Natur und Umwelt
Lawinen: Gefahr in den Alpen
Freitag, 5. Februar 2010 12:12 - Von Bernhard MackowiakDie Winterferien bedeuten für viele eine schöne Zeit in den Bergen. Im Bereich ihrer schneebedeckten Hänge kann man herrlich wandern, snowboarden und skilaufen. Sie können aber auch zur tödlichen Gefahr werden, wenn sich plötzlich ihre Schneemassen in Bewegung setzen.
Sie rasen dann donnernd als Lawine zu Tal. Es ist eine weiße Wand und nicht wie in manchem Comic ein gewaltiger Schneeball. Was sich der Lawine in den Weg stellt, wird mitgerissen und schließlich unter ihrem sich meterhoch auftürmenden Schnee begraben.
Lawinen gibt es bei Tauwetter auch in der Stadt
Doch Lawinengefahr besteht nicht nur in den Bergen. Auch von heimischen
Dächern können Schneemassen in die Tiefe stürzen und Menschen verletzen.
Daher warnten bei uns nach den letzten Neuschneefällen Rundfunksender vor
möglichen Dachlawinen und herabstürzenden Eiszapfen. Die Feuerwehr rückte
mehrfach aus, um gefährlich überhängende Schnee- und Eismassen vorsorglich
zu beseitigen, bevor sie ins Rutschen kamen.
Berg- oder Dachlawinen entstehen durch die gleichen Bedingungen: ein stark geneigter Hang (20 Grad und mehr); keine feste Verbindung der Schneeschichten untereinander und etwas, das ihr Fließen auslöst. Das kann der Tritt oder Ruf eines Menschen sein, das Zerschneiden der Schneedecke durch Skifahren - selbst der Tritt einer Gämse reicht aus. Die meisten Lawinen werden allerdings von leichtsinnigen Menschen verursacht, nur ein ganz geringer Teil bricht von allein ins Tal.
Besonders steigt die Lawinengefahr, wenn es schnell warm geworden ist, nach starken Schneefällen und bei Wind. Diese Wetterlagen gab es in den letzten Wochen in Berlin. Diese Bedingungen bestimmen auch, ob eine Lawine als Staubschnee- (auch Lockerschneelawine) oder Nassschneelawine (Schneebrettlawine) zu Tal rast. Im letzten Fall haben Menschen nur eine geringe Überlebens-Chance. Der Nassschnee kann Tonnen wiegen. Oft liegen die Verschütteten metertief begraben. Sie müssen schnell gefunden werden, denn der Körper kühlt schnell aus.
Lawinenwarndienste sammeln Daten
Damit solche Unglücke nicht passieren gibt es Lawinenwarndienste: Automatische Messstationen ermitteln Schneehöhe und Temperatur, Windrichtung und Sonneneinstrahlung; Förster, Bergführer, ja auch Pfarrer liefern Daten, wie die Schneedecke einzuschätzen ist. Aus all diesen Daten entsteht ein tägliches sogenanntes Lawinenbulletin. Es umfasst verschiedene Gefahrenstufen und wird mit dem Wetterbericht bekannt gegeben. Man kann es auch vor einer Tour einsehen.
Ist eine Lawine abgegangen, heißt es für die Bergwacht und ihre Rettungsdienste schnell handeln: Rettungstrupps und Hubschrauber machen sich auf den Weg zur Unglücksstelle. In einer Reihe nebeneinander gehend, lauschen sie nach Signalen eventuell mitgeführter Sender (Lawinenpiepser), stochern vorsichtig mit 1,80 bis 3,50 Meter langen Stangen (Sonden) in den Schneemassen, Rettungshunde unterstützen sie. Alle hoffen, den oder die Verschütteten zwar unterkühlt, vielleicht auch verletzt, aber lebend zu finden.
Erschienen am 30.01.2010





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