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10.09.10

Buchhalter

Eine klassische Ausbildung zum Buchhalter gibt es nicht

Der b.b.h. Bundesverband für selbstständige Buchhalter und Bilanzbuchhalter freut sich über die konstant bleibende Zahl an Existenzgründern in seiner Branche. Der Berufsverband tritt seit 1997 für die Interessen seiner inzwischen mehr als 11 000 Mitglieder ein. Das ist vor allem in Deutschland wichtig, denn im Gegensatz zum Nachbarland Österreich ist die Berufsbezeichnung Buchhalter ohne weitere Zusätze hierzulande nicht geschützt.

Der Beruf des Buchhalters hat eine lange Tradition. Wissenschaftler konnten anhand von Steintafeln und Papyrusrollen beweisen, dass schon vor mehr als 5000 Jahren einfache Buchhaltungssysteme benutzt wurden. Schon damals nämlich wollten Kaufleute und reiche Familien einen Überblick über ihr Vermögen haben und beschäftigten deshalb eigene Buchhalter. Inzwischen ist jedes Unternehmen schon vom Gesetz her verpflichtet, von einem Buchhalter Bücher führen, Einnahmenüberschussrechnungen oder sogar Bilanzen erstellen zu lassen. Allerdings kann es sich bei weitem nicht jedes Unternehmen leisten, einen eigenen Buchhalter in Vollzeit zu beschäftigen. Deshalb beobachtet der b.b.h. Bundesverband seit einigen Jahren den Trend, dass sich immer mehr Buchhalter selbstständig machen. Mit eigenen Büros betreuen sie dann oft gleich mehrere Unternehmen.

Eine klassische Ausbildung bzw. eine Berufsausbildung zum Buchhalter gibt es nicht. Buchhalterische Tätigkeiten können von jedem ausgeübt werden, der über das entsprechende Fachwissen verfügt. Grundlage kann zum Beispiel eine kaufmännische Berufsausbildung oder ein wirtschaftswissenschaftliches Studium sein. Wer gleich zu Beginn der Ausbildung vorhat, später als Buchhalter zu arbeiten, sollte auch seinen Arbeitgeber von seinen Zielen in Kenntnis setzen. Auf diese Weise hat der Arbeitgeber die Chance, seine Personalplanung darauf auszurichten und den Auszubildenden überwiegend in der Buchhaltung zu beschäftigen.

Buchhalter haben die Aufgabe, die Finanzdaten aus dem Geschäftsverkehr eines Unternehmens mit Kunden oder Lieferanten in Geschäftsbücher einzugeben, zu kontrollieren und am Ende einer Rechnungsperiode in der Finanzbuchhaltung den Jahresabschluss vorzubereiten. Sie verfassen Steuererklärungen, Lohnabrechnungen und manchmal auch Verzollungserklärungen. Wirtschaftsgüter des Unternehmens werden vom Buchhalter in einer sogenannten Anlagenbuchhaltung erfasst. Buchhalter liefern ebenso die für das Controlling nötigen Zahlen und stellen Informationen für die Geschäftsleitung zusammen.

Buchhalter sind in den meisten Fällen als kaufmännische Angestellte tätig. Voraussetzung für eine solche Anstellung in einem Unternehmen ist in Deutschland fast immer eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung, die mit dem Kaufmannsgehilfenbrief abschließt.

Wie Buchhalter durch Fortbildungen aufsteigen können

Über Fortbildungen ist es Buchhaltern möglich, auf der Karriereleiter nach oben zu steigen. Sie können sich in etwa 780 Unterrichtsstunden zum Geprüften Bilanzbuchhalter ausbilden lassen: entweder in Vollzeit, berufsbegleitend oder mit einem staatlich geprüften Fernlehrgang. Die Abschlussprüfung kann von der Industrie- und Handelskammer oder der Handwerkskammer abgenommen werden. Buchhalter, die sich für eine solche Ausbildung entscheiden, können zur Finanzierung der Fortbildungskosten und Prüfungsgebühren Leistungen über das sogenannte Meister-BAfög beantragen.

Haben Buchhalter die Ausbildung zum Geprüften Bilanzbuchhalter hinter sich, erweitern sich die Aufgabenbereiche. Sie erstellen dann auch Kosten- und Leistungsrechnungen, Zwischen- und Jahresabschlüsse, Lageberichte nach nationalem Recht, Abschlüsse nach internationalen Standards, beherrschen das Steuerrecht und die betriebliche Steuerlehre, können Zahlenwerke für Managemententscheidungen auswerten und interpretieren.

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