04.03.13

BER-Debakel

Bender gibt BER einen Korb – Bund räumt Fehler ein

Der Ex-Chef des Flughafens Frankfurt kommt nicht nach Berlin, auch nicht als Berater. In seiner Absage kritisiert er die BER-Gesellschafter.

Foto: dpa

BER-Berater Wilhelm Bender: Zunächst waren 2500 Euro als Honorar geplant
Fliegt nicht mehr auf Berlin: Wilhelm Bender

Wilhelm Bender wird nicht Chefberater am neuen Hauptstadtflughafen Berlin. Das sagte Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) am Montag in Schönefeld. Der Politiker ist zugleich BER-Aufsichtsratschef. "Ich kann Ihnen mitteilen, dass Herr Bender abgesagt hat. Ich muss diese Entscheidung akzeptieren", sagte Platzeck.

Bender (68) begründete seine Absage in einer Erklärung mit unterschiedlichen Auffassungen der Gesellschafter in wesentlichen Zukunftsfragen des Flughafens, "der Nichteinhaltung von Verabredungen und dem mehrfachen Bruch der vereinbarten Vertraulichkeit". Bender sehe unter diesen Voraussetzungen "keine ausreichende Gewähr dafür, dass seine Tätigkeit für den BER erfolgreich sein kann", teilte sein Büro in Frankfurt am Main mit.

Ins Detail ging Bender nicht. Gemeint sein könnte Brandenburgs Kurswechsel beim Nachtflugverbot, das bislang für 0 Uhr bis 5 Uhr geplant ist. Platzecks rot-rote Koalition setzt sich nun unter dem Druck eines Volksbegehrens jedoch für mehr Nachtruhe ein.

Platzeck zeigte Verständnis für Benders Entscheidung. "Der Schritt ist angesichts der medialen Debatte der letzten Tage nachvollziehbar", sagte Platzeck, der Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft ist, am Montag. "Ich bedaure die Absage von Herrn Bender, nehme sie aber mit Respekt zur Kenntnis."

Bund räumt Fehler ein

Neben der politische Debatte dürfte aber der Streit über das Honorar für den früheren Chef des Frankfurter Flughafens eine nicht unbedeutende Rolle bei der Entscheidung gespielt haben.

Bender hob in seiner Erklärung zwar sein gutes Verhältnis zu Platzeck hervor. Als neuen Aufsichtsratschef lässt er den SPD-Politiker nun aber mit leeren Händen dastehen.

Der Bund gibt nun Fehler beim Umgang mit der Personalie Bender zu. "Ein Mitglied des Aufsichtsrats hat sich nicht entsprechend informiert gefühlt", sagte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU) am Montag in Schönefeld. "Da greife ich mir auch an meine eigenen Nase."

Die Vorstellung Benders in der vergangenen Woche war kurzfristig abgesagt worden, weil Berlin noch im Aufsichtsrat über Benders Vertrag reden wollte. Der 68-Jährige hatte am Montag mitgeteilt, er stehe nicht mehr zur Verfügung. Zuvor war der vereinbarte Tagessatz bekannt geworden.

4000 Euro pro Tag inklusive Spesen und Reisekosten

Mehr als 4000 Euro pro Tag sollte Wilhelm Bender als Berater der BER-Geschäftsführung verdienen. Im Streit um das Honorar kam am Montag der Präsidialausschuss des Aufsichtsrates der Flughafengesellschaft zu einer Beratung zusammen.

Zunächst waren 2500 Euro als Honorar geplant. Bender forderte dann, dass auch die Kosten für Übernachtungen und Flüge übernommen werden sollen.

Geplant war, dass Bender zwei Tage in der Woche als Berater für den BER zur Verfügung steht, wobei der Arbeitstag auch mehr als zwölf Stunden umfassen sollte.

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Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit (SPD) hatte in der vergangenen Woche Bedenken gegen die Höhe des Honorars angemeldet und den Vertragsabschluss damit blockiert. Ursprünglich sollte Bender seinen Dienst bereits am vergangenen Mittwoch antreten. Das musste verschoben werden. Es hieß "aus dringenden terminlichen Gründen".

Dem Präsidialausschuss gehört neben Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), Staatssekretär Rainer Bomba aus dem Bundesverkehrsministerium und ein Vertreter der Arbeitnehmer an.

Der 68 Jahre alte Bender sollte Anfang des Jahres Chef der Berliner Flughafengesellschaft werden. So hatten es die drei Gesellschafter Bund, Berlin und Brandenburg vorgesehen.

Bender sagte dann aber ab. Daraufhin beschloss man, ihn als Berater zu holen. Er sollte den derzeit amtierenden Flughafenchef Horst Amann unterstützen, bis die Suche nach einem neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung Erfolg hatte. Denn auch dieser Posten ist vakant.

Der Aufsichtsrat hatte Flughafenchef Rainer Schwarz im Januar 2013 rausgeworfen, nachdem die Eröffnung des Flughafens zum vierten Mal abgesagt werden musste. Noch immer besteht kein Überblick über das Ausmaß der Technikprobleme, Planungsfehler und Baumängel auf der Baustelle in Schönefeld.

Quelle: BM
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