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24.01.12

Enid Blyton

Ein Besuch im Land der "Fünf Freunde"

Die Schriftstellerin Enid Blyton verbrachte viel Zeit auf der südenglischen Halbinsel Purbeck: Dort sind die "echten" Schauplätze der Kinder-Abenteuer.

© picture-alliance / Woodfall/Phot/Woodfall
Corfe Castle and Corfe Castle village Is
Enid Blyton liebte die wildromantische Landschaft von Dorset. So heißt die Grafschaft, zu der Purbeck gehört. Ihre Hügel, Steilküsten, Höhlen und Ruinen - wie die von Corfe Castle auf dem Foto - haben sie zu den Fünf-Freunde-Abenteuern inspiriert

Richard, Georgina, Julius und Anne führen ein beneidenswertes Leben: Sie haben immer Ferien, sind tagelang ohne Erwachsene unterwegs und erleben jede Menge Abenteuer. Eher zufällig geraten sie immer wieder in mysteriöse Kriminalfälle und bringen Verbrecher zur Strecke. Handys, Computer und Navis brauchen die Mädchen und Jungen nicht. Wenn sie mal so richtig in der Klemme stecken, hilft ihnen der schlaue Mischlingshund Timmy. Er ist der fünfte im Bund der "Fünf Freunde".

Schon vor 70 Jahren erschien der Band "Fünf Freunde auf der Schatzinsel" in England. In Deutschland konnten Kinder ab 1950 die Abenteuer der Freunde verfolgen. Die Serie der Schriftstellerin Enid Blyton ist seit Jahrzehnten ein riesiger, weltweiter Erfolg. Auch Kinder in Sibirien und auf den Fidschi-Inseln lieben sie. Wären Richard, Georgina, Julius und Anne im Lauf der Jahre gealtert, dann würden sie längst als Greise den Bösewichtern hinterher humpeln. Als Romanfiguren aber bleiben sie ewig jung, müssen niemals Hausaufgaben machen und sich auch nicht mit Lehrern herumärgern.

Die Fünf-Freunde-Abenteuer spielen in Dorset, einer wildromantischen Gegend an der Südküste Englands. Dort gibt es steile Klippen, zerfallene Festungen, hohe Wiesen und Höhlen, in denen man sich verstecken kann. Dorset ist eine ideale Gegend, um Abenteuer zu erleben, wie Enid Blyton fand. Die Schriftstellerin lebte zwar im Süden Londons, drei Mal im Jahr machte sie aber in Purbeck Ferien. Das Küsten-Örtchen ist heute ein beliebtes Ausflugsziel für englische Familien und Schulklassen. Von Purbeck aus fährt ein alter Dampfzug in den Ort Corfe Castle. Mit solch einer Eisenbahn fuhren Richard, Georgina, Julius und Anne in dem Band "Fünf Freunde im Nebel" durch die Landschaft. Wenn die dunkelgrüne Bahn langsam losruckelt, fühlt man sich wie auf einer Reise in eine andere Zeit.

Auf dem blitzsauberen Bahnhof von Corfe Castle hat Viv Endecott eine Gedenkstätte für Enid Blyton eingerichtet. In dem Zimmer stehen alte Sofas, ein Telefon mit einer Wählscheibe, in den Regalen und auf den Tischen liegen Originalausgaben ihrer Bücher. Besuchern serviert Viv gerne ein "Ginger Beer", eine Limonade, die die "Fünf Freunde" gerne tranken. "Ginger Beer" ist längst nicht so süß wie das "Ginger Ale", das es auch in Deutschland gibt. Es schmeckt kräftig nach Ingwer und ist richtig scharf. Viv grinst, wenn man erschrocken das Gesicht verzieht. Als Kind hat Viv Fünf-Freunde-Romane mit einer Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. "Die Bücher waren so spannend, ich konnte nicht aufhören sie zu lesen", sagt die 50-Jährige heute. In der Altstadt von Corfe Castle betreibt Viv den "Ginger Pop Shop", dort kann man Postkarten kaufen, Kartenspiele, Ginger Beer, Puppen und natürlich Bücher. Viv liest sie immer noch gerne, auch wenn sie viele fast auswendig kennt. Vermutlich ist die Ladenbesitzerin der treuste Fünf-Freunde-Fan auf der ganzen Welt.

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