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19.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Pfingsten sind de Jeschenke am jeringsten, hat meene Tante Elli seelich imma jesaacht. Ick finde, det macht jar nüscht. Ick jenieße an Pfingsten, det die Leute nich' vorher wie die Bekloppten durch die Läden rennen und für alle Leute, die se kennen, Jeschenke koofen – ejal, ob se die nu' leiden können oda nich'. Det is ja nich mehr nur Weihnachten so, sondan ooch Ostan und am Valentinstach. Da is dieset lange Wochenende wohltuend ruhich und unuffjereecht. Eijentlich is Pfingsten ja 'n christlichet Fest. Wenn Se mit dem lieben Jott und der Kirche nüscht am Hut haben – ick bin da keen Richta. Jeda soll nach seina Fassong seelich werden. Aber trinken Se doch in Ruhe mit ihren Lieben Kaffee, det wär wichtich. Frohet Fest!

kasupke@morgenpost.de

17.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Mittlaweile jib's ja nüscht mehr, wojejen nich protestiert wird. Für oda jejen allet findet sich een Häuflein Demonstranten, die mit Inbrunst die alleinije Wahrheit vor sich hertragen. Det alljemeine Protestwesen macht noch nich ma vorm Puppenhaus halt. Tatsächlich jib's Proteste - sojar mit Valetzten- vor dem jrade eröffneten Barbie-Haus am Alex, eene rosa Scheußlichkeit, die dem Alexa-Bunker alle Ehren macht. Aba pinkfarbene Mädchenträume sind heutzutage politisch unkorrekt - nach Meinung selbsternannta Weltvabessera. Kinda, wat warn det für schöne Zeiten, als die Berliner bis inne Puppen tanzen jingen und jeda nach seina Fasson seelich wern konnte...

kasupke@morgenpost.de

16.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Trude kennt mit ihre Freundinnen nur noch een Thema: Angelina Jolie und ihre Brustamputation. Ick war ooch janz jeschockt, als ick det jehört habe. Wat fürn drastischa Schritt, besonders für so ne schöne junge Frau. Andraseits: wenn det Risiko, an dem vadammten Krebs zu erkranken, wirklich so hoch is… Muss eene furchbar schwere Entscheidung sein. Trude jeht imma brav zu den Vorsorje-Untasuchungen - und Jott sei dank is bisher nie wat jewesen. Aba da kann man ooch mal wieda sehn: jejen Krankheit und Tod is selbst der berühmteste Hollywood-Star nich jefeit. Und hinta der strahlenden Fassade sieht's bei vielen wahrscheinlich janz anders aus.

kasupke@morgenpost.de

 
15.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Meen Lesa mit dem schönen Namen Tristan stellt die nich janz unberechtichte Frage, ob der Vakehrssenator Müller nur mit Helikopta untawechs is. "Wat uff Berlins Straßen abjeht, kann man keenem zumuten", schreibt Tristan. "Da wern Straßen jesperrt, die üba drei Spurn vafüjen, nur um een paar Straßenbahnschienen zu wechseln, und uff Umleitungsstraßen wird ooch jebaut. Hätte man die Landsberjer Allee nicht am Wochenende sperrn und die Schienen auswechseln könn', oder mussten alle Bauarbeeta ihren Herrentachsrausch ausschlafen?" Wahrscheinlich. Jenau wie die Beamten, die für det Bau-Koordinierungsprogramm vom Senat zuständich sind.

kasupke@morgenpost.de

14.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Ick bin ja bekanntamaßen Lokalpatriot, und insofern bin ick imma 'n bischen beleidicht und schäme mir fremd, wenn unsa Milljonendorf blöde dasteht und die Menschen in Rest-Deutschland denken, wir Berlina sind zu doof zum Jeradeausloofen. Fluchhafen könn' wa nich, S-Bahn könn' wa nich, und mitm Lesen haperts anscheinend ooch. Bei de Innenvawaltung und bei de Polizei hat sich offenbar imma noch nich rumjesprochen, wie wichtich die Akten zum NSU-Neonazi-Sumpf sind. Eene Panne jaacht die nächste, da werden Hinweise nich weitajejeben an'n Bundestach oda beim Aktenstudium ja nich erst jeseh'n. Sind alle übalastet, heeßt et. Und wieso könn' een paar andre Bundesländer det bessa?

