Kokowääh-Premiere

Tränen um Eichinger auf rotem Teppich in Berlin

Die Nachricht kam am Premierentag von Til Schweigers neuem Film "Kokowääh": Sein Entdecker und Freund Bernd Eichinger ist tot. Schweiger überlegte alles abzusagen, versuchte dann die Trauer zu verschieben. Andere weinten auf dem roten Teppich.

Stille auf dem roten Teppich. Die Premiere von Til Schweigers neuem Film "Kokowääh" im Sony Center am Potsdamer Platz wurde Dienstagabend überschattet vom Tod Bernd Eichingers. Berlins Filmwelt war nicht nach Familienkomödie und Premierenfeier zumute.

Ein schwerer Abend für "Kokowääh"-Produzent, Regisseur und Hauptdarsteller Til Schweiger, der einst mit Eichingers Co-Produktion "Manta Manta" berühmt wurde. "Wir haben kurz überlegt, ob wir alles absagen, wir haben die Nachricht gerade erhalten, als wir mit Champagner ein bisschen feiern und anstoßen wollten", sagte Schweiger, sichtlich betroffen. An seiner Seite Freundin Svenja Holtmann – Schweigers Tochter Emma, "Kokowääh"-Hauptdarstellerin, geht erst gar nicht über den roten Teppich. Das Geschrei mache ihr Angst: "Es ist ihr Abend. sie soll ihn genießen", sagt der Vater.

Denn bei aller Trauer ist Schweiger auch an diesem Abend Profi: "Es war ein Riesenschock, aber jetzt versuche ich, es wegzuschieben. ich werde mich heute Abend gut fühlen", sagt er. Und fügt über seinen Entdecker hinzu: "Bernd hätte das so gewollt. Ich kann morgen trauern, ich werde lange trauern. Er war ein Freund und Mentor." Er und Eichinger hätten vieles gemeinsam gehabt. "Uns hat verbunden, dass wir Leute unterhalten wollen, ein breites Publikum erreichen. Er war ein echter Freund. Zum Glück hat er im vergangenen Jahr noch den Preis für sein Lebenswerk erhalten. Das war schon lange überfällig." Und dann sagt er noch leise. "Ich würde abbrechen, wenn es Bernd wieder lebendig machen würde. Aber das geht eben nicht."

Erschüttert zeigte sich auf dem roten Teppich auch Regisseur Oskar Roehler. "Ich habe es erst vor zehn Minuten erfahren", sagt er mit Tränen in dem Augen. "Es war in dem Moment als würde ein Vorhang fallen. Es ist schrecklich." Auch Schauspieler Otto Sander, dessen Tochter Meret Becker in "Kokowääh" mitspielt, hörte die schlimme Nachricht auf dem roten Teppich. Und hielt sie zunächst für einen schlechten Witz. "Wir hatten eine Freundschaft, eine aktive Verbindung", sagt er. "Scheiße ist das. Wir hatten noch viel vor miteinander." Dann wendet er sich ab. Weint. Den anderen Kollegen aus der Filmbranche geht es ebenso. Kaum einer hier, der nicht mit Eichinger gedreht hat, der keine persönlichen Erinnerungen mit ihm verbindet. Einige sagen ein paar Sätze, andere wie Jan Josef Liefers und Anna Loos laufen wortlos durch ins Kino. Keine Statements heute.

"Kokowääh"-Hauptdarsteller Samuel Finzi schließt sich an. "Er wäre in seinem Sinn gewesen, dass der Film läuft. Also zeigen wir ihn." Auch Hauptdarstellerin Jasmin Gerat trauert: "Er war ein Großer, sein Tod ist ein schlimmer Verlust." Schauspielerin Anne Sophie Briest sagt, Eichinger und sie hätten eine sehr enge, private Verbindung gehabt. Sprechen mag sie darüber nicht – sie trauert.