31.01.2013, 12:22

Schwarz-Nachfolger Ex-Fraport-Chef will offenbar Bedenkzeit für BER-Posten


Ex-Fraport-Chef Wilhelm Bender will Bedenkzeit

Foto: Boris Roessler / dpa

Ex-Fraport-Chef Wilhelm Bender will Bedenkzeit Foto: Boris Roessler / dpa

Die Flughafengesellschaft sucht einen Nachfolger für den gefeuerten Chef Schwarz. Nun scheint es einen interessanten Kandidaten zu geben.

Der frühere Vorstandschef des Frankfurter Flughafenbetreibers Fraport, Wilhelm Bender, soll nach Informationen von "Bild.de" neuer Chef des Berliner Großflughafens BER in Schönefeld werden. Der Aufsichtsrat habe ihm ein entsprechendes Angebot unterbreitet. Der Manager kenne sich mit Großprojekten aus. Er soll Nachfolger des bisherigen Flughafenchefs Rainer Schwarz werden, der wegen des Debakels um die großen Baumängel nach mehrfacher Verschiebung des Eröffnungstermins Mitte Januar entlassen worden war.

Bender äußere sich derzeit nicht dazu, sagte eine Mitarbeiterin seines Frankfurter Büros. "Sobald er sich äußern wird, wird das bekannt."

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Auch die Potsdamer Staatskanzlei wollte den Bericht nicht kommentieren. "Zu Personalfragen nehmen wir keine Stellung", sagte ein Sprecher von Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD). Platzeck ist Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft. Ein Sprecher der Berliner Flughäfen hatte noch am Mittwochabend gesagt, dass dazu keine Angaben gemacht würden.

Nach "Bild"-Informationen hat sich Bender bis zum Wochenende Bedenkzeit erbeten. Er ist derzeit Aufsichtsratschef beim Fußball-Erstligisten Eintracht Frankfurt und Vorsitzender des Europa-Aufsichtsrats von Bombardier.

IHK fordert BER-Erweiterung

Der neue Hauptstadtflughafen wird nach Einschätzung der Berliner Industrie- und Handelskammer (IHK) schon beim Start zu klein sein. Die Kammer fordert deshalb, das Terminal kurzfristig zu erweitern sowie ein Satellitengebäude mit weiteren Flugsteigen auf dem Vorfeld sofort zu planen.

Nach Prognose der Kammer wird die Marke von 30 Millionen Flugpassagieren in Berlin schon 2017 erreicht, sechs Jahre früher als von den Flughafenplanern erwartet. Die bisherige Kapazität des Neubaus von 27 Millionen Passagieren werde schon 2015 überschritten, rechnet die IHK in einem 31-seitigen Positionspapier vor. Im vergangenen Jahr zählten die alten Flughäfen Tegel und Schönefeld insgesamt gut 25 Millionen Passagiere.

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(dpa/ap)
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