17.10.08

Ehrung WELT-Literaturpreis 2008 für Hans Keilson

Hans Keilson

Foto: deVries/HollandseHoogte/AG.Focus

Den WELT-Literaturpreis des Jahres 2008 erhält der Psychotherapeut und Autor Hans Keilson für sein literarisches Gesamtwerk. Der Preis wird am 7. November 2008 im Rahmen eines Festaktes im Berliner Axel-Springer-Haus übergeben.

In der Begründung der Jury heißt es: "Hans Keilson beschäftigen in seinen Romanen, Gedichten und Essays bis in die tiefsten seelischen Verästelungen hinein jene destruktiven Impulse, die im 20. Jahrhundert wirksam wurden. Er umkreist in seinen dichterischen Arbeiten das zerstörerische Prinzip aus ökonomischer, sozialer, vor allem aber aus psychoanalytischer Sicht. Bei seinem Bekenntnis zur Trauerarbeit ist ihm der Glaube an die Heilbarkeit des Einzelmenschen nicht verloren gegangen."

Hans Keilson wurde 1909 in Bad Freienwalde bei Berlin geboren. 1936 zwangen ihn die Nationalsozialisten ins Exil. Seither lebt er in den Niederlanden. Zu seinen bekanntesten literarischen Veröffentlichungen zählen "Komödie in Moll" und "Der Tod des Widersachers". Sein Werk über die sequentielle Traumatisierung von jüdischen Waisen, deren Eltern im Holocaust umkamen, gilt als bahnbrechendes Standardwerk der Psychotherapie.

Nach Daniel Kehlmann (2007), Rüdiger Safranski (2006), Yasmina Reza (2005), Amos Oz (2004), Jeffrey Eugenides (2003), Leon de Winter (2002), Pat Barker (2001), Imre Kertész (2000) und Bernhard Schlink (1999) ist Hans Keilson der zehnte WELT-Literaturpreis-Träger.

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis erinnert an den Publizisten Willy Haas, der 1925 "Die literarische Welt" gründete. Ausgezeichnet werden ein einzelnes Buch oder ein Gesamtwerk. Zur Jury gehören der britische Verleger Lord George Weidenfeld, der Schriftsteller und Juraprofessor Bernhard Schlink, die Herausgeberin der "Literarischen Welt", Dr. Rachel Salamander, sowie Dr. Tilman Krause, Literaturredakteur der WELT.

(dw)
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