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29.11.11

Tiere im Winter

Hilfe für kleine Igel in Not

Igelstationen erklären, wie man schwache Tiere aufpäppelt und ihnen mit einem trockenen Schlafplatz durch den Winter hilft

© Dirk von Nayhauß
Ein stacheliger kleiner Ball mit Knopfnase: Wenn ein Igel jetzt weniger als 500 Gramm wiegt, braucht er Hilfe
Ein stacheliger kleiner Ball mit Knopfnase: Wenn ein Igel jetzt weniger als 500 Gramm wiegt, braucht er Hilfe

Nils füttert abends noch die Stallhasen, da überquert ein Igel langsam den Weg zwischen Haus und Hasen. Als er näher tritt, duckt sich der Igel schnaufend hin. Um diese Jahreszeit bereiten sich die Tiere auf ihren Winterschlaf vor. Große Igel haben sich bereits ein passendes Versteck gebaut. Das kann ein großer Kompost- oder Reisighaufen sein, oder auch ein leerer Kaninchenstall. Den polstern die flinken Säugetiere mit Pflanzenmaterial aus. Wenn der Winter naht, muss ein Igel gut vorgesorgt haben. Ausgewachsene Igel wiegen 800 bis 1500 Gramm, also etwa soviel wie ein großes Brot. Vor dem Winter dürfen sie ein bisschen pummelig aussehen. Denn während des langen Schlafs von rund vier Monaten wachen sie nur selten auf und leben allein von ihrem Körperfett. Das schaffen sie, weil ihre Atmung und ihr Herzschlag viel langsamer werden und ihre Körpertemperatur auf bis zu vier Grad absinkt. Der Trick klappt so gut, dass die Igel schon seit 20 Millionen Jahren auf der Erde leben. Viel länger als die Menschen.

Findet man jetzt einen Igel, der leichter als 500 Gramm ist, braucht er Hilfe. Manche Tiere suchen ein Ersatzheim, weil ihr Winternest zerstört wurde. Viele Igel haben auch Parasiten wie Flöhe. Wer 6000 bis 8000 Stacheln hat, hat eben Mühe mit der Körperpflege. Also nimmt Nils den schwachen Igel erst mal in der Jacke mit ins Haus. Als Soforthilfe bekommt er Katzenfutter. Ein Rührei ohne Gewürz würde auch gehen. Milch oder Obst dagegen nicht. Igel sind Fleischfresser und leben normalerweise von Würmern und Insekten. Nils möchte den Igel gern behalten und zusehen, wie er unter seinem Bett den Winter über schläft. Aber das geht nicht. Igel brauchen es im Winter kalt. Ein Platz auf Terrasse oder Balkon in einer regendichten und gepolsterten Holzbox ist besser. Doch bevor der Igel einschlummert, muss er noch ein bisschen bei Zimmertemperatur aufgepäppelt werden. Wie das geht, erklären Igelstationen den Gasteltern.

Kurt Volkmann vom Nabu ist seit 30 Jahren Igelvater in Köpenick. 5000 Tierchen hat er in seiner Igelstation durch die Berliner Winter gebracht. Er befreit Igel vor allem von gefährlichen Darm- und Lungenparasiten "damit der Igel nicht nur überlebt, sondern auch gesund entlassen werden kann", sagt er. In Igelstationen kann man lernen, was ein Igel an Futter, Wasser und Auslauf braucht und wie man ihn jetzt an die Kälte gewöhnt und im Frühjahr daran, sich wieder selbst von Spinnen, Asseln und Würmern zu ernähren. Im Sommerauslauf der Kaninchen hat Nils' Igel für den Winter nun einen trockenen, geschützten Platz und Auslauf. "Damit der Igel das Rumlaufen nicht verlernt, sonst findet er auf müden Hinterbeinen im nächsten Frühjahr ja nichts", erklärt Kurt Volkmann.

Die meisten Igelstationen sind bereits belegt, helfen aber mit Anleitung und Kontakten zu Gastfamilien. Igelstationen: Köpenick Tel. 657 18 34; Neuenhagen Tel. 03342- 20 11 09; Heiligensee Tel. 431 23 03; Hermsdorf Tel. 404 94 09; Britz Tel. 703 67 32; Konradshöhe Tel. 431 41 44.

Quelle: T. Riens
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