kasupke@morgenpost.de

13.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Is det nich 'n Trauaspiel? Die Sanierung vonne Staatsopa kostet ma' eben dreihundat Millionen Euro und nich zweehundatvierzich wie ursprünglich jeplant. Und wann se wieda uffjemacht werden kann, weeß ooch keena. Erinnat irjendwie fatal an unsan Fluchhafen. Ick fraje mir, warum heutzutaje keene Baustelle mehr halbwechs pünktlich ferdich wird, dafür werdense aba ville teura. Ick weeß, det jabs früha ooch schon, ick saje nur Steglitzer Kreisel. Trotzdem hab ick det Jefühl, det wird imma schlimma. Dabei werden doch anjeblich uns're Experten und ihre Computa imma schlaua. Wenn ick da an det nächste Riesending denke, die Autobahn A100, wird ma schon angst und bange ...

kasupke@morgenpost.de

12.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Bloß nich vajessen: heute is Muttatach. Und ick muss janz früh los innen Blumenladen, für Schwiejamutta n' prächtijen Strauß besorjen. Mach ick natürlich jerne, schließlich hab' ick ihr nich nur meene Trude zu vadanken, sondern ooch köstlichet Kompott mit Obst aus ihrem Jarten, selbst jemachtet Jänseschmalz zu Weihnachten und jede Menge jut jemeinte Ratschläje. Deshalb sag ick ihr hier mal een dicket Dankeschön – stellvatretend an alle Mütta unta meen' Lesan. Manch eena weeß vielleicht nich', wie er sich bei seine Mutta bedanken soll. Janz einfach: Blumen, nette Worte und mal in' Arm nehmen möjen alle. Also, Mütta: Lassen Se sich schön vawöhnen, Sie ham's vadient!

kasupke@morgenpost.de

11.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Pünktlich zum Wochenende wird det Wetta schlecht: die Eisheilijen sind im Anmarsch. Dabei wollten wa nu endlich den Balkon bepflanzen. Trude und icke müssen uns aba erst noch einijen: ick bin für Jeranien, sie is dajejen. Marjeriten finden wa beede schön, Rosen ooch. Denn hamwa noch det Lavendel-Problem: Trude hat wieda vasucht, det Kraut durch'n Winta zu bringen. Der Lavendel sieht aba janz schön traurich aus, ick würd ihn am liebsten rausschmeißen. "Man muß nur Jeduld ham, Kasu", sacht se denn. Na ja, wenn se mir ooch so liebevoll hegt und pflegt wenn ick alt und jrau bin, will ick ma nüscht sajen...

kasupke@morgenpost.de

10.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Echte Solidarität bei den Sozis: Damit Kandidat Steinbrück nich allet alleene machen muss, springt zur Abwechslung mal der dicke Gabriel ins Fettnäpfen, dettet nur so spritzt. Mit seina Bejeisterung fürn Tempolimt uff der Autobahn bremsta die SPD aus. Sojar Jenossin Andrea Nahles bekennt sich – politisch unkorrekt – zum Tritt uffs Jaspedal. Im Intanet hab ick dazu wat entdeckt – een Foto von Gabriel uff dem stand: "Gabriel meint, 120 km/h reichen aus für die Menschen" Und da drunta den Satz: "Die Menschen sagen, 120 Mandate reichen am 22. September für die SPD aus". Dem hab ick nüscht hinzuzufüjen.

kasupke@morgenpost.de

08.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Wie kann man bloß so'n Pech ham? Da sitzt een Berliner bei "Wer wird Milljonär?" und kommt bis 125.000 Euro, und denn valierta allet! Bloß weil ne dusslije Studentin im Publikum nassforsch behauptet, wat der Telefon-Joker – immahin een Lateinlehra – jesacht hat, stimme nich, aba sie wisse die richtije Antwort. Leida lag se damit voll daneben, und der Quizkandidat durfte mit 500 Euro na' Hause jehn. Ick find' det jemein vom Jauch, dem Kandidaten nach der richtijen Antwort noch'n Joker abzuschwatzen. Und ne Unvaschämtheit von der jungen Frau, mit ihrem Nichtwissen den armen Kerl um seinen Jewinn zu bringen. Det is typisch heutzutage: Keene Ahnung, aba n'unjeheuret Selbstbewusstsein...

