Zeitdruck
Zweifel am neuen BER-Eröffnungstermin wachsen
Schmutz, Chaos und wenige Arbeiter – das ist die Kritik von CDU-Politikern auf der BER-Baustelle. Der Technikchef gibt enormen Zeitdruck zu.
Die Zweifel am neuen Termin für die Eröffnung des künftigen Hauptstadtflughafens im März nächsten Jahres wachsen. Der neue Technikchef des Airports BER, Horst Amann, sagte am Montag in Schönefeld, die Zeit sei "extrem knapp", der Zeitplan absolut ambitioniert.
Ab 1. August übernimmt Amann, bisher Chefplaner der Frankfurter Flughafengesellschaft Fraport, sein Amt am künftigen Flughafen. Auch die Brandenburger CDU-Landtagsfraktion sieht den geplanten Starttermin für den Flughafen Berlin-Brandenburg skeptisch.
"Ich denke, es liegen noch nicht alle Karten auf dem Tisch", sagte der stellvertretende Fraktionschef, Dieter Dombrowski, am Montag nach einem Besuch der Baustelle. "Einige wissen mehr, als sie sagen." Der Airport sollte Anfang Juni öffnen. Nach Mängeln in der Rauchgasanlage wurde der Termin auf den 17. März 2013 verlegt.
Die derzeitige Situation auf der Baustelle sei wenig vertrauenserweckend. "Ich habe nur etwa 30 bis 50 Bauarbeiter gesehen", sagte er. Es sollten etwa 4000 sein. "Es wirkte unaufgeräumt und war schmutzig."
Höhere Kosten befürchtet
Er würde sich wundern, wenn es bei den angekündigten 4,2 Milliarden Euro Gesamtkosten bleibe, sagte Dombrowski.
Der Technik-Geschäftsführer des Flughafens, Horst Amann, der sein Amt am 1. August antrete, habe erläutert, dass nach dem Bauzeitplan die Entrauchungsanlage im Dezember fertig sein solle. Dann liefen die Tests an.
Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Rainer Genilke, sagte: "Ich bin erschüttert, wie wenig sich seit unserem letzten Besuch im Mai auf der Baustelle getan hat." Hier seien noch größere Dinge zu erledigen.
Flughafensprecher Ralf Kunkel wies darauf hin, dass es auf der Baustelle aussehe wie üblich. Derzeit werde zudem planmäßig im Ein-Schicht-Rhythmus gearbeitet, da bis Mitte August der Zeitplan bis zur Eröffnung am 17. März nächsten Jahres erarbeitet werde. "Dann wird wieder in drei Schichten gearbeitet", sagte er. Zu Spitzenzeiten waren 7000 Mann auf der Baustelle.
Die Flughafengesellschaft hat unterdessen ihr Schallschutzprogramm vorerst gestoppt. Derzeit würden keine Vereinbarungen zur Kostenerstattung verschickt, sagte Kunkel und bestätigte einen Bericht der "Berliner Zeitung". Zuerst müssten mögliche Konsequenzen aus dem Rechtsstreit um die Lärmschutzmaßnahmen geprüft werden.
In den schriftlichen Vereinbarungen sichert der Flughafen Hausbesitzern die Übernahme der Kosten für Lärmschutz zu. Viele Anwohner seien derzeit aber ohnehin zurückhaltend und beauftragten keine Handwerker solange die Gerichte nicht endgültig entschieden hätten.


















