03.12.2012, 14:33

Berlin-Schönefeld Brandschutz-Tests entscheiden über das Schicksal des BER

Foto: euroluftbild.de / dpa

Der Flughafen BER steht vor einer großen Bewährungsprobe: Noch diesen Monat wird die Brandschutzanlage einigen wichtigen Tests unterzogen.

Im Gebäude des künftigen Hauptstadtflughafens in Schönefeld wird seit Montag eine Serie von Tests für den Brandschutz vorbereitet. Es gehe um die Funktion der Entrauchungsanlage, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Sie soll bei einem Brand schnell eine rauchfreie Luftschicht erzeugen, durch die die Menschen ins Freie fliehen können.

Bis Ende Februar sind rund 30 solcher Versuche mit heißem Gas geplant. Zunächst wird lediglich die Mechanik getestet. Die elektronische Steuerung ist noch nicht in Betrieb. Die Probleme mit dem Brandschutz waren der Hauptgrund für die Verschiebung der Flughafeneröffnung bis Oktober 2013.

Sollte der Hauptstadtflughafen diese Tests nicht bestehen, müssen teils gravierende Umbauarbeiten vorgenommen werden. Das könnte so zeitaufwendig sein, dass der Starttermin am 27. Oktober 2013 wohl erneut gefährdet ist, heißt es in Gesellschafterkreisen. Notwendig wurden die Tests, als auffiel, dass an einigen Stellen gegen die Vorschriften des Bauordnungsamts verstoßen wurde. Technikchef Horst Amann will Umbauarbeiten vermeiden, indem er nachweist, dass die Anlage auch unter diesen baulichen Gegebenheiten funktioniert.

Untersuchungsausschuss kommt schleppend voran

Auch der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses zur Aufklärung des BER-Debakels kommt nur schleppend voran. So sind etwa bei den Grünen erst 45 Aktenordner mit Dokumenten eingegangen. Dabei soll es sich vorwiegend um Papiere aus der Zeit handeln, als die Entscheidung für den Standort in Schönefeld getroffen wurde. Die nächste und gleichzeitig auch letzte Sitzung vor Weihnachten findet am 7. Dezember statt. Danach trifft sich der Ausschuss erst wieder am 11. Januar 2013. In diesem Jahr werden daher sehr wahrscheinlich keine Zeugen mehr befragt werden. Andreas Otto, der für die Grünen im Untersuchungsausschuss sitzt, sieht dafür die Regierungskoalition in der Verantwortung. Diese habe "Verzögerungstaktik" angewandt, kritisierte der Grünen-Abgeordnete.

(dpa/BMO/nbo)
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