19.07.12

"Die 1000–Euro-Generation"

Jung, gebildet und ohne Zukunftsperspektiven

Der 30-jährige Matteo ist Teil des Prekariats. Das Geld ist stets knapp, der Job unsicher. "Die 1000–Euro-Generation" nähert sich jungen Menschen, die zwischen allen Stühlen sitzen.

Matteo mag seine Arbeit bei dem Telefonunternehmen nicht. Und das Unternehmen mag ihn nicht, mutmaßt der 30-jährige Mathematiker, der jeden Tag damit rechnet, dass ihm sein befristeter Job gekündigt wird. Er weiß nicht, was ihm die Zukunft bringt, und fühlt sich "wie eine "Computerspiel-Marionette".

Seinem Freund und Mitbewohner Francesco ergeht es kaum anders, aber er tröstet sich mit Computerspielen und hat für nahezu jede Lebenslage ein Filmzitat parat. Ihre Wohnung in der teuren Finanzmetropole Mailand ist ein dunkles, baufälliges Loch. Matteos Arbeitsplatz – von kühler Eleganz – steht ganz im Widerspruch zu seinen Lebensverhältnissen und seinem monatlichen Budget von 940 Euro.

Teil der 1000-Euro-Generation

Er gehört der sogenannten 1000-Euro-Generation an, womit vor allem junge, gut ausgebildete Akademiker gemeint sind, die sich mit Projektverträgen und Praktika über Wasser halten müssen. In Griechenland, Spanien und Italien sind besonders viele betroffen und nicht wenige in Deutschland.

Der italienische Film "Die 1000–Euro-Generation" von Massimo Venier basiert auf dem gleichnamigen Buch von Antonio Incorvaia und Alessandro Rimassa, das zuerst im Netz veröffentlicht wurde. Matteo (Alessandro Tiberi) wirkt trotz seines Alters jung und unerwachsen. In einer Mischung aus Nervosität, Zweifel, Optimismus und Mutlosigkeit hofft er auf Möglichkeiten, die nur leider keine sind, weil die wirtschaftlichen Verhältnisse sie nicht vorsehen.

Arbeit im Ausland in Aussicht

Bei den Frauen hat Matteo mehr Glück: Angelica (Carolina Crescentini) aus seiner Firma stellt ihm eine Arbeit im Ausland in Aussicht. Und seine neue Mitbewohnerin Beatrice (Valentina Lodovini) verliebt sich in ihn, sie ist die Figur, der man die Sorgen wirklich anmerkt.

Entgegen mancher Erwartung ist der Film, oft mit Bildern wie aus der Werbung, kein Sozialdrama. Regisseur Venier wollte auf eine soziologische Analyse verzichten und stattdessen die verschiedenen Gesichter dieser Generation zeigen, was ihm gelingt. Und er möchte unterhalten, in einer seltsamen Lockerheit, die irritiert. Aber womöglich ist ja sie die einzig richtige Einstellung, wenn alles unsicher ist.

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