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10.09.10

Zimmermann

Der Zimmermann braucht eine räumliche Vorstellung

Zimmermann zu sein oder zu werden, das bedeutet harte Arbeit. Denn der alte, traditionelle Handwerksberuf erfordert nicht nur körperliche Fitness und den Umgang mit schweren Baustoffen wie Holz, sondern auch viel Eigenverantwortung.

Was macht eigentlich ein Zimmermann? Einfach gesagt: Der Zimmermann oder auch Zimmerer fertigt Holzkonstruktionen und Holzbauten am Bau, beispielsweise Dachstühle und Fachwerkbauten. Auch im Innenausbau sind Zimmerleute tätig und stellen unter anderem Holztreppen her, montieren Wandverkleidungen und Trennwände.

Die Ausbildung zum Zimmerer dauert drei Jahre und ist in zwei Stufen gegliedert. Nach Abschluss der ersten Stufe (zwei Jahre) ist man gelernter Ausbaufacharbeiter, die zweite Stufe dauert ein Jahr. Für den Beruf sollte man ein gutes räumliches Vorstellungsvermögen haben, körperlich fit sein und gut zeichnen und rechnen können. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in Handwerksbetrieben (zum Beispiel Zimmereibetrieben) und in der Industrie (zum Beispiel im Fertighausbau).

Anforderungen an einen Zimmermann

Ein Zimmermann muss nach Bauzeichnungen arbeiten können. Kenntnisse der Bauerrichtung- und Bauplanung, und vor allem Kenntnisse um das Material Holz. Die Beschäftigung findet – hauptsächlich in Klein- und Mittelbetrieben – in Zimmereien, Holzbaubetrieben sowie Hoch- und Tiefbauunternehmen statt. Der Arbeitsmarkt für Zimmerleute ist natürlich von der Baukonjunktur abhängig, und damit auch meist saisonellen Schwankungen unterworfen. Das Bauwesen erfordert auch die Bereitschaft zu Montagearbeit.

Zimmerleute arbeiten fast ausschließlich gemeinsam, hohe Teamfähigkeit ist notwendig, aber auch hohe Eigenverantwortung. Zimmererarbeit ist körperliche Schwerarbeit, weswegen der Anteil der Frauen in diesem Beruf relativ gering ist. Das Arbeitsumfeld umfasst den Umgang mit schweren Baustoffen (Heben, Tragen) und Maschinen, die Außenarbeit und Wetterbelastung (Hitze, Kälte, Nässe), sowie Höhenarbeit. Insgesamt besteht wie in den meisten Bauberufen zusätzlich Schmutz-, Staub- und Lärmbelastung sowie eine erhöhte Verletzungsgefahr. Darum sollten bei den Interessenten eine robuste Gesundheit und körperliche Belastbarkeit, Körperkraft sowie Beweglichkeit, Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorhanden sein.

In früheren Zeiten war nahezu jeder Hausbesitzer auch ein Zimmermann, da er sich sein Haus meist selbst zimmern musste. Als sich später die Berufe mehr und mehr spezialisierten, wurde auch der Zimmererberuf eigenständig. Durch die Herausbildung von Zünften und der damit einhergehenden Qualitätssicherung von besonders wichtigen Arbeitstechniken (Dachausmittlung, Schiftung oder Vergatterung) im Mittelalter wurde der Zimmermann, vor allem in der Stadt, unentbehrlich.

Eine Blütezeit des Zimmererhandwerkes war sicherlich das Mittelalter mit seinen gewagten großen städtischen Fachwerkbauten. Beispiele sind vor allem das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim, das Rathaus in Wernigerode sowie die gesamte Altstadt von Quedlinburg, die zum Weltkulturerbe gehört.

Die Zimmerleute sind im heutigen Bauhandwerk eine der wenigen Berufsgruppen, die regional noch sehr viel Wert auf ihre Traditionen legen, insbesondere auf die Wanderjahre ("Walz"), Vor allem die Schächte pflegen dieses alte Brauchtum. Die Kluft der Wanderburschen ist Manchesterjacket und -weste, Schlapphut, Stenz und Bündel. Heute dürften nach Schätzungen nur noch einige Hundert pro Jahr in Europa und Übersee unterwegs sein.

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