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Architektur

Stella erklärt, wie italienisch das Stadtschloss wird

Wie viel Einfluss hatte der italienische Barock auf die europäische Architektur? Architekt Franco Stella, der mit dem Bau des Humboldt-Forums, des wichtigsten Kulturbaus in Deutschland seit der Wiedervereinigung, beauftragt wurde, versuchte sich an einer Antwort. Entsprechend groß war das Zuschauerinteresse.

Architekt Stella beansprucht Federführung
Foto: DPA
Der italienische Architekt Franco Stella erklärte den Zuhörern sein Schloss-Konzept

Das italienische Kulturinstitut lädt zu einer Debatte über den "Einfluss des römischen Barocks auf die europäische Architektur" in die italienische Botschaft ein, und der große Festsaal ist bis auf den letzten Platz mit Zuhörern besetzt.

Der akademisch anmutende Diskussionsgegenstand hat ganz offensichtlich Breitenwirkung. Der Blick aufs Podium zeigt, warum: Dort sitzt der Architekt Franco Stella, der mit dem Bau des Humboldt-Forums, des wichtigsten Kulturbaus in Deutschland seit der Wiedervereinigung, beauftragt wurde.

Italiener wie Deutsche waren gestern gleichermaßen neugierig, den Mann aus Vicenza über seine große Aufgabe reden zu hören.

Den Italienern im Publikum machte es Stella nicht leicht. Der Architekturprofessor sprach auf Deutsch und der Simultanübersetzer hatte sichtlich Mühe, den sehr sprunghaften, assoziativen Ausführungen über die tiefe Verbindung preußischer und italienischer Architektur zu folgen. "Das Prinzip der römischen Architektur findet sich bis hin zur Moderne, bis hin zu den Bauten von Mies oder Ungers", erklärte Stella. Diese Kontinuität wolle er weitertragen.

Der Bau des Humboldt-Forums in Gestalt der 1950 gesprengten Hohenzollern-Residenz mag in Deutschland ein heftig umstrittenes Vorhaben sein. Die Italiener jedoch, und ihn ganz persönlich, erfülle das ehrgeizige Projekt mit ehrlichem Stolz - zumal die Vorbilder des Schlosses in Rom zu finden seien. Die Fassaden des Palazzo Madama, der Triumphbogen des Septimus Servus auf dem Forum Romanum hätten Pate für die Architektur des Schlosses gestanden. "Ich bin sehr glücklich, dass ich mit dieser Aufgabe betraut wurde." Stella nutzte gestern die Chance, die Rekonstruktion der Barockfassaden zu verteidigen. Es sei in der Geschichte der Baukunst ein völlig üblicher Vorgang, Neues mit Altem zu verbinden. "Diesem universellen Bauprinzip fühle ich mich verbunden."ij

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