Kino
Abenteuer Film: Ein 14-Jähriger und seine große Rolle
Spannung, Streiche und zwei dicke Freunde: "Tom Sawyer" läuft jetzt im Kino - die Hauptrolle spielt der 14-jährige Louis Hoffmann
Von Annette Kuhn
Die Rolle des Tom Sawyer zu spielen, fiel Louis Hofmann nicht schwer. "Ich habe viele Eigenschaften, die er auch hat", sagt der 14-jährige Schauspieler aus Köln. "Ich bin frech, immer gut für etwas Neues - und manchmal auch ein bisschen faul." Tom hat immer eine Idee, wie er sich vor der Arbeit drücken kann. Zum Beispiel als er den Zaun von Tante Polly streichen soll, und er diese eigentlich als Strafe gemeinte Aufgabe als so etwas Tolles darstellt, dass sich schließlich sein Freund Ben darum reißt. Diese Szene hat Louis Hofmann beim Dreh am meisten Spaß gemacht, "es war so leicht, jemand anderen zu veräppeln".
Der Waise Tom Sawyer, der bei seiner Tante Polly am Mississippi lebt, streunt am liebsten mit seinem Freund Huckleberry Finn herum. Dabei haben die beiden viel Spaß, beobachten aber eines Tages einen Mord und erleben, wie der Mörder die Tat einem anderen in die Schuhe schiebt. Jetzt ist der ganze Mut von Tom gefragt.
Bevor Louis die Hauptrolle in "Tom Sawyer" übernahm, habe er erst einmal das Buch gelesen. Ende August 2010 ging es dann los. Bis Mitte November wurde gedreht, von 50 Drehtagen war Louis an 49 Tagen dabei. Davor hatte er ein spezielles Coaching bekommen, wie das Leben um 1850 in Amerika aussah, also in der Zeit, in der die Geschichte von Tom Sawyer spielt, und wie die Menschen damals gesprochen haben. In den Sommerferien hatte Louis schon geübt, barfuß herumzulaufen, weil Kinder früher nur ein Paar Schuhe für sonntags hatten. "Aber beim Dreh hat es dauernd geregnet, das war trotzdem ganz schön eklig durch den Matsch zu laufen", erzählt er. Gewöhnt habe er sich daran aber schnell, schließlich ist er Profi. Seit fünf Jahren steht der Neuntklässler vor der Kamera, erst als Co-Moderator und seit fast drei Jahren als Schauspieler, Tom ist seine erste Hauptrolle in einem Kinderfilm. Auch in "Huck Finn", der im nächsten Jahr in die Kinos kommt, ist er wieder dabei.
Das Film-Team ist an zwölf verschiedene Drehorte gereist. Die Szenen am Mississippi wurden in der Nähe von Berlin, an der Havel, gedreht. Und sogar nach Rumänien ging es für zwei Wochen. Mit auf der Reise war immer ein Privatlehrer, der die insgesamt sieben Kinder unterrichte. So hat Louis eigentlich nichts verpasst in der Schule: "Trotzdem war es eine ganz schöne Umstellung, wieder in den Alltag zurückzufinden: Plötzlich musste ich wieder Hausaufgaben machen und mein Zimmer aufräumen."
Aber natürlich habe er sich auch gefreut, wieder zu Hause zu sein, Fußball zu spielen und zum Tricking-Training zu gehen. Tricking ist eine Mischung aus Kampfsport und Akrobatik. Ein Hobby, das Louis auch für den Film genützt hat. Zum Beispiel in der Schluss-Szene, als er sich mit seiner Freundin Becky vor dem fiesen Indianer Joe retten muss. Louis würde auch gern mal eine richtige Action-Rolle spielen - "vielleicht einen Kinderagenten", sagt er. Klar ist auf jeden Fall, dass er später Schauspieler werden will. Aber eigentlich ist er das ja heute schon.
135 Jahre alt ist das Buch "Tom Sawyer"
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