18.12.2012, 16:50

Expertentreffen Es bleibt beim BER-Eröffnungstermin - vorerst

Nach derzeitigem Stand kann der 27. Oktober 2013 gehalten werden. Bestätigt wurden bei einem Krisentreffen aber auch die Risiken.

Der geplante Eröffnungstermin für den Hauptstadtflughafen BER in Schönefeld am 27. Oktober 2013 kann nach derzeitigem Stand eingehalten werden. Das verlautete am Dienstag nach einem Treffen des Technikchefs Horst Amann mit Vertretern von Unternehmen, die die Brandschutzanlage installieren, aus Teilnehmerkreisen. Demnach gebe es momentan "keine Aspekte, die eine Zeitverschiebung nötig machen". Es bleibe aber bei den bekannten Risiken.

"Wir sind noch nicht bei allen Themen übern Berg", sagte ein Flughafensprecher nach dem Treffen. Weitere Aufschlüsse würden von den Rauchgasversuchen erwartet, mit denen bis Ende Februar 2013 die Funktionstüchtigkeit des Brandschutzes bewiesen werden soll. Wegen Mängeln beim Brandschutz musste die Eröffnung des Flughafens verschoben werden. Auch der Termin 27. Oktober 2013 gerät in Gefahr, wenn die Tests in den kommenden Wochen nicht zufriedenstellend verlaufen.

Firmen arbeiten intensiv am Brandschutz

Amann sprach am Dienstag mit Vertretern von Siemens und Bosch über die Probleme. An dem Treffen nahmen auch der Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Rainer Bomba, sowie der brandenburgische Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke) und ein Mitarbeiter der Berliner Senatskanzlei teil. Bomba sagte anschließend dem RBB, die Firmenvertreter hätten versichert, dass intensiv an der Brandschutzanlage gearbeitet werde.

Die Technikfirmen Bosch und Siemens bauen verschiedene Teile der Brandschutzeinrichtungen. Siemens ist verantwortlich für die Steuerung der Entrauchungsanlage. Dabei geht es um die Signale, die Klappen für den Abzug von Rauch öffnen. Die Firma wartet nach eigenen Angaben schon lange auf die endgültigen Planungsunterlagen, ohne die die Steuerung nicht komplett installiert werden kann.

Zum gesamten Brandschutz gehören außerdem die Brandmeldeanlage, ein Warnsystem für Notfälle, die Steuerung der Türen bei einer Evakuierung des Gebäudes sowie die Sprinkleranlage.

Wowereit wollte keine Garantie abgeben

Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), der auch Flughafen-Aufsichtsratschef ist, gab zuletzt keine Garantie mehr für den Termin ab. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) bezweifelte das Datum indirekt.

Zuletzt war die Kritik der Bundesregierung an Flughafenchef Rainer Schwarz immer schärfer geworden. Ramsauer sagte am Sonntag: "Wenn es nach dem Bundesverkehrsminister allein ginge, wäre der Vorsitzende der Geschäftsführung schon längst weg." Er fügte hinzu: "Ich habe kein Vertrauen mehr in ihn." Der Bund ist mit 26 Prozent an der Flughafengesellschaft beteiligt. Berlin und Brandenburg sind Eigentümer der Mehrheit und stützen Schwarz.

Am Dienstagnachmittag wollte sich auch der Landrat des Dahme-Spreewald-Kreises, Stephan Loge, mit Amann treffen. Dabei sollte es vor allem um den Brandschutz gehen, aber kaum über den Eröffnungstermin entschieden werden, wie die Sprecherin des Kreises, Heidrun Schaaf, am Dienstag in Lübben sagte. Die Untere Baubehörde des Landkreises ist für die Genehmigung aller Bauten des künftigen Flughafens zuständig. Ebenfalls am Dienstag sollte eine Arbeitsgruppe des Kreises zusammenkommen, um den Zeitplan für die noch nötigen Abnahmen und Genehmigungen für den Airport aufzustellen.

(dpa/sei)
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