11.11.12

Nach Pannenserie

Deutsche Bahn bereitet Klage gegen Flughafen BER vor

Dem neuen Hauptstadtflughafen droht einem Bericht zufolge eine weitere Klage in Millionenhöhe. Das Verkehrsunternehmen will Schadenersatz von der Berliner Flughafengesellschaft fordern und folgt damit Air Berlin.

Foto: DPA

Der Deutschen Bahn seien erhebliche Schäden entstanden, weil die Flughafen-Eröffnung von Juni 2012 auf Oktober 2013 verschoben wurde, heißt es zur Begründung der beabsichtigten Klage
Der Deutschen Bahn seien erhebliche Schäden entstanden, weil die Flughafen-Eröffnung von Juni 2012 auf Oktober 2013 verschoben wurde, heißt es zur Begründung der beabsichtigten Klage

Nach der Fluggesellschaft Air Berlin will nach Informationen der "Bild am Sonntag" nun auch die Deutsche Bahn Schadenersatz von der Berliner Flughafengesellschaft fordern. Der Bahn-Vorstand wolle den Aufsichtsrat am 12. Dezember 2012 über die genaue Höhe und den Zeitpunkt der Klage informieren. Die Bahn wollte sich am Sonntag nicht zu dem Bericht äußern.

Vor wenigen Tagen hatte schon die Fluggesellschaft Air Berlin Klage eingereicht. Dem Unternehmen seien erhebliche Schäden entstanden, weil die Eröffnung von Juni 2012 auf Oktober 2013 verschoben wurde, hieß es zur Begründung. Bereits heute gehe es um geschätzte Mehrkosten in zweistelliger Millionenhöhe.

Auch die größte deutsche Fluggesellschaft Lufthansa hat eine Klage erwogen. Allerdings sei noch keine Entscheidung gefallen, hatte das Unternehmen mitgeteilt.

Brandschutz gefährdet erneut Starttermin für den BER

Erst am Wochenende war bekannt geworden, dass der Flughafen BER offenbar noch größere Schwierigkeiten mit dem Brandschutz hat als gedacht. Der neue Starttermin 27. Oktober 2013 könnte damit wieder auf der Kippe stehen.

Der Brandschutzplaner hhpberlin sorgte mit einem Schreiben an Technikchef Horst Amann für diese neue Zweifel am Starttermin. In dem Brief gestehen die Brandschutzexperten "Abweichungen zwischen Brandschutzkonzept, Baugenehmigung und baulicher Realisierung des Flughafens ein", so Horst Amann am Sonnabend.

Damit verändert die Firma plötzlich ihre eigenen zuvor gemachten Angaben, mit denen der technische Geschäftsführer den Zeitplan bis zur geplanten BER-Eröffnung aufgestellt hat. "Die Auswertung der Stellungnahme von hhpberlin in den zurückliegenden Tagen hat ergeben, dass noch nicht für alle offenen Punkte tragfähige Lösungen vorliegen", sagt Amann.

Sein Team und er arbeiteten derzeit "intensiv mit Planern und Experten daran, Lösungen für die noch offenen Punkte zu finden." In den folgenden Tagen soll es dazu weitere Beratungen geben. Sie sollen "Klarheit bringen."

Grüne sind für Aufsichtsratssondersitzung

Die Berliner Grünen-Fraktionschefin Ramona Pop hat nach erneuten Problemen beim Brandschutz des künftigen Hauptstadtflughafens eine Sondersitzung des Aufsichtsrates gefordert. Das Kontrollgremium unter der Leitung von Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) müsse über die "aktuelle Krise" beraten, sagte Pop am Sonntag. Anschließend erwarte sie eine umgehende Information der Fraktionen im Abgeordnetenhaus.

Eine Sondersitzung sei nicht geplant, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Die nächste reguläre Sitzung des Aufsichtsrates ist für den 7. Dezember 2012 geplant.

Quelle: dpa/dapd/sei
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