04.04.12

Pop

Wir sind Helden kündigen unbefristete Pause an

"Gekommen um zu bleiben" heißt einer ihrer Hits. Doch Wir sind Helden konnten das Versprechen nicht einlösen. Jetzt hat die Band um Judith Holofernes ihren Rückzug "auf unbestimmte Zeit" erklärt.

Foto: Billy & Hells/ Sony music

Gründeten sich im Jahr 2000, zogen nach Berlin und ziehen sich bis auf weiteres zurück: "Wir sind Helden."

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In dem Bandnamen ist ja die Melancholie schon eingebaut: Wer "Wir sind Helden" heißt, der wird irgendwann auch mal der Held von einst sein. Nun ist es soweit für die Band aus Hamburg, die in Berlin heimisch wurde. Eine Auszeit hat sie auf ihrer Homepage angekündigt, "auf unbestimmte Zeit" werde man pausieren.

Es klingt, als seien die Leben der vier Mitglieder zu kompliziert geworden, um eine Musikgruppe aufrecht zu erhalten. "Wir alle hängen sehr an diesem, unserem gemeinsamen Baby – und so haben wir trotz numeroser echter Kinder, dreier Heimatstädte und diverser Abnutzungserscheinungen festgehalten an einem immer unmöglicher werdenden Unterfangen – so lange es ging. Und dann noch ein bisschen länger."

"Ein Tanker, irgendwo geparkt"

Und nun geht es halt nicht mehr. Dem deutschen Pop, der Nachrufton muss jetzt sein, hinterließ die Gruppe einige Ohrwürmer: "Müssen nur wollen", "Denkmal" und "Gekommen um zu bleiben" kann man heute mühelos mitpfeifen. Die drei Platten, die ab 2007 noch folgten, waren jedoch eher belanglos und das Auffrischen ähnlicher Taktfolgen.

Das wollten sich zwar immer weniger anhören, doch unterm Strich war "Wir sind Helden" eine der bestverkaufenden deutschen Gruppen der Nullerjahre. Bis zum letzten Tag hat die Band sehr vom Äußeren von Judith Holofernes profitiert, die hübsch anzusehen ist, aber berüchtigt war für ihre langweiligen, erwartbaren Interviews.

"Wir sind erstmal raus" steht auf der Onlineseite, irgendwann werde man mal in der einen oder anderen Konstellation weitermachen, ist zu erfahren. "Ein dicker Tanker" sei die Band, der "irgendwo geparkt" werde, und man werde jetzt umsteigen auf "Paddelboote". Verschärfte Lyrik also zum Abschied, die Soloprojekte ankündigt.

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