Arbeitsorganisation

Nächster Job, bitte!

Ein Beruf bis zur Rente? Das war einmal. Heute erfinden sich vor allem junge Arbeitnehmer ständig neu – auf der Suche nach dem perfekten Leben

Stefanie Schramm, 35, arbeitet derzeit als selbstständiger Coach für Start-ups. Sie war aber auch schon Tauchlehrerin und Gastronomieleiterin

Foto: Amin Akhtar

Stefanie Schramm, 35, arbeitet derzeit als selbstständiger Coach für Start-ups. Sie war aber auch schon Tauchlehrerin und Gastronomieleiterin

Tauchlehrerin in Thailand. Filmassistentin in Marokko. Projektmanagerin in Kapstadt. Leiterin der Strandbar Mitte. Beraterin von Start-ups. Wenn Stefanie Schramm ihre beruflichen Erfahrungen aufzählt, kommen schnell 20 Stationen zusammen. Nicht nur in Deutschland, sondern auf der ganzen Welt.

Dabei begann alles ganz klassisch. Nach einer Ausbildung zur Reiseverkehrskauffrau begann die heute 35-Jährige, BWL zu studieren. Nach dem Vordiplom zog es sie allerdings wieder in die Praxis. "Ich bin wie ein Schmetterling", sagt Stefanie Schramm. "Ich brauche die Abwechslung." Das Arbeiten, fügt sie hinzu, sei für sie eine Leidenschaft. Auch als vor sechs Jahren ihr Sohn geboren wurde, kam es der jungen Frau keine Sekunde in den Sinn, mit der Arbeit aufzuhören. Heute ist Stefanie Schramm als selbstständige Beraterin in der Berliner Start-up-Szene tätig. Sie hilft bei der Personalentwicklung und beim Aufbau von Netzwerken. "Da liegen meine Talente, und das passt am besten in mein Leben", sagt sie.

Stefanie Schramm gehört zu der zunehmenden Zahl überwiegend jüngerer Menschen, die sich beruflich immer wieder neu erfinden. Ein Job von der Schule bis zur Rente? Das war vorvorgestern. Nicht nur, weil sich die Arbeitswelt und damit die Anforderungen an Arbeitnehmer immer rasanter ändern, und es in vielen Branchen sowieso fast nur noch zeitlich befristete Verträge gibt. Sondern auch, weil sich die Ansprüche an die berufliche Tätigkeit stark gewandelt haben. Flexibilität, Veränderung, Weiterentwicklung: Das sind Forderungen, die längst nicht mehr nur Arbeitgeber stellen, sondern die auch Arbeitnehmer an Unternehmen richten. Werden ihre Wünsche nicht erfüllt, ziehen sie weiter zur nächsten Firma – oder machen sich gleich selbst zum Chef und gehen in die Selbstständigkeit.

"Hey, haben Sie einen coolen Job für zwei Jahre?"

"Früher hieß es: Jetzt arbeite ich, dann lebe ich. Heute muss die Arbeit zum Lebensentwurf passen und es wird viel kurzfristiger geplant", sagt Frauke von Polier, Personalleiterin bei Zalando. Der Online-Versandhändler mit Sitz in Berlin gehört zu den Firmen, die von jungen Job-Hoppern als Arbeitgeber stark nachgefragt sind. Das Durchschnittsalter der Angestellten liegt in der Hauptstadt bei gerade einmal 29 Jahren. 117 Nationen sind in dem Unternehmen vertreten. Das bedeutet auch, dass es für die Arbeit nicht zwingend notwendig ist, deutsch zu können. Ein Bewerbungsgespräch kann bei Zalando schon einmal so beginnen: "Hey, ich möchte für ein, zwei Jahre in Berlin leben und suche für diese Zeit einen interessanten Job. Auslandserfahrung und so. Was haben Sie zu bieten?"

Sich klein machen, anbiedern, der Firma lebenslange Treue schwören: Fehlanzeige. Arbeitnehmer treten heute selbstbewusst auf und sprechen offen über das, was sie vom Job und vom Leben erwarten. "Ich finde es gut, wenn Menschen klar über ihre Lebensentwürfe reden, denn dadurch können wir viel besser planen", sagt Frauke von Polier. Das heißt auch: zu versuchen, die Angestellten zu binden, indem man auf ihre Ansprüche eingeht. Bei Zalando gibt es regelmäßig Mitarbeitergespräche, in denen das Interesse an einer Beförderung ausgelotet wird oder der Wunsch, mal etwas anderes auszuprobieren. Zudem besteht jederzeit die Option auf Sabbaticals.

