Pannenflughafen Am BER sind nun auch noch Rolltreppen zu kurz

Foto: Patrick Pleul / dpa

Einige Rolltreppen auf dem künftigen Hauptstadt-Airport sind zu kurz. Eine Lösung scheint gefunden. Nur dürfte die nicht allen gefallen. Und: Der Flughafen findet keine Investoren für den Gewerbepark.

Am künftigen Flughafen BER gibt es einige zu kurze Rolltreppen. Das fiel im Winter auf, nun gibt es eine "Lösung." Sie sollen aber nicht durch neue in richtiger Länge ersetzt werden.

Nach derzeitigem Stand der Planung will die Flughafengesellschaft einfach vier Steinstufen an das Ende der zu kurzen Rolltreppen setzen. Neue zu kaufen wäre zu teuer. Angeblich sollen die Verantwortlichen bei der Bahn wenig erfreut über diese Billiglösung sein. Denn ihre Fahrgäste müssen das Gepäck dann über Stufen schleppen, wenn sie vom Bahnhof nach oben wollen.

Doch diese Posse ist bekanntlich nicht das einzige Problem am neuen Hauptstadt-Airport.

So gibt es für die Gewerbeflächen rund um den BER kaum noch Interessenten. Bislang wurden erst 45 Prozent der Grundstücke des Business Park verkauft. In einem internen Papier der Flughafengesellschaft wird die Nachfrage nach Gewerbegrundstücken als "nur noch sehr verhalten" bezeichnet. Die Verunsicherung bei möglichen Investoren und vorhandenen Käufern sei "unverändert groß".

Zwar gibt es vereinzelt noch Verhandlungen. Doch innerhalb der Flughafengesellschaft rechnet man nicht mehr mit einer entscheidenden Verbesserung, bis der BER eröffnet. Vorher sei es schwierig, Investoren für die Gewerbeflächen zu begeistern, heißt es.

Erwartungen an Jobs und Ansiedlungen nicht erfüllt

Flughafenchef Hartmut Mehdorn will den neuen Starttermin in diesem Herbst verkünden. Nach Informationen der Berliner Morgenpost zeichnet sich dabei ab, dass der BER voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2015 vollständig in Betrieb gehen könnte. Eine Entscheidung ist hierüber noch nicht gefallen.

Auch gibt es Überlegungen, den alten Flughafen Schönefeld möglicherweise schon 2014 zu schließen und den Betrieb der Billig-Airlines an den BER zu verlagern.

Für die wirtschaftliche Entwicklung der Region ist es wichtig, dass der BER so bald wie möglich eröffnet. Denn bislang haben sich die Erwartungen an neue Arbeitsplätze und Firmenansiedlungen rund um den Großflughafen nicht erfüllt. Auf rund 105 Hektar sollte mit dem Business Park im Norden des BER die größte zusammenhängende Gewerbefläche der Hauptstadtregion entstehen. Vor allem produktionsorientierte Unternehmen sollten sich dort ansiedeln und für neue Arbeitsplätze sorgen. Doch nicht einmal ganz die Hälfte der Fläche wurde bislang an Investoren verkauft.

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In den kommenden zwei bis drei Wochen will Hartmut Mehdorn in die USA reisen, um sich über das Datennetz des BER zu informieren. Dieses funktioniert nach wie vor nicht zuverlässig. Im Probebetrieb kam es daher zu zahlreichen Ausfällen bei Check-in und Gepäckabfertigung, da das System immer wieder zusammenbrach. Hersteller des Datennetzes für den BER ist das Unternehmen Alcatel-Lucent. Im Testlabor des Netzwerkausrüsters in Palo Alto an der Westküste der USA will Mehdorn mit den verantwortlichen Managern sprechen, damit endlich eine Lösung für das Problem gefunden wird.

Davon unabhängig setzt Mehdorn seinen Plan fort, alle fertiggestellten Teile des neuen Großflughafens so weit wie möglich in Betrieb zu nehmen. Vergangene Woche eröffnete er das Frachtzentrum auf dem BER-Gelände. Als Nächstes sollen die Parkhäuser und womöglich sogar der Bahnhof für die Nutzung freigegeben werden. Dabei dürfte es dem Flughafenchef eher um die symbolische Bedeutung gehen. Denn ohne Flugbetrieb und Passagiere hat es nicht viel Sinn, ein großes Parkhaus zu betreiben. Allerdings will Mehdorn zeigen, dass es am BER vorwärtsgeht. Diese und weitere Schritte wird der Aufsichtsrat bei seiner nächsten Sitzung am 16. August 2013 besprechen. Dann soll auch entschieden werden, ob der sogenannte Nordpier im Winter vorzeitig eröffnet.

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