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Echte Magie im Labor

 Die Potter-Manie erreicht jetzt, eine knappe Woche bevor der siebte und letzte Harry-Potter-Band erscheint, ihren Höhepunkt.

 Die Potter-Manie erreicht jetzt, eine knappe Woche bevor der siebte und letzte Harry-Potter-Band erscheint, ihren Höhepunkt. Wird Harry sterben? Werden Ron und Hermine schließlich zueinanderfinden? Für mich als Wissenschaftsredakteur gibt es aber nur eine Frage: Kann Potters Magie jemals mit den Vernunftgesetzen der Wissenschaft vereint werden? Und ich bin hocherfreut zu berichten, dass die Wissenschaft der Muggel gegenüber dem merkwürdigen Phänomen von Hexerei und Verzauberungen und Flüchen schnell aufholt.

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Gedächtnisschwund

Wenn Harry und seine Freunde "Obliviate" rufen, stoßen sie eine Zauberformel aus, die die Erinnerung löschen kann. Im Lauf der Jahre hat diese Hirnverwünschung dem Zaubereiministerium ermöglicht, seine geheime Welt vor der der Muggel zu verbergen. Wie neulich jedoch berichtet wurde, gibt es die "Amnesie-Pille" auch in der richtigen Welt: Karim Nader und sein Team von der kanadischen McGill-Universität haben erst kürzlich bewiesen, wie einige Medikamente die Erinnerung an traumatische Erlebnisse dämpfen können. Nun scheint es, dass diese Gedächtniskiller eines Tages auch gezielt gegen ganz konkrete Erinnerungen angewendet werden könnten. Eine Studie von André Fenton und seinen Kollegen der State University in New York zeigt, dass die Vernichtung von speziellen Bereichen des Gedächtnisses eine wissenschaftliche Tatsache ist. Die Forschergruppe entdeckte einen entscheidenden Teil des komplexen Mechanismus', der Erinnerungen speichert. In dem sie ein einziges Molekül dieser Hirnregion blockierten, gelang es ihnen, das Langzeitgedächtnis auszuradieren.

Unsichtbarkeit

Fortschritte wurden auch bei Tarnumhängen und Wegzaubereien erreicht. In Fachmagazinen haben Mathematiker vier verschiedene Theorien für die Unsichtbarkeit. Dieses Jahr hat eine Forschergruppe J. K. Rowlings Vision realisiert, indem sie per Computersimulation zeigten, wie ein Tarnumhang in geschlossenen Räumen funktionieren würde. Die Studie des Briten Sir John Pendry im Imperial College London und seiner amerikanischen Kollegen zeigte, wie eine Tarnkappe im realen Leben funktionieren könnte: Die Lichtstrahlen würden, so wie eine Fluss um einen glatten Fels umfließt, um das zu versteckende Objekt herumgeleitet. Im Prinzip könnte die neue Tarnkappe durch die Verwendung von sogenannten Metamaterialien realisiert werden. Materialien also, deren Struktur bis ins kleinste Atom hinein verändert werden kann, sodass sie sich dem entsprechenden Lichteinfall anpassen könnten. Sir John, die Antwort der Muggel auf den Zauberer Albus Dumbledore, glaubt fest daran, dass Licht auf diese Art "verformt" werden kann. Allenfalls eine Reflexion oder einen Schatten bleibe vom Gegenstand zu sehen. Auch Sébastien Guennau und seine Kollegen von der Universität Liverpool berichteten im Fachmagazin "Optic Letters", dass sie einen Computer verwendet hatten, um zu zeigen, wie Metamaterialien bestimmte Objekte schon auf kurze Entfernung unsichtbar machen können. Vom realen Experiment mit echten Tarnumhängen sind wir damit nur noch einen Schritt entfernt. Wie auch immer, muss Hexenmeister John hinzufügen: "es ist ein kleiner Unterschied, eine bahnbrechende neue Theorie über mögliche Tarnkappen zu entwickeln - oder ob man tatsächlich welche herstellt und verkauft. Bis dahin ist es noch ein harter Weg."

Gliedmaßen wachsen lassen

Als Gilderoy Lockhart alle Knochen aus Harrys Arm entfernt hatte, gab ihm Madam Pomfrey eine Dosis "Skele-Grow", um sein Skelett wieder aufzubauen. Forscher suchen rastlos nach Möglichkeiten, um abgetrennte Finger, ja ganze Arme oder Beine wieder nachwachsen zu lassen. Nun, mit der Entdeckung eines bestimmten Stammes von Mäusen, vermutet auch das Institut Murphy Roth's Large, dass dieser Traum sich verwirklichen lassen könnte. Im Verlauf einer Studie zur Immunabwehr entdeckte Professor Ellen Heber-Katz vom Wistar Institut in Philadelphia die herausragenden Fähigkeiten der Mäuse. Sie hatte herausgefunden, dass Mäuse, die ein kleines Loch ins Ohr gestanzt bekamen, dies nach einer Verabreichung von Medikamenten ungefähr nach einem Monat mit eigenem Gewebe wieder verschließen konnten. "Wenn Harry seine Schicksalsbegegnung mit Voldemort herauszögern könnte, könnten wir ihn eines Tages mit ,Regenisalve' versorgen, um drohende Verletzungen auszuheilen", sagt Professor Heber-Katz.

Schwerelosigkeit

NASA-Wissenschaftler würden ihre Seele verkaufen, um an Harrys Flugbesen zu kommen. Im Jahr 1992 schrieb der Russische Erfinder Evgeny Podlektnow in der Zeitschrift "Physica C", dass er im Teilbereich eines Raumes die Schwerkraft außer Kraft gesetzt habe. Die Maschinerie, die er dazu verwendete, bestand aus einem gekühlten, magnetisch gehaltenem Ring von superleitfähigem Keramikmaterial, 145 Millimeter im Durchmesser und 6 Millimeter dick. Angeregt von Podlektnows Arbeit betrachteten verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen seine Behauptungen etwas genauer, einschließlich die Universität von Sheffield, eine kanadische Forschergruppe und die Nasa. Martin Tajmar, Leiter der Abteilung für Weltraumantriebstechnik beim Österreichischen Forschungszentrum in Seibersdorf sagte, dass die Versuche nicht nachgestellt werden konnten. "Dennoch ist noch Raum für die Untersuchung von Gravitätseffekten im Umfeld von Supraleitern."

Ein weiterer erhebender Einblick könnte von dem neuen sogenannten Large Hadron Collider (LHC) kommen. Mit diesem größten Teilchenbeschleuniger aller Zeiten kann die Europäische Organisation für Kernforschung - die Cern in Genf - Atome kollidieren lassen. Brian Cox von der Universität Manchester ist einer aus der Armee von Physikern, die am LHC arbeiten werden und sagt schon heute: "Wir haben keine vollständige Theorie zur Schwerkraft und es ist gut möglich, dass der LHC neue Phänomene entdecken wird, die uns eine tiefere Sicht der Dinge erlauben.

Das weiterführende Buch des Autors,

"The Science of Harry Potter: How Magic Really Works", ist im Internetbuchhandel erhältlich

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