13.02.13

Flughafen BER

Ex-Fraport-Boss Bender wird BER-Chefberater

Das Chaos am BER ist noch immer nicht behoben. Nun wird überlegt, wie Tegel fit gemacht werden kann. Bender soll den Aufsichtsrat beraten.

Foto: dpa

Wohin geht es mit Tegel? Der Flughafen bleibt noch eine Weile
Wohin geht es mit Tegel? Der Flughafen bleibt noch eine Weile

Auf der Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens ist am Mittwoch der Aufsichtsrat zusammengetreten, um einen Ausweg aus dem Debakel zu finden. Dabei geht es auch um millionenschwere Investitionen für den überlasteten Flughafen Berlin-Tegel.

Der Ausschuss gab bekannt, dass Frankfurts ehemaliger Flughafenchef Wilhelm Bender Chefberater des zukünftigen Großflughafens BER wird.

"Er wird mindestens zwei Tage pro Woche vor Ort zur Verfügung stehen", sagte der Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), in Schönefeld, als er über den Stand beim Flughafenbau informierte.

Der Ex-Fraport-Chef Bender soll demnach die Zeit überbrücken, bis ein neuer BER-Geschäftsführer gefunden ist. Dies werde "einen längeren Zeitraum" in Anspruch nehmen, sagte Platzeck.

Die Flughafengesellschaft sucht derzeit einen Personalberater, der Kandidaten für den Posten des zukünftigen Geschäftsführers vorschlagen soll. Entscheidungskompetenz habe Bender nicht, sagte Platzeck. Aber er ergänzte: "Wir wollen seinen Rat. Und weil wir das wollen, ist das prägend für das, was er tun kann und tun wird."

Tegel und Schönefeld werden ausgebaut

Platzeck kündigte außerdem an, dass die bestehenden Flughäfen in Tegel und Schönefeld für zehn bis 20 Millionen Euro nachgerüstet werden sollen. Dort müssten "Maßnahmen der Instandhaltung" erfolgen, sagte Platzeck. Grund sei, dass diese Flughäfen deutlich "an ihren Grenzen angelangt" seien und "noch durchhalten" müssten.

Das knapp 40 Jahre alte Terminal dort muss mit Anbauten die Hauptlast des Luftverkehrs der Hauptstadt tragen, bis der Neubau an der Stadtgrenze startklar ist. Während Fluggesellschaften eine zügige Sanierung forderten und jegliche Kapazitätseinschränkungen ablehnten, warnten Anwohner vor Sicherheitsrisiken durch einen möglichen Ausbau.

Thema der Politiker – neben Platzeck auch Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und der Verkehrsstaatssekretär des Bundes, Rainer Bomba (CDU) – dürften auch Planänderungen am Neubau sein. So wird diskutiert, die nördliche Start- und Landebahn vor dem Start zu sanieren und im Abfertigungsgebäude zusätzliche Gepäckausgabebänder einzubauen.

Für den Flughafen Tegel fordern die Betreiber Investitionen von 30 Millionen Euro, um Passagier- und Gepäckabfertigung zu modernisiern. Zudem gibt es den Vorschlag, für weitere 20 Millionen Euro anzubauen.

Dagegen gibt es Widerstand aus Brandenburg, vor allem von der mitregierenden Linkspartei. Der Airline-Verband Barig teilte dagegen mit: "Die Fluggesellschaften erwarten auch in Tegel reibungslose Abläufe und eine einwandfreie Infrastruktur." Leistungsminderungen seien nicht weiter hinnehmbar.

Neue Kostenschätzung

Für den neuen BER geht es auch um eine neue Kostenschätzung. Vom Baustart 2006 bis zum vergangenen Herbst waren die Kosten von zwei auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen. Es wurde im Vorfeld jedoch nicht erwartet, dass die Verantwortlichen nach vier geplatzten Terminen einen neuen Eröffnungstermin nennen – zu groß sind die Planungsfehler, Baumängel und Technikprobleme.

Die Eröffnung des neuen Großflughafens BER ist bereits viermal verschoben worden. Grund sind unter anderem Probleme bei der Installation der Entrauchungsanlage und anderen technischen Einrichtungen. Ein neuer Termin für die Inbetriebnahme ist im Moment nicht bekannt. Im Zuge der Verschiebungen wurden bereits beide Geschäftsführer der Flughafengesellschaft sowie der Generalplaner entlassen.

Quelle: dpa/AFP/ap
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