierte Neuausgabe

Am 1. August jährt sich das Erscheinen des Kinderbuchklassikers von Autor Otfried Preußler zum 50. Mal. Zum runden Geburtstag bekommt Räuber Hotzenplotz frische Farbe ins Gesicht. Zur bunt illustrierten Neuausgabe im Buchregal kommt jetzt die App-Version aus dem Thienemann-Verlag. So soll sich die berühmte Kasperlgeschichte auch noch an ihrem 100. Geburtstag weltweiter Beliebtheit erfreuen.

"Hotzenplotz" zuerst nur Ablenkung

Eigentlich habe er sich mit der klassischen Kasperlgeschichte 1962 nur von der Arbeit an seinem düsteren Buch "Krabat" ablenken wollen, erinnert sich Preußler jetzt in einem Interview. Er habe sich gedacht: "Jetzt schreibst du mal Lustiges, etwas zum bloßen Spaß – sagen wir eine Kasperlgeschichte." Den markanten Namen des Räubers lieh er sich bei der Stadt Osoblaha in Mährisch-Schlesien, die den deutschen Namen Hotzenplotz trägt. "Als ich mir die erste Geschichte vom Räuber Hotzenplotz ausdachte, habe ich natürlich nicht ahnen können, welchen ungewöhnlichen Anklang der Mann mit den sieben Messern beim verehrlichen Publikum finden würde", sagte Preußler im Interview mit seinem Verlag Thienemann.

Der Erfolg war in der Tat gewaltig: Die insgesamt drei "Hotzenplotz"-Bände verkauften sich weltweit mehr als 7,5 Millionen Mal und allein in Deutschland über fünf Millionen Mal. Das erste Buch wurde in mehr als 30 Sprachen übersetzt, darunter Koreanisch, Litauisch, Russisch, Chinesisch und Afrikaans. Es erscheint zurzeit in der 64. Auflage.

Zu Fortsetzungsbüchern gezwungen

Zu den Fortsetzungsbüchern wurde Preußler quasi von seinen jungen Lesern gezwungen. "Ich habe keineswegs die Absicht gehabt, diesem ein weiteres folgen zu lassen", sagte der inzwischen 88 Jahre alte Autor. Sieben Jahre später, nachdem tausende Kinder mich mit Anfragen, Bitten und detaillierten Vorschlägen für weitere Hotzenplotz-Bücher bestürmt hatten, habe ich mich wohl oder übel dazu entschließen müssen, einen zweiten Hotzenplotz-Band zu schreiben.

Um den Kinderbuchautor zum dritten Band zu bewegen brauchten die Fans weit weniger Zeit: "Diesmal hat es bloß noch vier Jahre gedauert, bis ich mürbe gewesen bin. Da habe ich dann 'Hotzenplotz 3' geschrieben." Preußler selbst wurde spätestens mit der "Hotzenplotz"-Trilogie zu einem der wichtigsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautoren. Er ist der Vater von Buchhelden wie dem "Kleinen Wassermann", der "Kleinen Hexe" und dem "Kleinen Gespenst", die die Kindheit von mehreren Generationen prägten. Seine insgesamt 32 Bücher wurden weltweit 50 Millionen Mal verkauft.

Quelle: tat
© Berliner Morgenpost 2013 - Alle Rechte vorbehalten
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Bei den Lohnverhandlungen gab es eine Einigung bei den BVG
09:05Lohnverhandlungen
Einigung im Tarifstreit bei den BVG - Streikgefahr abgewendet

Am frühen Mittwochvormittag gab es einen Kompromiss in den festgefahrenen Tarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben. Damit sind mögliche Streiks im öffentlichen Verkehr nun abgewendet. mehr...

Rechtsanspruch: Bis 2017 müssen insgesamt 11.000 Betreuungsplätze geschaffen werden
09:47Erfolgloses Konzept
"Ein-Euro"-Kitas werden wieder abgeschafft

Viele Berliner Kitas müssen dringend saniert werden, den Bezirken fehlt jedoch das Geld. Das zur Lösung des Problems geplante Ein-Euro-Programm wird nun beendet - der Senat hält es für gescheitert. mehr...


Rocket-Internet-Geschäftsführer Alexander Kudlich in der Firmenzentrale in Mitte
11:03Rocket Internet
100 Millionen Dollar für Zalando-Klon Zalora

Der von Rocket Internet im vergangenen Jahr nach dem Zalando-Vorbild in Südostasien gegründete Modeversender Zalora geht auf Expansionskurs. Finanziert von Kinnevik, Summit Partners und Tengelmann mehr...

Gefährlicher Zwischenfall am U-Bahnhof Kurfürstendamm: Zwei Schläger flüchteten nach einer Prügelattacke auf einen Passanten in den Tunnel der U-Bahn
11:06Gewalt
Schläger vom Kudamm flüchten vor Polizei in U-Bahn-Tunnel

Nachdem drei Schläger einen Mann auf dem Berliner U-Bahnhof Kurfürstendamm überfallen hatten, flüchteten zwei der Täter in den Schacht der U-Bahn-Linie 9. Ein 19-Jähriger wurde festgenommen. mehr...

Leser-Kommentare Kommentare
Leserkommentare sind ausgeblendet.
Kommentare einblenden
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

Die Moderation der Kommentare liegt allein bei MORGENPOST ONLINE.
Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in der Netiquette.
blog comments powered by Disqus
 
Top-Thema
title
Start-ups in Berlin

Gründerzeit: Die Serie und das Blog der Berliner Morgenpost.

Video Nachrichten mehr
Oklahoma Wiedersehen nach dem schweren Tornado
Xbox One Microsoft stellt neue Spielkonsole vor
Iran Rafsandschani darf bei Wahl nicht antreten
US-Kongress Apple verteidigt Steuersparmodell
 
Top Bildershows mehr
Jeden Tag

Kopfnoten für Politiker, Manager und Prominente

Willkommen in Berlin

Hurra, ich bin da! Das sind Berlins süße Babys

Fotogalerie

Das sind die Berliner Bilder des Tages

Bilder von oben

Das zerstörte Oklahoma City aus der Luft

 
In eigener Sache
Weitere Morgenpost Angebote