28.04.09

Klassik

Joseph Haydn gefällt auch den jungen Leuten

Zu Anfang Ligeti, danach Haydn, endlich die "Symphonie fantastique" von Berlioz. Aleksandar Markovich (33) und das brillanten Konzerthausorchester schafften es von Anfang an, das Publikum in Begeisterung zu versetzen.

Ein wahres Wunderkonzert. Gegründet aber auch auf einem echten Wunderprogramm, glänzend aufgetischt von Aleksandar Markovich (33) und dem brillanten Konzerthausorchester.

Zu Anfang Ligeti, danach Haydn, endlich die "Symphonie fantastique" von Berlioz. Der Jubel fing aber schon mit dem "Concert românesc" von Ligeti an, einem viersätzigen Viertelstünder des damals noch jungen Komponisten auf den Spuren von Bartók und Kodaly.

Reglementierte Musik. Mit Aufführungsverbot belegt. Erst 20 Jahre nach der Niederschrift erstmals aufgeführt. So also sah die musikalische Kulturpolitik Ost-Europas von damals aus. Sie war deprimierend. Und hätte es nicht den ewigen Widerspruch von Schostakowitsch gegeben, man hätte vor Ort ein halbes Jahrhundert abschreiben müssen und vergessen können. Es gab nur ein einziges Mittel gegen die Kultur-Diktatur: die Flucht. Ligeti sah sich zu ihr gezwungen, um - in Köln - voll und ganz Ligeti werden zu können.

Die rumänischen Tanzweisen kommen auf lockeren Sohlen daher. Sie sind nicht auffällig durch besondere Kühnheit. Aber sie zeigen bereits eine erstklassige Metierbeherrschung, die sichere Hand für Effekte. Außerdem die Neigung zu Lustbarkeit und zu instrumentalen Überraschungen. Die vor allem kam an und erntete Jubel.

Aber auch Haydn, lange Zeit als "Papa Haydn" verleumdet, steht bei einer jungen Generation urplötzlich wieder hoch im Kurs. Seine federnde Eleganz, seine Musik gewordene Lebenstüchtigkeit, die sich auch noch in seiner, man stelle sich vor, für Paris geschriebenen 84. Sinfonie aussingt, Kobolz schlägt und zu fesseln versteht, fand in Markovic ihren wendigen Interpreten. Als Schluss-Trumpf rief er dann die fünf nach wie vor überwältigenden Episoden der erzählfreudigen phantastischen Sinfonie von Berlioz auf.

Quelle: Gtl
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