kasupke@morgenpost.de

07.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Trude will wissen, warum ick ihr keen Jehalt zahle. Schließlich sei se von morjens bis abends mit mir beschäfticht – ooch an Sonn- und Feiatagen. Ick würde ja jerne, aba erstens bin ick keen Abjeordneta und zweetens schon jar nich in Bayern. Da ham die Damen und Herren Volksvatreta ihre jeschätzten Jattinnen und die halbe Sippschaft uff Steuazahlakosten anjestellt und fürstlich entlohnt. Allet janz lejal nach dem Jesetz, det se sich selba jezimmert ham! Alle rejen sich üba die bösen "asozialen" Steuasünda uff, dabei is die Steuavaschwendung die andere Seite der Medallje. Und die jehört jenauso anjeprangert und bestraft.

kasupke@morgenpost.de

04.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Also det wär' ja wat: zum Champions-League-Finale ins Wembley-Stadion! Im Radio hamse jesacht, die Karten wern für zweetausend Euro jehandelt, im Intanet stand wat von viertausend. "Träum weita, Kasu", meent Trude, "aba vajiß nich, den Müll runta zu bringen..." Muss ick's wohl ma wieda mit Lotto vasuchen. Am Mittwoch hätt' ick janz jroß jewonnen, wenn ick denn mitjetippt hätte. Na ja: "Hätte, hätte Fahrradkette", würde olle Steinbrück sagen. Außadem is Lotto teura jeworden, dafür jibs mehr Chancen uffn Mini-Jewinn. Aba wenn, muss ick schon Milljonär wern. Denn würd' ick sojar Trude mit nach London nehm', ooch wenn se da lieba innen Buckingham Palace statt ins Wembley-Stadion jehn würde.

kasupke@morgenpost.de

03.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Hamwa den 1. Mai in Berlin ooch wieda übastanden. War ja wohl diesmal nich janz so schlimm mit den "Mai-Krawallen", aba mir tun jedet Jahr die Polizisten leid, die wejen diesa Chaoten und vamummten Krawallmacha ihren Kopp hinhalten müssen. Und denn noch perverserweise bekloppte Rechtsradikale vor linken Jejendemonstranten beschützen müssen – von denen se dafür ooch noch attackiert wern. Unsa sojenannta Rechtsstaat is manchmal janz schön vadreht und schwer zu ertragen. Und diese janzen radikalen Typen kriejen dadurch eene Uffmerksamkeit, die se übahaupt nich vadient ham.

kasupke@morgenpost.de

02.05.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Ick hab ja mit allem möchlichen jerechnet, worüba ick mir am Tach der Arbeet uffrejen oda zumindest wundan könnte. Aba det ick schließlich beim Thema Ferien lande, det hätt ick im Leben nich jedacht. Schuld is Moni Grütters, Bundestachsabjeordnete der CDU. Die will den Schülan Ferien wegnehm'n, weil die Eltern ja ooch nich so ville Urlaub haben und ihre Sprösslinge nich beuffsichtijen können. Ick gloob, mein Schwein pfeift. Ick kenne 'n Haufen Pennäler, die bei Ferienbejinn urlaubsreifa sind als ihre Eltan. Und die Ollen müssen ja ooch nich dauand hinta ihra Brut stehen. Det war bei uns damals ooch nich so, trotzdem waren Ferien Klasse – oder jerade deshalb.

