03.02.13

Pannenairport BER

Designierter Flughafenchef Wilhelm Bender zögert noch

Kommt er oder kommt er nicht? Angeblich soll der ehemalige Fraport-Chef Wilhelm Bender die Leitung des BER übernehmen.

Von Viktoria Solms
Foto: pure rendering GmbH

Am 3. Juni 2012 sollte der Flughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld eröffnet werden. Vier Wochen vor dem großen Tag wurde die Eröffnung verschoben. Zum zweiten Mal. Denn ursprünglich sollte der BER am 30. Oktober 2011 an den Start gehen.

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Beim Berliner Flughafen BER hat man sich längst daran gewöhnt, dass sich fast jedes Gerücht früher oder später als wahr heraus stellt. Und dass es die Verantwortlichen in aller Regel immer erst dann bestätigen, wenn es sich beim besten Willen nicht mehr abstreiten lässt. Insofern passt es gut zum Debakel rund um den Hauptstadt-Airport, dass es auch bei der Wahl des neuen Flughafenchefs schon wieder etwas durcheinander geht.

Bereits seit Tagen geistert das Gerücht umher, dass der ehemalige Fraport-Chef Wilhelm Bender die Leitung des BER übernehmen soll. Dieser wollte sich angeblich am Wochenende entscheiden.

Am Sonntag glaubte dann die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", darüber Gewissheit zu haben. Sie meldete, dass Bender nach Berlin gehe. Doch ganz so eindeutig ist die Lage offenbar nicht. Denn die Zeitung musste ihre Nachricht vom bevorstehenden Dienstantritt Benders schon nach kurzer Zeit wieder zurückziehen. Bender befindet sich nach eigenen Angaben noch "im Entscheidungsprozess." Es sei "noch keine Entscheidung gefallen."

Gemunkel beim "Ball des Sports"

Die Verwirrung um seinen möglichen Wechsel entstand am Sonnabend beim "Ball des Sports" in Wiesbaden. Dort spekulierten ehemalige Kollegen und Geschäftspartner darüber, ob Bender denn nun tatsächlich gefragt worden sei, und falls ja, ob er die Herausforderung denn tatsächlich annehmen werde. Schließlich ist der 68-Jährige seit drei Jahren im Ruhestand.

Ein langjähriger enger Mitarbeiter soll zu dem Gerücht angeblich gesagt haben: "Gehen Sie einmal davon aus, dass er es macht." Dazu habe Bender laut dem Zeitungsbericht gesagt: "Das dementiere ich nicht."

Ob sich das nun genau so zugetragen hat oder ob der Redakteur die Worte im lauten Ballsaal vielleicht falsch verstanden hat, ist die große Frage. Bender selbst sagt, er habe entsprechende Nachfragen bei dem Ball stets mit dem Hinweis abgelehnt, dass er dies nicht kommentieren wolle. Beide Worte klingen sehr ähnlich.

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Weder die Flughafengesellschaft noch die Politik nahmen zu den Spekulationen am Sonntag Stellung. Flughafensprecher Ralf Kunkel will sich zu Personalien generell nicht äußern, "solange uns nichts schwarz auf weiß vorliegt." Auch der Berliner Senatssprecher Richard Meng und Brandenburgs Regierungssprecher Thomas Braune wollten die Meldung nicht kommentierten.

Das muss natürlich nichts heißen. Entweder hat sich Bender tatsächlich noch nicht entschieden. Oder die Gesellschafter wollen es dieses Mal schaffen, die zeitliche Reihenfolge einzuhalten. Sollte Bender zugesagt haben, müsste dies Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) verkünden. Er hat den Vorsitz des Aufsichtsrats inne und hat die Gespräche mit geeigneten Kandidaten geführt.

Höhe des Gehalts

Ein Knackpunkt für Benders Entscheidung könnte das Gehalt sein. Bender verdiente im Jahr seines Ausscheidens in Frankfurt laut Bundesanzeiger 608.000 Euro. Die Summe setzte sich zusammen aus einem Festgehalt und erfolgsabhängigen Tantiemen. Dazu kamen noch Ruhegehaltszahlungen und Boni, die sich an langfristigen Kriterien orientierten.

Der ehemalige Flughafenchef Rainer Schwarz kam inklusive Rückstellungen für die Altersvorsorge auf eine jährliche Vergütung von knapp einer halben Million Euro. Das geht aus dem letzten Geschäftsbericht hervor. Sein potenzieller Nachfolger wird angesichts der hohen Arbeitsbelastung sehr wahrscheinlich mehr verlangen.

Doch das kann sich die Flughafengesellschaft eigentlich nicht leisten. Sie benötigt jemanden, der den Posten aus "patriotischer Überzeugung" übernimmt, wie es der ehemalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel am Freitag vor dem BER-Untersuchungsausschuss formulierte. Aus einem anderen Grund würde man sich so eine Aufgabe nämlich sonst nicht antun, sagte Henkel, der von 1994 bis 1996 Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft war.

Henkel würde es als "Riesenfortschritt" bezeichnen, sollte Bender nach Berlin kommen. Der Vorsitzende des Bundestags-Verkehrsausschusses, Anton Hofreiter (Grüne) erwartet sich von einem neuen Chef, dass er von sich aus "die Öffentlichkeit über die weiteren Vorgänge am Flughafen korrekt informiert."

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