16.08.13

Pannenflughafen

BER-Aufsichtsrat wohl für Teilstart des Hauptstadtflughafens

Der Vorschlag von BER-Chef Hartmut Mehdorn, den Flughafen BER schrittweise zu eröffnen, scheint sich im Aufsichtsrat durchzusetzen. Komplett fertig wird der Airport aber wohl erst 2015 sein.

Foto: picture alliance / ZB

Am 26. Juni 2011 beim „Tag der offenen Tür“ des künftigen Hauptstadtflughafens „BER“, gingen Verantwortliche wie Besucher noch davon aus, dass der neue Flughafen im Juni 2012 eröffnet wird.

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Bei der Aufsichtsratsitzung des künftigen Hauptstadtflughafens zeichnet sich ein Beschluss für eine Teileröffnung ab. Nach Informationen des Senders RBB aus Kreisen des Gremiums wird es am Freitagnachmittag eine Mehrheit für das Konzept des Flughafenchefs Hartmut Mehdorn geben.

Die Kontrolleure halten demnach einen "kleinen Probebetrieb" im Nordflügel des Abfertigungsgebäudes für sinnvoll. Termine wurden nicht genannt.

Mehdorn will am Nordpier im kommenden Jahr so früh wie möglich mit bis zu zehn Flügen und maximal 1500 Passagieren am Tag starten und so die Abläufe im neuen Flughafen testen. Aus Berlin und Brandenburg hatte es Unterstützung für das Vorhaben gegeben.

Der für die Genehmigung zuständige Landrat Stephan Loge hatte von einer Teileröffnung abgeraten und vor weiteren Verzögerungen für das Gesamtvorhaben gewarnt. Zumindest die Aufsichtsräte aus Berlin und Brandenburg halten jedoch einen "kleinen Probebetrieb" im Nordflügel des Abfertigungsgebäudes sobald wie möglich für sinnvoll, hieß es am Freitag.

Auch der Grünen-Verkehrsexperte Anton Hofreiter hält eine solche Teileröffnung des Milliardenprojekts nicht für den richtigen Weg. Eine "Kleinst-Eröffnung" halte er für wenig sinnvoll, sagte Hofreiter, der Vorsitzender des Bundestags-Verkehrsausschusses ist, im Inforadio des RBB. Dies sei unwirtschaftlich und bringe die Flughafengesellschaft in noch größere finanzielle Schwierigkeiten. Der Vorsitzende des Flughafen-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus, Martin Delius (parteilos), sprach am Freitag von einem "Hirngespinst".

Vollständige Fertigstellung wohl erst 2015

Die vollständige Eröffnung des Hauptstadtflughafens könnte aber noch mindestens bis Sommer 2015 dauern. Demnach dürften die notwendigen Bauarbeiten frühestens im März 2015 abgeschlossen sein. Das berichtet die Zeitung "Bild".

Anschließend würden weitere vier Monate mit Bauabnahmen und Probebetrieb ins Land gehen, so dass eine vollständige BER-Eröffnung unter optimalen Bedingungen am "31. Juli 2015" möglich sei, so die Zeitung. Flughafensprecher Ralf Kunkel wies den Bericht als "reine Spekulation" zurück.

"Wir sind derzeit in Verhandlungen mit den Firmen zur Lösung der Brandschutzprobleme. Hier sind aber noch keine Entscheidungen getroffen", sagte er am Freitag. Es bleibe bei dem verabredeten Zeitplan, wonach bei der Aufsichtsratssitzung im Oktober über den Zeitplan für die Eröffnung entschieden werden solle.

Das beteiligte Unternehmen Bosch hob auf Anfrage hervor, die Frischluftzufuhr werde nicht nachgebessert, sondern aufgrund neuer Planungsvorgaben des Bauherren umgebaut.

Wowereits Rückkehr "Treppenwitz der Geschichte"

Hofreiter sprach sich bei der Suche nach einem neuen Flughafen-Aufsichtsratschef zudem für eine Stärkung dieser Position aus. Es wäre wichtig, einen BER-Aufsichtsratschef zu haben, "der seine ganze Kraft und Zeit" für den Flughafen einsetzen könne. Es hält auch eine Bezahlung für den bislang ehrenamtlichen Posten für denkbar. Als möglichen Kandidaten nannte er den früheren Chef des Frankfurter Flughafens, Wilhelm Bender.

Nach dem angekündigten Rückzug des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), muss der Posten neu besetzt werden. Der scheidende Regierungschef leitet die Sitzung des Kontrollgremiums zum letzten Mal. Vertreter ist der Berliner Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (ebenfalls SPD).

Der FDP-Generalsekretär Patrick Döring warnte davor, Wowereit wieder zum Vorsitzenden zu wählen. "Wowereits Rückkehr an die Spitze des Aufsichtsrates ist ein Treppenwitz der Geschichte", sagte Döring "Handelsblatt Online". Wowereit habe bei der Kontrolle des Flughafenbaus versagt. Der Berliner CDU-Bundestagsabgeordnete Karl-Georg Wellmann sagte: "Die Rückkehr von Herrn Wowereit kann nur eine zeitlich sehr eng begrenzte Notlösung sein."

>>> Wie laut ist Ihr Kiez? Der Flugroutenradar der Morgenpost

>>> Das große Special und die Timeline zum BER

Quelle: dpa/mim
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