kasupke@morgenpost.de

28.04.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

"Du bist verrückt mein Kind, du musst nach Berlin, wo die Verrückten sind, ja da musst du hin." Den Jassenhauer hat een jewissa Franz von Suppé im vorvorijen Jahrhundert jedichtet, jilt aba imma noch. Die Stadt is ja ooch zum Varrücktwerden: Jedet Bauprojekt dauert zichmal länga als jeplant und wird natürlich zichmal teura. Kaum is eene Straße frisch asphaltiert, wird'se wieda uffjerissen, um Rohre, Leitungen oda sonstewat zu valejen. Und jede noch so kleene Demo und jeda alberne Ringelpiez muss unbedingt am Brandenburjer Tor stattfinden. Trotzdem: Wolln Sie etwa irjendwo anders leben? Sehnse, icke ooch nich. Wir müssen varrückt sein.

kasupke@morgenpost.de

26.04.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Der weit üba die Jrenzen der Stadt hinaus berühmt-berüchtichte Bezirk Kreuzberch hat ma wieda üba Straßennamen entschieden. Herausjekommen is een echta Schildbürjerstreich: Weil in dem jrün rejierten Bezirk neue Straßen und Plätze nur noch nach Frauen benannt wern dürfen, wird der Platz vor der neuen jüdischen Akademie Fromet-und-Moses-Mendelssohn heeßen. Denn wenn dem jroßen Jelehrten nich die werte Jattin Fromet uff dem Straßenschild beisteht, hätte der Mann jar keene Chance jehabt jejen jrünen Jleichstellungswahn. Komischaweise jibs Ausnahmen von diesa Rejel – oda warum fehlt bei der Rudi-Dutschke-Straße sein Gretchen?

kasupke@morgenpost.de

25.04.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Ick hab wirklich Vaständnis für Zeitjenossen, die sich üba Ärjerlichet im Alltach uffrejen. Mach ick ooch hin und wieda, reinicht Kopp und Seele, find' ick. Aba meen Vaständis hört schlachartich da uff, wo die Leute übagriffich oda sojar jewalttätich werden. In Prenzlauer Berch is wieda so'n Vollfosten untawechs, der anscheinend Hunde hasst wie de Pest. Aba wenn ick Teppichmessaklingen in Wurststücke stecke, denn is det keene Kritik an stinkenden Hundehaufen sondan vasuchta Mord. Nich so jefährlich, aba ooch nich hinnehmbar: Leute, die bei parkenden Autos uff de Windschutzscheibe spucken, weil die Karre anjeblich im Weech steht. So jeht det nich!

kasupke@morgenpost.de

 
24.04.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Ick will diesen Monat ooch noch Selbstanzeije beim Finanzamt erstatten. Mit andern Worten: meene Steuaerklärung abjeben. Det schieb' ick schon ne Weile vor mir her. Ick würd' ja ooch lieba meen saua vadientet Jeld vorm Fiskus vastecken, aba mit den paar Piepen jibt mir keen Alpenland und keene karibische Steuaoase Asyl. Also werd' ick wie imma brav berappen wie alle andern Normalvadiena im Lande ooch. Obwohl ick janz und jar nich der Meinung bin, det Vata Staat besonders sorgsam mit unserm Jeld umjeht. Und wo jetzt durch die janzen Steua-CDs und Selbstanzeijen der Supareichen so ville Milljonen inne Kasse kommen, könnte de Fiskus doch uff meene paar Kröten vazichten.

kasupke@morgenpost.de

20.04.13 BM
Taxi Kasupke

Kasupke sagt, wie es ist

Det is doch echt zum Piepen. Ne Eisdiele in Prenzlauer Berch hat kräftich die Preise erhöht, damit nich mehr so ville Kunden kommen. Dem Inhaba jeht anjesichts der Warteschlangen uff der Straße die Muffe. Kann schon 'n Fluch sein, wenn man jut is und seine Arbeet ordentlich erledicht. Den Stress machen übrijens nich die Kunden, die schnella an ihre kalte Waffel wollen, sondan die lieben Nachbarn. Die fühlen sich jestört, eene Cafébetreiberin meckat, det keena mehr uff ihre Terrasse kommt. Freunde, det kann ick ja allet menschlich vasteh'n, aba muss man denn gleich mit'm Ordnungsamt droh'n oda sojar ne Anzeije anzetteln? Kann man det im Rahmen juta Nachbarschaft nich friedlich rejeln? Vielleicht bei ner Portion Schoko-Vanille?

kasupke@morgenpost.de