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Wildtiere

Hotel bittet um Diskretion für Waschbär Alex

Irgendwann will jeder einmal seine Ruhe haben. Auch und gerade dann, wenn er in einem Vier-Sterne-Hotel lebt. Auch wenn man ein Waschbär ist. Muss man doch verstehen. Das geht Brad Pitt und Angelina Jolie schließlich nicht anders.

In Brandenburg werden Waschbaeren zunehmend zum Problem
Foto: DDP
Waschbär "Alex", hier ein Verwandter, steht jetzt unter dem Schutz des Park-INN-Hotels am Alexanderplatz. Das bittet um Ruhe für seinen außergewöhnlichen Gast - und gewährt ihm uneingeschränktes Bleiberecht.

Und da dies so ist, bittet das Hotel Park Inn darum, dass der Rummel um den Waschbären Alex, der vor wenigen Wochen in die Tiefgarage des Hotels am Alexanderplatz eingezogen war, zurückgefahren wird: „Alle unsere Gäste - ob zwei oder vier Beine - genießen den Schutz der Privatsphäre und die Diskretion des Hotels. Dies gilt auch für Alex“, sagt Thomas Hattenberger, Direktor im Park Inn.

Alex erhält unbegrenztes Bleiberecht – Kost und Logis frei: „Er darf bleiben, so lange es ihm hier gefällt.“ Das Management akzeptiere die Entscheidung des Senats, dass der Waschbär nicht gewaltsam aus dem Parkhaus entfernt werden darf – wenn auch Hattenberger nach wie vor Zweifel an der langfristigen, artgerechten Haltung hegt.

Zugleich hat das Hotel nun die Suche nach einer neuen Unterkunft aufgegeben. „Wir haben die Suche zunächst eingestellt und setzen nun alles daran, unserem VIP-Gast den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten“, so Hattenberger weiter.

Derk Ehlert, der Wildtierbeauftragte des Senats, hatte vor kurzem festgestellt, dass es sich bei dem Tier um ein etwa einjähriges und gesundes Männchen handelt. Wie Ehlert herausfand, hält sich der Waschbär auf allen Ebenen des Parkhauses auf. Bei einem Rundgang entdeckt Ehlert 40 bis 50 mögliche Schlupflöcher. Seine Nahrung suche sich das Tier außerhalb, im Parkhaus selbst habe man weder Essensreste noch Losungen finden können. Dagegen zeigten die Mülltonnen in der Umgebung Kratzspuren.

Charakteristisch für die kleinen Allesfresser sind der buschige schwarz-braun geringelte Schwanz und die schwarze Gesichtsmaske. Waschbären leben vorwiegend in Wäldern oder Stadtrandgebieten, werden aber auch zunehmend in Städten gesichtet, wo sie sich von Grünabfällen und Hausmüll ernähren. Daher plädierte der Experte plädierte an die Berliner, das Tier nicht zu füttern und handzahm zu machen. Wildtiere im Stadtgebiet seien keine Seltenheit.

Und wenn sich Alex weiterhin wohlfühlt, kann sich das Hotel womöglich auf Zuwachs einstellen. Denn im Winter wird der Waschbär sich auf die Suche nach einem Weibchen machen.

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