28.07.09

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Der Palast der Republik ist abgerissen

Ein Bagger hat die letzten Reste des Palastes der Republik niedergerissen. Am Vormittag fiel nach tagelanger Verzögerung das letzte Treppenhaus. Der Projektleiter ist erleichtert. Nun folgt ein Jahr der Provisorien auf dem Schlossplatz.

Foto: www.euroluftbild.de

Auf dieser Brachfläche stand einst der Palast der Republik.

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Der Palast der Republik ist komplett abgerissen: "Jetzt kann man von Unter den Linden bis zum Roten Rathaus gucken", sagte Bauleiter Michael Möller. Am Dienstag war noch ein letztes Mal der große Abrissbagger mit seinem 40 Meter langen Greifarm und der "Knabberzange" gefordert, bevor mit dem Abtransport der Schuttreste und dem Planieren des Schlossplatzes ein wichtiger Schritt in die neue Zukunft der Hauptstadt getan wurde.

Ursprünglich waren für den Abriss des 180 Meter langen und 32 Meter hohen Palastes 12 Millionen Euro kalkuliert worden. Für die aufwendige Asbestbeseitigung kamen dann noch 20 Millionen Euro hinzu, so dass der Palast-Abriss insgesamt 32 Millionen Euro kosten wird, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angab.

"Wir sind sehr froh, dass die Arbeiten so gut geklappt haben und es auch keine Verletzten gab", sagte ein hörbar erleichterter Projektleiter Möller am Dienstag. Die "technisch anspruchsvollste" Phase der Abrissarbeiten sei das Herablassen der

120 Tonnen schweren, sieben Meter hohen und 100 Meter langen Stahldachträger über dem großen Saal gewesen, erinnerte sich der Bauleiter. Er war von Anbeginn der Abrissarbeiten im Januar 2006 dabei. Jetzt übergibt er das Areal "besenrein" an den Landschaftsbauer, der den Schlossplatz bis zum Beginn des Wiederaufbaus des Stadtschlosses 2010 begrünen und als Erholungsfläche für die Hauptstädter gestalten soll.

Im kommenden Jahr soll auch der Bundestag über den von einer Jury ausgewählten Entwurf des italienischen Architekten Francesco Stella für das Humboldt-Forum auf dem Schlossplatz entscheiden. Ab 3. Dezember sind seiner, aber auch die im Wettbewerb gescheiterten Entwürfe, im Kronprinzenpalais Unter den Linden zu sehen.

Der Schlossplatz als archäologische "Fundgrube"

Bis zum Baubeginn soll das Areal nun laut Bauverwaltung unter anderem mit begehbaren Holzstegen, Sonnendecks und Sportrasenflächen zum Verweilen einladen. Ab Mitte 2009 werde es demnach für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen.

Bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums mit den barocken Schlossfassaden 2010 kann der Platz auch als archäologische "Fundgrube" mit den freigelegten historischen Resten des Stadtschlosses und alter Klosteranlagen genutzt werden. Erst kürzlich waren auf dem Areal die Kunsthalle auf Zeit und der benachbarte und nach altem Vorbild wiederhergestellte Schinkelplatz der Öffentlichkeit übergeben worden. Auch die Planungen für einen künftigen U-Bahnhof Schlossplatz der Linie vom Hauptbahnhof zum Alexanderplatz müssen an diesem Ort berücksichtigt werden.

Informationstafeln auf dem Schlossplatz geben Auskunft über die Geschichte des Ortes, den Abriss des Palastes der Republik und die Planungen zum Humboldt-Forum an dieser Stelle. Dazu ist auch eine so genannte Humboldt-Box geplant, ähnlich wie beim Bau des Potsdamer Platzes eine Info-Box die Besucher über das Geschehen informierte. Außerdem informiert der private Förderverein über die historische Rekonstruktion der Schlossfassade des früheren Hohenzollernschlosses, dessen Kriegsruine 1950 in der DDR gesprengt wurde.

Nun kommen erst einmal tonnenweise Sand

Bis zum Frühjahr 2009 wird jetzt die sogenannte Palastwanne, also die ausgehobenen Bodenfundamente, mit Sand gefüllt und bis zum Baubeginn des Humboldt-Forums 2010 mit Spiel- und Sportrasen bedeckt. Der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals wird als "herausgehobene Terrasse akzentuiert" und stehe "für kulturelle oder anderweitige Freizeitaktivitäten zur Verfügung", hieß es. Auf der Terrasse, der früheren sogenannten Schlossfreiheit direkt an der Spree, ist auch die Errichtung des vom Bundestag beschlossenen nationalen Einheits- und Freiheitsdenkmals geplant.

Der Palast der Republik war zu DDR-Zeiten nicht nur Sitz der Volkskammer, sondern auch als Treffpunkt für Konzerte oder als Adresse zum Ausgehen beliebt. Er entstand auf dem Gelände des Hohenzollernschlosses. Der am 23. April 1976 eröffnete Palast galt als Visitenkarte des Sozialismus. Während seine Gegner den Palast als Schandfleck in Berlins historischer Mitte und als abrissreife Ruine sehen, hat ihn die Kunst- und Kreativszene für die Zwischennutzung entdeckt. Die Ruine mit dem abmontierten DDR-Emblem am Spreeufer wurde zum Schauort von 900 Kunst-Events, darunter eine Castorf- Inszenierung von "Berlin Alexanderplatz".

Quelle: dpa/afp/sh
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Palast oder Schloss Der Palast der Republik ist Geschichte - was sollte auf dem Berliner Schlossplatz gebaut werden?

  • 24%
    Der Palast der Republik hätte erhalten werden müssen
  • 55%
    Die Rekonstruktion des Berliner Schlosses
  • 6%
    Ein moderner Neubau ohne historische Bezüge
  • 10%
    Eine Grünanlage
  • 3%
    Etwas ganz anderes
  • 3%
    Ist mir egal
Abgegebene Stimmen: 7.965
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