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22.02.12

Ratgeber

Können wir mit unserem Baby eine Fernreise machen?

Mein Mann (35) und ich (33) sind seit 5 Monaten zu dritt. Wir haben zwei gemeinsame Monate Elternzeit eingeplant. In dieser Zeit würden wir gerne mit unserem Sohn durch Südamerika reisen. Wir haben eine Rucksack- und Hikingtour in den Bergen geplant. Unsere Eltern sind schockiert von dieser Idee und finden, dass dies viel zu gefährlich für Luca ist. Ist unser Vorhaben zu egoistisch?

Tatsächlich nutzen einige berufstätige Eltern die gemeinsame Elternzeit, um mit ihren Kindern zu verreisen. Eine Reise mit einem Baby will aber besonders sorgfältig geplant und vorbereitet sein. Bevor Sie sich endgültig für Südamerika entscheiden, informieren Sie sich ausführlich über das Land, dass sie bereisen möchten, zum Beispiel auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes. Konsultieren Sie mit der Länderinformation in der Hand Ihren Kinderarzt oder das Tropeninsitut. Informieren Sie sich über Schutzimpfungen und die passende Reiseapotheke. Auf der Seite der Bundesärztekammer: http://www.bundesaerztekammer.de , finden Sie Empfehlungen zu Schutzimpfungen der "Ständigen Impfkommission" (STIKO)", die zum Download angeboten werden. Vermeiden Sie Länder mit hohen Krankheitsrisiken, wie Malariagebiete, oder Regionen in großen Höhen (über 2500 m). Beides kann für Babys gefährlich werden.

Planen Sie so, dass Reisestrapazen für Sie und Ihr Baby so gering wie möglich bleiben. Viele Eltern wissen beispielsweise nicht, dass Babys bis zum zweiten Lebensjahr keinen eigenen Sitz, im Flugzeug, bekommen. Planen Sie ggf. Zwischenstopps ein. Auch die Ausrüstung will gut überlegt sein. Für Trekking- und Rucksackreise empfiehlt sich etwa eine stabile, TÜV-geprüfte Kindertrage oder andere Tragehilfen, die zusätzlich mit Sonnen- und Regenschutz ausgestattet sind. Zeitverschiebungen verändern die Tagesabläufe, Schlaf-, Wach- und Essrhythmen Ihres Babys. Sie als Eltern können am besten beurteilen und einschätzen, wie Ihr Kind auf diese Veränderungen reagiert. Aber fragen sie auch hier nochmals Ihren Kinderarzt. Passen Sie sich dem Rhythmus Ihres Kindes an, und versuchen Sie dabei Ihren eigenen Rhythmus nicht zu verlieren. Eltern beschreiben die Reisezeit immer wieder als ganz besondere "Auszeit", in der sie als Eltern und auch als Familie näher zusammengewachsen sind.

Dr. Heidemarie Arnhold ist Pädagogin und Vorsitzende des Arbeitskreises neue Erziehung

Morgen berät Sie Dr. Max Braeuer in Rechtsfragen. Wenn Sie auch eine Frage haben, schreiben Sie an familie@morgenpost.de

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