18.01.13

Kapazität

Experten prüfen, ob Flughafen BER zu klein ist

Eine Prognose soll noch vor dem Start Klarheit bringen, ob der Airport groß genug ist. Eine Erweiterung wäre möglich.

Foto: pure rendering GmbH

Am 3. Juni 2012 sollte der Flughafen Berlin Brandenburg International in Schönefeld eröffnet werden. Vier Wochen vor dem großen Tag wurde die Eröffnung verschoben. Zum zweiten Mal. Denn ursprünglich sollte der BER am 30. Oktober 2011 an den Start gehen.

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Noch vor dem Start des pannengeplagten Hauptstadtflughafens lassen die politisch Verantwortlichen ausloten, ob er groß genug ist. Eine aktuelle Luftverkehrsprognose soll zeigen, ob schon jetzt eine Erweiterung notwendig ist. Das kündigte der Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft, Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), am Freitag in Potsdam an.

Gleichzeitig betonte er vor dem Hauptausschuss des Landtages: "Es gibt keine Notwendigkeit einer dritten Start- und Landebahn." Allerdings könnten zusätzliche Gepäckbänder unter den neu gebauten Pavillons eingerichtet werden.

Derzeit ist der Airport am Südrand Berlins für 27 Millionen Passagiere ausgelegt, die beiden Flughäfen Tegel und Schönefeld Alt bewältigten aber zuletzt schon 25 Millionen. Laut Platzeck ist auch denkbar, das Terminal mit Zusatzgebäuden (Satelliten) auszubauen.

Kernproblem ist die technische Ausstattung des Airports

Das Kernproblem ist nach Darstellung von Flughafen-Geschäftsführer Horst Amann die technische Ausstattung des Airports – etwa die Steuerungsanlage für den Brandschutz. Alle Probleme seien jedoch lösbar. "Es reicht eben nur nicht die Zeit." Die Trennung vom Generalplaner sei zwar richtig gewesen, dieser Verlust aber nicht so schnell und gut wie nötig wettgemacht worden.

Platzeck hatte am vergangenen Mittwoch Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) als Flughafen-Aufsichtsratschef abgelöst. Am Freitag standen er und Amann turnusgemäß dem Hauptausschuss zu den Ergebnissen der Sitzung vom vergangenen Mittwoch Rede und Antwort. Die Gesamtkosten des Projektes liegen gegenwärtig bei 4,3 Milliarden Euro, werden aber durch die neuerliche Verschiebung des Eröffnungstermins voraussichtlich weiter wachsen.

Bisher sehe die "Liquiditätsplanung" der Flughafengesellschaft Berlin Brandenburg für 2013 eine Eigenkapitalzahlung der drei Gesellschafter – Bund und die Länder Berlin und Brandenburg – in Höhe von 895 Millionen Euro vor, wie Finanzchef Uwe Hörmann erläuterte. Sie basiere allerdings noch auf der geplanten Eröffnung am 27. Oktober dieses Jahres, die inzwischen abgeblasen wurde.

Inzwischen erhält die Flughafengesellschafft nur noch so viel Geld, wie für ihren unmittelbaren Betrieb notwendig ist. Das Unternehmen sei in der Lage, alle Rechnungen zu bezahlen, unterstrich Hörmann und ergänzte: "Es ist Risikovorsorge getroffen worden."

Mit Schwarz wird über Vertragsauflösung gesprochen

Nach der Abberufung des bisherigen Sprechers der Geschäftsführung, Rainer Schwarz, werde mit diesem über eine Vertragsauflösung gesprochen, womit auch eine haftungsrechtliche Prüfung verbunden sei, berichtete Platzeck. Keiner der Gesellschafter habe jedoch die Grundlage für eine fristlose Kündigung gesehen.

Zur Suche nach einem Nachfolger für Schwarz werde er sich auch weiterhin nicht öffentlich äußern. "Wir werden uns da nicht unter Zeitdruck setzen lassen." Brandenburgs Regierungschef stellte in Aussicht, dass zur Beratung des Aufsichtsrates dauerhaft Sachverstand von außen mit herangezogen werden könnte, äußerte sich jedoch nicht konkreter. In der nächsten Woche soll eine gesonderte Taskforce mit der Bezeichnung "Flughafen-Koordinierung" unter Leitung des bisherigen Verkehrsstaatssekretärs Rainer Bretschneider ihre Arbeit in der Potsdamer Staatskanzlei aufnehmen.

Die nächste Aufsichtsratssitzung ist laut Platzeck für den 13. Februar 2013 geplant. Nach der viermaligen Verschiebung des Eröffnungstermins für den Flughafen BER wollte am Freitag niemand ein neues Datum nennen. Dafür müsse erst einmal eine genehmigungsfähige Umplanung vorliegen, was voraussichtlich nicht vor dem Sommer der Fall sei, sagte der Aufsichtsratschef. Geschäftsführer Amann unterstrich noch einmal, dass keine Bauten abgerissen werden müssten.

Quelle: dpa/sei
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