Konferenz
Das Klima geht uns alle an
Auf der 17. UN-Klimakonferenz in Durban/Südafrika haben 195 Länder über einen gemeinsamen Weg verhandelt, das Weltklima zu schützen. Nicht alle wollen mitmachen.
Von Gerlinde Schulte
Klimaschutz geht alle an - jeden einzelnen Menschen und jedes Land auf der Welt. Wenn ich vor meinem Haus mein Auto tuckern lasse, ziehen die Abgase auch rüber zum Nachbarn und wenn an der deutschen Grenze eine Fabrik Rauchwolken in die Luft bläst, bleiben die Nachbarländer nicht verschont. Die Verschmutzung der Luft kennt keine Grenzen - ihre Auswirkungen bekommen alle zu spüren: den Klimawandel. Weil die Menschen mit ihren Abgasen die Erdatmosphäre verschmutzen, kann die Erde die Wärme der Sonnenstrahlen nicht zurück ins All schicken. Viel davon bleibt hängen wie in einer Käseglocke und sorgt dafür, dass es immer wärmer wird.
Ein oder zwei Grad mehr in 50 Jahren hört sich wenig an, kann aber das Wetter verändern. Das hat Folgen für Natur und Mensch: heißere Sommer, nassere Winter, mehr Wirbelstürme, extreme Regenfälle. Ändert sich nichts, könnte die Temperatur bis zum Ende des Jahrhunderts sogar um bis zu sechs Grad ansteigen, warnen Experten. Milliarden Menschen würden ihre Lebensgrundlage verlieren. Wenn etwa das Eis der Arktis schmilzt, steigt der Meeresspiegel und überflutet tief liegende Inseln oder Küsten.
Das alles hat die Weltgemeinschaft längst erkannt. Sie will verhindern, dass die Temperatur um mehr als zwei Grad steigt. Trotzdem fällt es den Ländern schwer, gemeinsam zu handeln. Einmal hat es schon geklappt. Um den Klimawandel aufzuhalten, wurde 1997 in Japan mit dem Kyoto-Protokoll beschlossen, dass die Luft weniger verschmutzt werden soll (siehe Kasten). Das gilt jedoch nur bis 2012. Ein weiteres Abkommen, in dem sich die Länder verpflichten, weniger Treibhausgase in die Luft zu pusten, ist bisher gescheitert. Denn so ein Ziel ist teuer - es muss zum Beispiel in umweltfreundliche Energien wie Wind- und Wasserkraft investiert werden, Filter müssen verbessert, Autos umweltfreundlicher werden.
Nun haben die Länder auf dem 17. UN-Klimagipfel in Durban erneut versucht, einen Nachfolgevertrag auszuhandeln. Eine Einigung ist noch nicht in Sicht. Die USA, China, Brasilien und Indien wollten keine verbindlichen Zusagen machen; Kanada, Japan und Russland wollen gar nicht mehr mitmachen. Da halfen auch die Appelle junger Menschen an die Politiker nichts. Die armen Länder, die am meisten unter dem Klimawandel leiden, sollen jedoch Hilfe bekommen.
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