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24.01.12

Tierhaltung

Glückliche Tiere, gesünderes Essen

Pünktlich zur Grünen Woche haben Bauern-, Tier- und Umweltschützer zur Großdemo in Berlin aufgerufen.

© dpa/DPA
Gegen Antibiotika in der Massentierhaltung
Als Hühner verkleidete Aktivisten haben vor dem Bundeskanzleramt gegen den Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung protestiert

Zur Grünen Woche - der weltgrößten Landwirtschaftsmesse - trommeln in Berlin die Bauern zum Protest. Zusammen mit Tier- und Umweltschützern haben mehr als 80 Organisationen am vergangenen Wochenende zur Großdemo aufgerufen. Mit Wagen und Treckern rollten sie am Sonnabend durch die Innenstadt. Sie wollen wieder richtige Bauernhöfe haben und wenden sich gegen die "Tierfabriken" der Agrar-Industrie. Denn die verderben ihnen das Geschäft, sind schlecht für die Tiere und können auch den Menschen schaden.

Das Problem: Die Deutschen essen sehr viel Fleisch und Geflügel - und wollen im Supermarkt möglichst wenig Geld dafür bezahlen.

Deshalb versuchen Unternehmen mit Massentierhaltungen das Fleisch in großen Mengen möglichst billig zu produzieren. Das bedeutet Stress für die Tiere: Sie werden auf engstem Raum zusammengepfercht, bekommen keine frische Luft und keinen Auslauf. Damit sie sich in dem Gedränge nicht auch noch gegenseitig mit Krankheiten anstecken, bekommen sie in vielen dieser Groß-Unternehmen Medikamente wie Antibiotika verabreicht. Das kann dann den Menschen schaden. Denn wenn sie dieses Fleisch essen, können sie gegen Antibiotika immun werden. Das heißt, wenn sie selber einmal krank werden, hilft ihnen diese Medizin nicht mehr.

Gegen diese Praxis gibt es immer mehr Protest. Am Dienstag reichten Wissenschaftler deshalb sogar eine Bittschrift bei der Bundesregierung ein. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner sagt, dass auch sie gegen Betriebe ist, die nur mit dem Einsatz von Medikamenten funktionieren. Sie sagt aber auch, dass die Gesundheit und das Wohl der Tiere nicht nur von der Größe eines Betriebes abhängen, sondern von den Betreibern. Wenn der Tierschutz beachtet und ein Stall gut geführt wird, sauber gehalten und richtig belüftet wird, könnten Puten, Hühner oder Schweine auch in großen Betrieben gesund wachsen. Die meisten Landwirte seien da sehr gewissenhaft. Die Qualität der Lebensmittel in Deutschland sei deshalb sehr gut.

Da bei Kontrollen vor kurzem jedoch in vielen Hühnchenfleischproben antibiotika-resistente Bakterien gefunden wurden, fordern Tier- und Umweltschützer nun, dass der Einsatz von Antibiotika in der Tiermast strenger geregelt wird.

Ministerin Aigner setzt sich dafür ein, dass auf den Fleischwaren klar steht, wo sie herkommen, damit jeder Käufer selbst entscheiden kann, was er kaufen will und was nicht. Wenn die Menschen bereit sind, für bessere Tierhaltung mehr zu bezahlen, sei das die wirksamste Methode etwas zu ändern, sagt sie.

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