15.12.2012, 22:11

Ecuador Deutsche Touristin stirbt bei Vulkan-Besteigung

Foto: Quiz/Wikipedia

Die 34-jährige Frau aus Leipzig hatte versucht, allein einen Vulkan in Ecuador zu besteigen - obwohl Touren ohne Bergführer verboten sind.

Eine Touristin aus Leipzig ist in Ecuador tödlich verunglückt. Wie das Umweltministerium des südamerikanischen Landes mitteilte, fanden Bergungskräfte die Leiche der 34-Jährigen im Cotopaxi Nationalpark, 40 Kilometer südlich von der Hauptstadt Quito.

Die Urlauberin habe vermutlich versucht, Rumiñahui-Vulkan zu besteigen und sei dabei etwa 120 Meter tief abgestürzt, sagte ein Feuerwehrmann.

Die Frau wurde seit vergangenem Freitag vermisst. Wie die Behörden mitteilten, war sie entgegen der Vorschriften allein in dem Nationalpark unterwegs gewesen. Die Leiche sei auf Wunsch der deutschen Botschaft nach Quito gebracht worden.

Die Frau hatte Erfahrung im Bergsteigen, sagte Bergführer Jaime Gallardo. Mit ihm habe sie ursprünglich am Sonnabend vor einer Woche auf den 5898 Meter hohen Cotopaxi steigen wollen. Sie sei einen Tag vorher in den Nationalpark gefahren, um sich besser der Höhenluft anzupassen.

Der Rumiñahui-Vulkan (4721 Meter) sei nicht schwer zu erklimmen, erklärte Gallardo. Die Deutsche habe das bereits zweimal getan. Nur seien die Berghänge in Ecuador immer riskant, weil das Gestein sehr leicht abbröckele. Die Frau sei vermutlich von einem Berggrat auf dem wenig besuchten Südhang des Rumiñahui abgerutscht, erklärte der Bergführer, der an der Suche teilgenommen hatte.

Die Behörden hatten die Bergersteigung von Ecuadors 5000ern ohne Führer vor einem Monat verboten – nach einem Unfall am Vulkan Illiliza (5248 Meter), bei dem drei Menschen umgekommen waren. Einer von ihnen war im Nebel ausgerutscht und hatte die beiden mit ihm verseilten Freunde in einen Abgrund gezogen.

Die deutsche Reisende befand sich seit Anfang September in Ecuador, wo sie einen Sprachkurs und ein Praktikum in einer Reiseagentur machte. In einem Reise-Blog führte sie ausführlich Bericht über ihre Ausflüge in die Anden-Gebirge des südamerikanischen Landes. Sie hatte vor, den 12. Dezember auf einem Gipfel zu verbringen.

(dpa/mim)
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