Aufsichtsratssitzung
Tegel-Investitionen - Bomba und Wowereit beraten
Die Aufsichtsräte des Flughafens haben nach Lösungen für das BER-Debakel gesucht. In der Runde wurde auch eine Bestandsaufnahme vorgenommen.
Über die Investitionen in den überlasteten Berliner Airport Tegel haben am Montag mehrere Aufsichtsräte des Flughafens beraten. Im Projektausschuss ging es auch um den Stand der Arbeiten am neuen Hauptstadtflughafen.
Die Runde um Staatssekretär Rainer Bomba (CDU), den Berliner Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) und Brandenburgs Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linkspartei) bereitete in Schönefeld die Aufsichtsratssitzung an diesem Mittwoch vor. Die Betreiber wollten sich aber nicht zu dem Gespräch am Montag äußern.
Aus Gesellschafterkreisen verlautete, dass die Politiker diskutierten, welche Arbeiten vorgezogen werden können, die bislang nach der Inbetriebnahme starten sollten. So wird seit Wochen erwogen, die Nordbahn vor dem Start zu sanieren – das ist nötig, weil die Piste bislang schon als südliche Start- und Landebahn des benachbarten alten Schönefelder Flughafens diente.
Mehr Gepäckausgabebänder
Flughafen-Technikchef Horst Amann hatte sich außerdem dafür ausgesprochen, die Zahl der Gepäckausgabebänder von acht auf zwölf zu erhöhen. Bomba, Wowereit und Christoffers arbeiten laut Gesellschafterkreisen auch an einer neuen Kostenschätzung für das Gesamtprojekt. Vom Baustart 2006 bis zum vergangenen Herbst waren die Kosten von 2 auf 4,3 Milliarden Euro gestiegen.
Die Flughafeneröffnung ist schon vier Mal verschoben worden. Wegen technischer Probleme, Planungsfehlern und Baumängeln gibt es noch keinen neuen Termin. Der alte Flughafen Tegel soll für bis zu 50 Millionen Euro fit gemacht werden, um weiterhin die Hauptlast des wachsenden Berliner Luftverkehrs tragen zu können.
Stillstand auf der Baustelle
Personalien standen den Angaben zufolge am Montag nicht auf der Tagesordnung. Der Aufsichtsrat hatte bei seiner letzten Sitzung Flughafenchef Rainer Schwarz gefeuert. Mehrere Airportmanager winkten umgehend ab, weil sie nicht die Nachfolge antreten wollten.
Der frühere Chef des größten deutschen Flughafens in Frankfurt, Wilhelm Bender, als Favorit des Aufsichtsratschefs und Brandenburgs Regierungschefs Matthias Platzeck (SPD) hatte sich lediglich auf einen hervorgehobene Beraterposition festlegen lassen.
Auf der Baustelle herrschte in den vergangenen Monaten weitgehend Stillstand. Fachleute versuchen weiterhin, die Brandschutzanlage zum Laufen zu bringen. Zuletzt waren weitere Heißgas-Rauchtests geplant gewesen. Ein Sprecher Bombas sagte, nach einer Bestandsaufnahme wollten die Politiker einen Weg zur Mängelbeseitigung finden. "Es geht um einen genauen Fahrplan mit eindeutigen Verantwortlichkeiten."



















