Schloss Charlottenburg

Ausstellung soll Vorurteile über Pius XII. widerlegen

Eugenio Pacelli war immer wieder vorgeworfen worden, er habe als Oberhaupt der katholischen Kirche zu den Verbrechen der Nationalsozialisten geschwiegen. Eine Ausstellung in Berlin widmet sich jetzt dem Leben des umstrittenen Papstes Pius XII. Gezeigt werden einmalige Stücke.

Der Vatikan will mit einer Ausstellung ab Freitag in Berlin über den umstrittenen Papst Pius XII. (1939-58) informieren. Sie solle "unwissenschaftliche Beurteilungen" widerlegen, sagte der Potsdamer Historiker Thomas Brechenmacher am Dienstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Der Professor für Neuere Geschichte führte etwa den Dramatiker Rolf Hochhuth an, der Pius XII. vorwirft, zum Holocaust geschwiegen zu haben.

Anlass der Schau ist der 50. Todestag von Pius XII. am 9. Oktober vergangenen Jahres. Nach Angaben Brechenmachers wurde sie auf Initiative von Papst Benedikt XVI. vom Päpstlichen Komitee für Geschichtswissenschaften erarbeitet. In Rom war sie bereits einige Monate lang zu sehen.

In dem Komitee sei gemeinsam mit der Berliner Nuntiatur schon frühzeitig die Idee entstanden, die Ausstellung auch in Berlin und München zu zeigen, so Brechenmacher. Dort war Eugenio Pacelli vor seiner Wahl zum Papst während der 1920er Jahre Apostolischer Nuntius. Brechenmacher arbeitete an der Konzeption dieser Ausstellungsteile mit.

Die Schau trägt den Titel "Opus Justitiae Pax" (Das Werk der Gerechtigkeit ist der Friede). Es ist der Wahlspruch Pacellis bei seiner Bischofsweihe 1917. Brechenmacher betonte, die Ausstellung nehme sein ganzes Schaffen einschließlich seiner theologischen Äußerungen in den Blick. Ein Raum sei jedoch den Stellungnahmen von Pius XII. zur Judenverfolgung der Nationalsozialisten und seinen erfolgreichen Rettungsversuchen vorbehalten. Das Thema kommt zudem im Rahmenprogramm zur Sprache.

In der Ausstellung wird auch die historische Papstkrone, die Tiara, erstmals nördlich der Alpen gezeigt. Ergänzend zu den Fotodokumenten solle sie zusammen mit anderen Originalexponaten der Schau eine besondere Authentizität verleihen, erklärte Brechenmacher.

Die Ausstellung im Neuen Flügel des Schlosses ist bis zum 7. März täglich außer dienstags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

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