Forschung
Schokolade tut gut
Dass Kakao glücklich macht, weiß jedes Kind - Forscher untersuchen, warum das so ist
Zugegeben, wenn man zuviel davon isst, kann es einem schon mal schlecht werden und dick machen, kann sie auch. Aber wen stört das schon zur Weihnachtszeit? Jetzt gibt es Schokolade satt: den Schoko-Nikolaus, Plätzchen, Lebkuchen, Mini-Täfelchen, Schoko-Nüsse und -Kugeln, Pralinen und Kakao. Kein Wunder, dass Kinder den Advent lieben.
Nicht nur Kindern macht Schokolade gute Laune. Auch Wissenschaftler können sich an ihr erfreuen, denn Schokolade hat viele gute Eigenschaften, die sie erforschen können und beugt vielleicht sogar Krankheiten vor. Das Insel-Volk der Kuna zum Beispiel, das in der Karibik lebt, kennt keine Herzinfarkte. Forscher sind sich einig, dass das weder an den vielen Meeresfrüchten noch am tropischen Klima liegt. Die haben andere Völker auch. Der Grund dafür, dass die Kuna gegen Krankheiten immun sind, die bei uns sehr verbreitet sind, könnte ihre Liebe zum Kakao sein. Sie trinken am Tag mindestens fünf Schalen davon.
Allerdings trinken die Kuna reinen Kakao: nur die gemahlene Kakaobohne mit heißem Wasser. Das wäre für unseren Geschmack viel zu bitter und hat mit der Schokolade auf unseren Weihnachtstellern wenig zu tun. Da ist nämlich auch ordentlich Zucker drin. Sonst wäre es nach EU-Regeln gar keine Schokolade: Danach darf sich nur Schokolade nennen, was Kakao und Zucker enthält! Und weil uns das so gut schmeckt, brauchen wir Mengen davon. Geschätzte 95 Tafeln Schokolade isst jeder Deutsche im Jahr, mehr schaffen nur die Schweizer. Aber auch in anderen Ländern ist Schokolade so beliebt, dass die Kakaobauern in Afrika, Asien und Amerika kaum mit der Produktion hinterherkommen.
Kakao-Bäume sind empfindlich, sie werden schnell krank, vertragen nicht zuviel Hitze oder Feuchtigkeit. Damit es auch weiter genug Schokolade gibt, suchen Forscher nach dem Schlüssel für den Kakaobaum der Zukunft. Er soll robuster sein und viele Früchte tragen. Die großen Schokoladen-Hersteller denken sich für die Kakaobauern ständig verbesserte Produktionsmethoden aus.
Kakao kommt ursprünglich aus Mittelamerika und wurde von den spanischen Eroberern vor knapp 500 Jahren nach Europa gebracht. Dort wurde er zuerst eher als Medizin betrachtet und zum zum Beispiel zur Stärkung und gegen Schwermut eingesetzt. Erst viel später wurde Kakao zum gesüßten Trinkgenuss für die Reichen. Schokolade für alle gibt es bei uns erst seit ungefähr 110 Jahren. Heute weiß jeder Schokofan, dass Schokolade glücklich macht und eine heilsame Wirkung hat.
So wurde herausgefunden, dass die im Kakao enthaltenen Stoffe die Atmung verbessern können, Entzündungen hemmen und vor Krebs und Herzinfarkten schützen können. Außerdem fördern sie die Durchblutung im Gehirn. Da in unserer Schokolade allerdings viel Zucker, Fett und Milchpulver stecken, die die guten Wirkungen wieder aufheben, kann man die übliche Schokotafel leider so nicht als Medizin empfehlen. Gut tut sie trotzdem - schon weil sie so lecker schmeckt!
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