5. November
Schweinegrippe-Todesfall führt zu Strafanzeige
In Berlin ist erstmals ein mit dem Schweinegrippe-Virus infizierter Patient gestorben. Nach Informationen von Morgenpost Online handelt es sich um einen 40-jährigen Syrer. Seine Hinterbliebenen klagen über mangelnde Versorgung im Krankenhaus und fordern Konsequenzen.
Von Axel Lier
Die Familie des 40 Jahre alten Berliners Yacoub K., der mit dem Virus H1N1infiziert und am Montag verstorben war, hat bei der Polizei Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung gegen Unbekannt gestellt. Dies bestätigte ein Polizeisprecher Morgenpost Online. In der Strafanzeige, die K.s Bruder Yousef am 2. November gestellt hatte, schildern die Angehörigen, dass es dem 40-Jährigen im Krankenhaus zusehen schlechter gegangen sein soll und kein Arzt zur Hilfe gekommen sei.
Die Sicherheitsbehörde hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet und bei der Staatsanwaltschaft eine Obduktion angeregt. Die Ergebnisse dazu liegen noch nicht vor. Yacoub K. soll vermutlich am Freitag obduziert werden. Die Behörden wollten dies aber nicht bestätigen und machten auch keine weiteren Angaben zur Person.
Nach Informationen von Morgenpost Online handelt es sich bei dem verstorbenen Yacoub K. um einen Syrer aus Tiergarten. Er und seine Frau Bercin haben drei Kleinkinder. Beide sind Mitglieder der Aramäer, einer syrischen christlich-orthodoxen Gemeinde. In seiner Freizeit spielte der 40-Jährige in der Senioren-Abteilung Fußball.
Der Patient war am Freitag mit einer entzündlichen Lungenerkrankung aufgenommen worden. Der Verlauf der Erkrankung sei nach Angaben des Krankenhauses zunächst nicht ungewöhnlich gewesen. Er sei dann überraschend an Herz-Kreislauf-Versagen gestorben.
Erst am Mittwoch war klar, dass er mit H1N1 infiziert war. Da lagen die Laborergebnisse des Test vor, den das Krankenhaus am erst Sonntag gemacht hatte.
Die Berliner Bezirke bieten telefonische Beratungen zur Impfung gegen die Schweinegrippe an - bevorzugt richtet sich die Hotline an Ärzte, Notdienste, Schwangere und Kranke. Erreichbar sind die Beratungsstellen sind erreichbar: montags, dienstags, mittwochs und freitags von 9 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 18 Uhr. Die Telefonnummern:
- Charlottenburg-Wilmersdorf: 902916661
- Friedrichshain-Kreuzberg: 902988367
- Lichtenberg: 902964900
- Marzahn-Hellersdorf: 902933100
- Mitte: 901845123
- Neukölln: 68092666
- Pankow: 902952869 und 902952939
- Reinickendorf: 902945030
- Spandau: 902794400
- Steglitz-Zehlendorf: 902992233
- Tempelhof-Schöneberg: 902777100
- Treptow-Köpenick: 902974772
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