62. Berlinale
Das Filmfestival für Kinder
Die Kindheit ist überall auf der Welt ein bisschen anders, doch die meisten Kinder finden ihren Weg - auch wenn der nicht immer leicht ist
Von Gerlinde Schulte
Zehn Kilometer müssen die Kinder vom Napf jeden Morgen zurücklegen, um zur Schule zu kommen. Und dafür steigen die Kinder nicht einfach in den Bus oder in die U-Bahn, wie es die Kinder in Berlin gewohnt sind. Die Bergbauernkinder leben hoch in den Schweizer Alpen und müssen zuerst einmal in tiefer Dunkelheit über steile Wege durch den Schnee stapfen, bis sie zu einer Seilbahn gelangen, die sie ins Tal bringt. Erst unten an der Straße wartet dann der Schulbus auf sie. Ihre gute Laune verlieren die Kinder dabei nicht, sie sind es gewohnt, etwas auszuhalten. Auch dass sie ihren Eltern auf den entlegenen Höfen bei der Heuernte und mit den Tieren helfen müssen, ist nichts Besonderes für sie. Harte Arbeit gehört zum Leben der Bergbauernkinder dazu. Zeit zum Spielen, Lachen und Musizieren haben sie trotzdem.
Mit Witz und Mut Schwierigkeiten meistern
Die Welten, mit denen Kinder rund um den Globus zu tun haben, sind ganz schön unterschiedlich. Nicht allen geht es so gut wie bei uns oder in der Schweiz. Nicht alle leben in festen Häusern und haben genug zu essen, nicht alle haben die Chance, zur Schule zu gehen und längst nicht alle haben Eltern, die sich liebevoll um sie kümmern können. Wie sie leben, wie sie zurechtkommen und wie sie lernen, auch mit sehr schwierigen Situationen umzugehen und den Mut nicht zu verlieren, zeigen die Kinderfilme auf der 62. Berlinale, die ab dem 10. Februar auf dem internationalen Filmfestival gezeigt werden.
Geschichten von Freundschaften und Erwachsenwerden
Die Filme für Kinder bis 13 Jahre werden in der Sektion "Generation Kplus" gezeigt. Sie entführen ihr Publikum in die Schweiz, nach Schweden, in die Niederlande, auf die Philippinen, nach Indonesien, Bolivien, Japan und Amerika. Sie erzählen Geschichten von Freundschaften und vom Erwachsenwerden, davon, wie das Leben trotz des Verlusts eines Elternteils weitergeht und wie gewitzt Kinder darin sind, auch im Unglück einen hoffnungsvollen Weg für sich zu finden. Auf der Kinder-Berlinale wird deshalb aber nicht nur Trübsal geblasen. Wie immer darf im Kino auch gelacht, gestaunt und mitgefiebert werden. Wer kann, sollte sich die Gelegenheit, so viele gute Kinderfilme aus aller Welt zu sehen, nicht entgehen lassen.
Für die Kinderpost sind sechs junge Reporter auf der Berlinale unterwegs. Sie berichten täglich im Internet ( www.berliner-kinderpost.de ) über die Filme, die sie gesehen haben. Am 18. Februar erscheinen in der Kinderpost Berichte über ihre Erlebnisse auf dem Festival. In der kommenden Woche stellen wir unser Team vor.
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