25.05.12

Sanierung

Staatsoper droht zu kippen - Neueröffnung nun erst 2015

Die Sanierung der Staatsoper Unter den Linden stockt. Die bereits um ein Jahr verschobene Neueröffnung wird um ein weiteres Jahr verschoben.

Foto: DPA
Baustelle Staatsoper Unter den Linden
Baustelle Staatsoper: Es dauert noch länger - dabei war die Neueröffnung schon 2011 um ein Jahr verschoben worden

Die Wiedereröffnung der Berliner Staatsoper Unter den Linden wird um ein weiteres Jahr auf 2015 verschoben. Grund sei die Entdeckung alter Pfahlbauten in 17 Metern Tiefe, auf denen im Mittelalter die Berliner Stadtmauer gebaut wurde, teilte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher it. Dadurch könne die geplante unterirdische Verbindung zwischen dem Opernhaus und den Probebühnen nicht gegen Grundwasser isoliert werden. Es bestehe die Gefahr, dass dann immer wieder Wasser durch die Betonsohle sickere und der Bau insgesamt in Schieflage gerate, sagte Lüscher.

Die Betonsohle, auf dem der Verbindungsgang ruht, soll nun von 1,5 auf drei Meter verdoppelt werden. Die mehrheitlich vom Bund getragenen Kosten von 250 Millionen Euro würden dadurch aber nicht überschritten. Die Mehrkosten seien durch eine finanzielle Reserve für unvorhersehbare Probleme gedeckt, sagte Lüscher. Die Entscheidung zur Verschiebung sei in den vergangenen Tagen gefallen, sagte Lüscher. Man wolle jedes Risiko ausschließen. Sie verwies dabei auf den Einsturz des Kölner Stadtarchivs.

Die Übergabe für den Bau sei nun für April 2015 geplant, sagte Lüscher. Für das Publikum könnte die Oper dann im Herbst 2015 wieder geöffnet werden. Bereits im vergangenen Jahr war eine Verzögerung um ein Jahr angekündigt worden. Als ursprünglicher Termin für den Neustart war der 3. Oktober 2013 genannt worden.

Ein Problem ist der Baugrund: Die Staatsoper steht dort, wo in besonderem Maße das Berliner Urstromtal spürbar wird, eine Erbschaft aus der letzten Eiszeit – spürbar jedenfalls dann, wenn es in die Tiefe geht, zum Beispiel an das Fundament der Staatsoper. Der Boden hier ist instabil und morastig, der Bau der Staatsoper muss stabilisiert werden. Im Keller stand Wasser, es gibt keine alten Baupläne, und schon im vergangenen Jahr war man bei den Arbeiten auf Bauteile gestoßen, die nicht eingeplant waren – zum Beispiel ein Bunker.

Die Sanierung der Staatsoper gehört zu den großen Kulturprojekten in der Hauptstadt. Ursprünglich sollte der Innenraum komplett neu gestaltet werden. Nach einer heftigen Debatte hatte der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) entschieden, den Zuhörersaal zu renovieren, so wie ihn der Architekt Richard Paulick 1952 nach den Kriegszerstörungen wieder aufgebaut hatte. Die Staatsoper wird von Generalmusikdirektor Daniel Barenboim und Intendant Jürgen Flimm geleitet und gehört zu den drei Opernhäusern der Hauptstadt.

Quelle: dpa/dino
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