Immobilienmakler
Eine Ausbildung um Immobilienmakler ist nicht vorgeschrieben
Die Immobilienmakler des Immobilienverbandes Deutschland haben laut einer Forsa-Umfrage die zufriedensten Kunden. Das sei dem Bundesverband zufolge das Ergebnis einer repräsentativen Befragung. Demnach würden 86 Prozent der mehr als 1000 Befragten ihren Immobilienmakler weiterempfehlen, mit dessen Hilfe sie eine Immobilie gekauft oder verkauft hatten. Der Verband vertritt die Interessen der Dienstleistungsberufe in der Immobilienwirtschaft und hat etwa 6000 Mitgliedsunternehmen. In ihm ist etwa die Hälfte aller deutschen Immobilienmakler organisiert.
Immobilienmakler gelten als Mittelsmann zwischen Angebot und Nachfrage einer Immobilie. Wer nicht die Zeit hat und das Fachwissen, kann einen Immobilienmakler mit der Suche, Bewertung, dem Kauf, Verkauf oder Mieten eines Objektes beauftragen. Die Berufsbezeichnung Immobilienmakler ist nicht geschützt.
Um als Immobilienmakler zu arbeiten, ist weder ein Nachweis über die fachliche Eignung oder eine berufliche Ausbildung nötig. Es kann also jeder ein Gewerbe als Immobilienmakler anmelden und betreiben. Dazu ist lediglich eine Erlaubnis nach § 34c der deutschen Gewerbeordnung nötig, die nur aufgrund von Vorstrafen wegen eines Kapitaldelikts oder einer ungeordneten finanziellen Situation abgelehnt werden kann. Auch deshalb weisen die Verbände auf die Qualität ihrer eigenen Makler hin, di ein der Regel über eine Ausbildung verfügen.
Es gibt verschiedene Arten, wie ein Immobilienmakler seine Kunden vertreten kann. Beim sogenannten Allgemeinauftrag kann der Auftraggeber auch noch weitere Immobilienmakler beschäftigen oder sogar selbst tätig werden. Bei einem Alleinauftrag kann der Kunde zwar ebenfalls weiterhin tätig werden, allerdings ist die Beauftragung anderer Makler ausgeschlossen. Ein sogenannter qualifizierter Alleinauftrag überträgt jegliche Abwicklung allein auf den einen Immobilienmakler.
Entlohnt wird der Immobilienmakler über eine Provision. Die Höhe muss zwar im Rahmen gesetzlicher Grenzen bleiben, kann aber grundsätzlich frei verhandelt werden. Sie orientiert sich an der Marktlage und dem Preis für die Immobilie. In der Regel erhält ein Immobilienmakler für die Vermittlung eines Immobilienverkaufs 3 bis 7 Prozent des Kaufpreises, bei privaten Immobilienvermietungen sind bis zu zwei Netto-Monatskaltmieten üblich zuzüglich der Mehrwertsteuer.
Viele Anbieter für die Ausbildung zum Immobilienmakler
Wer Immobilienmakler werden will, hat die Wahl zwischen verschiedenen Ausbildungswegen. Es gibt Fernlehrgänge bei einem privaten Anbieter, eine Ausbildung bei der IHK und Kurse an einer Akademie der Immobilienwirtschaft. Die Auswahl der richtigen Ausbildung sei angesichts der vielen Anbieter schwierig, wie es beim Immobilienverband Deutschland heißt.
Ein Einstiegsseminar zum Beispiel an einem Wochenende könnte eine erste Orientierung ermöglichen, sei aber für eine Tätigkeit als selbstständiger oder als angestellter Immobilienmakler nicht ausreichend. Dafür bedürfe es eines professionellen Lehrgangs am besten als Präsenzkurs, so die Empfehlung des Immobilienverbandes. Da für den Beruf die Praxis ebenso wichtig sei wie die Theorie, sollte die Ausbildung auch durch Experten vermittelt werden, die Erfahrungen aus dem beruflichen Alltag haben.
Um die Ausbildungskosten decken zu können, rät der Immobilienverband, Fördermöglichkeiten bei der Arbeitsagentur oder durch das Meister-BAföG nach dem Aufstiegsförderungsbildungsgesetz (AFBG) prüfen zu lassen. Dabei sei mitentscheidend, ob der Ausbildungsanbieter staatlich anerkannt ist.
Zum Grundwissen für Immobilienmakler zählt der Immobilienverband folgende Themen:
Maklerrecht, Grundstücksrecht, Grundbuchrecht, Grundzüge von Wohnungs- und Teileigentum, Bauträgervertrag, Mietvertrag, Baurecht und Baunutzungsrecht, Immobilien- und Unternehmenssteuern, Wertermittlung, Marketing, Wettbewerbsrecht und Anzeigengestaltung, Maklerkalkulation, Unternehmensführung und Vorgehensweise bei der Existenzgründung. Realistisch sei, dass dieser Lehrstoff in bis zu 120 Stunden vermittelt. Wer den ersten Lehrgang zum Beispiel zum Geprüften Immobilienmakler absolviert habe, könne später mit einem Kurs in Wertermittlung oder eine Ausbildung zum Immobilien-Fachwirt aufbauen. Der Immobilienverband Deutschland kooperiert bei der Ausbildung mit zwei Akademien: die Europäische Immobilien Akademie (EIA) und die Deutsche Immobilien Akademie (DIA).
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