03.12.12

Berlin-Schönefeld

Brandschutz-Tests entscheiden über das Schicksal des BER

Der Flughafen BER steht vor einer großen Bewährungsprobe: Noch diesen Monat wird die Brandschutzanlage einigen wichtigen Tests unterzogen.

Foto: dpa
Bis Ende Februar werden am künftigen Hauptstadtflughafen rund 30 Tests durchgeführt
Bis Ende Februar werden am künftigen Hauptstadtflughafen rund 30 Tests durchgeführt

Im Gebäude des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld wird seit Montag eine Serie von Tests für den Brandschutz vorbereitet. Es gehe um die Funktion der Entrauchungsanlage, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Sie soll bei einem Brand schnell eine rauchfreie Luftschicht erzeugen, durch die die Menschen ins Freie fliehen können.

Bis Ende Februar sind rund 30 solcher Versuche mit heißem Gas geplant. Zunächst wird lediglich die Mechanik getestet. Die elektronische Steuerung ist noch nicht in Betrieb. Die Probleme mit dem Brandschutz waren der Hauptgrund für die Verschiebung der Flughafeneröffnung bis Oktober 2013.

Sollte der Hauptstadtflughafen diese Tests nicht bestehen, müssen teils gravierende Umbauarbeiten vorgenommen werden. Das könnte so zeitaufwendig sein, dass der Starttermin am 27. Oktober 2013 wohl erneut gefährdet ist, heißt es in Gesellschafterkreisen. Notwendig wurden die Tests, als auffiel, dass an einigen Stellen gegen die Vorschriften des Bauordnungsamts verstoßen wurde. Technikchef Horst Amann will Umbauarbeiten vermeiden, indem er nachweist, dass die Anlage auch unter diesen baulichen Gegebenheiten funktioniert.

Untersuchungsausschuss kommt schleppend voran

Auch der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zur Aufklärung des BER-Debakels kommt nur schleppend voran. So sind etwa bei den Grünen erst 45 Aktenordner mit Dokumenten eingegangen. Dabei soll es sich vorwiegend um Papiere aus der Zeit handeln, als die Entscheidung für den Standort in Schönefeld getroffen wurde. Die nächste und gleichzeitig auch letzte Sitzung vor Weihnachten findet am 7. Dezember statt. Danach trifft sich der Ausschuss erst wieder am 11. Januar 2013. In diesem Jahr werden daher sehr wahrscheinlich keine Zeugen mehr befragt werden. Andreas Otto, der für die Grünen im Untersuchungsausschuss sitzt, sieht dafür die Regierungskoalition in der Verantwortung. Diese habe "Verzögerungstaktik" angewandt, kritisierte der Grünen-Abgeordnete.

Quelle: dpa/BMO/nbo
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  • Frankfurt

    Am Frankfurter Flughafen werden pro Jahr etwa 58 Millionen Passagiere abgefertigt. Das sind rund 160.000 pro Tag. Ihnen stehen im Flughafengebäude 383 Check-in Counter sowie 38 Gepäckausgabebänder zur Verfügung. Zum Vergleich: Am BER sollen nach der Eröffnung täglich 74.000 Fluggäste befördert werden. Ihnen sollen 118 Check-in Counter und acht Gepäckbänder zur Verfügung stehen. Das heißt, pro Tag müssen an einem Schalter 627 Personen bedient werden. In Frankfurt sind es dagegen nur rund 420 Passagiere. Auch an den Gepäckbändern würde es am BER deutlich enger als in Frankfurt werden: In Berlin müsste ein Band pro Tag die Koffer von 9250 Fluggästen befördern – und damit mehr als doppelt so viele wie in Frankfurt, wo sich pro Tag 4210 Passagiere ein Gepäckband teilen müssen.

  • München

    Große Kapazitätsunterschiede gibt es auch zu München, dem mit jährlich 38 Millionen Passagieren zweitgrößten deutschen Flughafen. Dort gibt es 330 Check-in Counter und 21 Gepäckausgabebänder. An jedem Schalter werden täglich also 315 Passagiere bedient (gegenüber den 627 am BER), auf jedes Kofferband kommen knapp 5000 Personen (BER: 9250).

  • Düsseldorf

    Am Düsseldorfer Flughafen geht es im Vergleich zum BER ebenfalls entspannt zu. Den täglich rund 54.800 Passagieren (20 Millionen pro Jahr) stehen 200 Check-in Schalter sowie 19 Gepäckbänder zur Verfügung. Über den Tag verteilt kommen so rund 275 Passagiere auf einen Schalter – am BER wären es mehr als doppelt so viele. Mehr als dreimal so groß wäre im Vergleich der Andrang an den Gepäckbändern: In Düsseldorf warten pro Tag nur rund 2885 Passagiere an einem Gepäckband.

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