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22.08.11

Fit für Schönefeld

Die Luftfahrtbranche wirbt um Fachkräfte

Jobmotor Großflughafen: Der Ausbau Schönefelds soll der Region bis zu 40000 neue Stellen bringen. Rund 30 Aussteller laden zum Ausbildungs- und Studientag.

© Christian Kielmann
Juliane Gnädig und Axel Erich sind mitten in ihrer Ausbildung zum Fluggerätemechaniker bei Trainico in Wildau
Juliane Gnädig und Axel Erich sind mitten in ihrer Ausbildung zum Fluggerätemechaniker bei Trainico in Wildau

Schon jetzt sind die Berliner Flughäfen eine der wichtigsten Arbeitsstätten in der Region Berlin-Brandenburg. Rund 18000 Menschen sind in Tegel und Schönefeld beschäftigt. Ab 3. Juni 2012 wird der gesamte Flugverkehr auf dem neuen Flughafen Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld konzentriert. "Mit der Eröffnung des BER wird die Zahl der Beschäftigten am Großflughafen auf etwa 20000 steigen – unter anderem durch die Zunahme des Flugverkehrs, mehr Shoppingmöglichkeiten und zusätzliche Gastronomieangebote", sagt Leif Erichsen, Sprecher der Berliner Flughäfen. "Der neue Flughafen bringt der Region bis zu 40000 neue Jobs." Der Gesamtbeschäftigungseffekt steige von 33000 auf 73000 Arbeitsplätze.

Täglich zwei neue Jobs

"Der Flughafen schafft Jobs in allen Segmenten, bis hin zu hochqualifizierten Arbeitsplätzen in der Flugzeugwartung", so Erichsen. "Schon heute entstehen jeden Tag zwei neue bleibende Jobs.

Ein Dreivierteljahr vor Eröffnung des neuen Flughafens hat die Fluglinie Air Berlin mit wöchentlich 9000 Anschlussverbindungen einen neuen Höchststand erreicht. "Das Drehkreuz in Berlin funktioniert bereits und wir bauen es im Hinblick auf den Flughafen BER weiter aus", sagt Joachim Hunold, CEO der Airline.

Air Berlin startet derzeit ab der deutschen Hauptstadt unter anderem nach Bangkok, Dubai, Miami und New York. Bei der Ausschreibung von Stellen- und Ausbildungsangeboten arbeiteten die Berliner Flughäfen eng mit der Agentur für Arbeit zusammen. In der Airportworld (in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Schönefeld) kann man sich am 24. August, von 10 bis 17 Uhr, über Ausbildungsberufe und Studiengänge informieren, die für einen Job am Flughafen und im Flughafenumfeld qualifizieren.

Rund 30 Firmen, Hochschulen und Institutionen aus dem technischen, kaufmännischen und operativen Bereich stellen sich vor. Mit dabei sind neben den Berliner Flughäfen Rolls-Royce Deutschland, die Marché Restaurants, Hotels wie das InterCity Berlin-Brandenburg Airport oder das Dorint, Globe Ground (Vorfeldabfertigung), die Deutsche Flugsicherung und Air Berlin, aber auch die Technische Hochschule Wildau, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus, das Hauptzollamt Potsdam, die Bundespolizei und der Zivilbereich der Bundeswehr. Auszubildende werden von Rolls-Royce etwa für den Beruf Fluggerätemechaniker (Fachrichtung Triebwerkstechnik) gesucht. Air Berlin benötigt angehende Kaufleute für Bürokommunikation und Luftverkehrskaufleute. Das Hauptzollamt und die Bundespolizei stellen Anwärter für den mittleren und gehobenen Dienst ein.

Großen Bedarf gibt es auch im Hotel- und Gaststättengewerbe: Marché bildet für die Systemgastronomie aus, die Neue Dorint GmbH sucht Hotelfachleute und Köche. "Wir rechnen mit rund 2000 Besuchern", sagt Clarissa Schmidt, Sprecherin der Agentur für Arbeit, Potsdam. "Die Unternehmen sind nicht nur da, um sich zu präsentieren", betont Schmidt. "Sie wollen wirklich Auszubildende rekrutieren."

Wer lieber studieren möchte, ist an einer der rund 20 Hochschulen im Umfeld des Flughafens gut aufgehoben. Die Technische Hochschule Wildau orientiert sich mit den innovativen Disziplinen Aviation Management, Telematik, Luftfahrttechnik/Luftfahrtlogistik, Logistik und Biosystemtechnik/Bioinformatik am steigenden Fachkräftebedarf der Region. Auch die Brandenburgische Technische Universität in Cottbus (BTU) bietet ein breites Spektrum an Studiengängen im natur- und ingenieurwissenschaftlichen Bereich – im Vollzeitstudium oder auch berufsbegleitend.

Ergänzt wird die Messe durch ein Vortragsprogramm. So werden um 10.30 Uhr die Berliner Flughäfen über Berufe am Airport referieren, um 11.30 Uhr informiert die Vereinigung der Dienstleister an Deutschen Flughäfen e.V. über Tätigkeiten "vom Check-in bis zum Take-off" und um 14.30 Uhr berichtet die Pilotenvereinigung "Young Pilots" über den beruflichen Alltag über den Wolken. Eine Anmeldung für den Ausbildungstag oder die Vortragsreihe ist nicht erforderlich.

Umschulung auf Luftfahrt

Speziell auf die Branche zugeschnittene Ausbildungen, Umschulungen und Weiterbildungen bietet auch die Firma Trainico im Lufthansa-Trainingszentrum am Standort Schönefeld. Zu Tourismus- und Luftverkehrskaufleuten, Servicekaufleuten im Luftverkehr, Fluggerätemechanikern und -elektronikern können Interessierte, die die Voraussetzungen erfüllen, sich etwa umschulen lassen. Fortbildungen gibt es zum Flugzeugabfertiger, Ramp Agent oder Aircraftspezialist.

Für Flugbegleiterlehrgänge steht eine Teilkabine eines Airbus A 320 bereit, eine Lehrwerkstatt für die Technische Ausbildung macht das Arbeiten an den unterschiedlichsten Flugzeugbauteilen möglich. Durch praktische Einsätze während ihrer Ausbildung erhalten die Teilnehmer Einblick in ihr künftiges Berufsleben.

Ob technisch, kaufmännisch oder am Gast: Die Beschäftigung mit Englisch als internationaler Sprache der Luftfahrtbranche und als Kommunikationsgrundlage sollte für alle Interessenten an Airport-Jobs Pflicht sein.

Jobbörse airportworld : Das Besucherzentrum kurz vor der Zufahrt zum Flughafen Berlin-Schönefeld informiert mit Modellen, Schautafeln, Film- und Vortragsreihen zum Thema BER. In der Jobbörse kann man sich über Stellenangebote informieren. Auch die Agentur für Arbeit und Zeitarbeitsfirmen suchen dort Fachkräfte. Geöffnet: täglich außer Sonnabend 10-18 Uhr. Am 24. August (10-17 Uhr) stellen sich dort rund 30 Firmen aus dem Flughafenumfeld vor.

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