Das Ergebnis: "25 Prozent unserer Stellen werden intern besetzt", sagt Frauke von Polier. Viele Arbeitnehmer ziehen aber auch weiter: Die durchschnittliche Verweildauer im Unternehmen liegt derzeit bei über zwei Jahren. Und das, obwohl laut von Polier zu 70 Prozent unbefristete Arbeitsverträge vergeben werden. "Bei den Deutschen sind unbefristete Verträge noch vergleichsweise begehrt", erzählt die Personalleiterin. "Ein junger Schwede, dem wir neulich einen angeboten haben, wollte ihn dagegen gar nicht."

Auf der Suche nach Harmonie

Frei sein, weiterziehen, weil es woanders noch schöner und spannender zu sein scheint: Stephanie König hat es mit dieser Einstellung auf knapp 40 Arbeitgeber in 30 Jahren gebracht und über ihre Erfahrungen gerade ein Buch geschrieben.

Anders als bei anderen jungen Menschen, die in Sachen Job Abwechslung, Herausforderung oder Abenteuer suchen, steht bei Stephanie König die Suche nach Harmonie am Arbeitsplatz im Vordergrund. "Ich habe einen bestimmten Anspruch an meine Arbeit: Ich will und muss Geld verdienen, und ich will dabei glücklich und gesund bleiben. Dafür brauche ich das passende Umfeld", sagt die 39-Jährige.

Gemeinsam mit anderen Jobnomaden ist der selbsternannten "Büronomadin" (so auch der Titel ihres Buches) die Kompromisslosigkeit, mit der sie ihr Ziel verfolgt. Sie scheut weder klare Worte noch aufwändige Bewerbungen noch Umzüge, um einen ungeliebten Schreibtisch verlassen zu können und zum nächsten Traumjob zu gelangen.

Karriere? Nicht um jeden Preis

Die jungen Deutschen – ein Heer von Jobnomaden? So weit kommt es nicht, meint Andreas Bolder, Personalleiter beim Zeitarbeitsunternehmen Randstad und verantwortlich für den Personalbereich der rund 450 Niederlassungen in Deutschland. Bei Randstad bewerben sich überwiegend Menschen, die sich neu orientieren wollen und für ein Übergangsstadium von üblicherweise sechs bis zwölf Monaten eine Tätigkeit suchen. Sie werden als Zeitarbeiter in der Regel fest angestellt und dann an Unternehmen überlassen.

"Die Deutschen schätzen langfristige Arbeitssicherheit und sind in der Mehrheit doch regional stark gebunden, gerade mit Beginn der Familienphase und mit zunehmendem Alter", beobachtet Bolder. Natürlich müsse man heute, genauso wie früher, auch mal einem Job hinterherziehen. Grundsätzlich findet er aber, dass die Mobilität sogar eher rückläufig ist. "Man wartet gern auf eine Chance vor Ort und bekommt sie häufig auch, dafür sprechen schon die günstigen Arbeitsmarktdaten und die demografische Entwicklung", erklärt Bolder. Außerdem sei der Karrieredrang nicht mehr so massiv wie beispielsweise in den 1980er-Jahren. "Man macht nicht mehr Karriere um jeden Preis, das Leben wird als Gesamtkonzept gestaltet." Das lasse die Flexibilitätsanforderung auf beiden Seiten steigen.

Warum Arbeitnehmer sich zum Gehen oder Bleiben entscheiden, hat Randstad in einer Studie untersucht. Die "Top 3"-Gründe für den Jobwechsel sind eine zu niedrige Vergütung, mangelnde Anerkennung und fehlende Karriereperspektiven. Als "Top 3"-Gründe fürs Bleiben beim alten Arbeitgeber werden ein ausgewogenes Berufs- und Privatleben, eine flexible Gestaltung der Arbeitszeiten und die Anerkennung der eigenen Leistungen genannt. Zehn Prozent der deutschen Arbeitnehmer haben laut der Studie in den letzten Monaten den Job gewechselt, 15 Prozent ziehen es in den nächsten zwölf Monaten in Erwägung. Zum Vergleich: In Europa insgesamt denken 17 Prozent über einen Jobwechsel nach. Weltweit sind es 21 Prozent.

In der Lebensmitte wollen oder müssen sich viele neu aufstellen

Als letzte große Bewegung am deutschen Arbeitsmarkt nennt Personalchef Andreas Bolder die Zeit um die Wende, als viele Arbeitsuchende aus Ostdeutschland in den Westen strömten. Auch ausländische Arbeitnehmer brächten höchstens punktuell Bewegung. "Berlin, München, Hamburg, teilweise auch noch Frankfurt und Köln: Das zieht immer", sagt Personalleiter Bolder. "Andere Regionen sind international weitaus weniger gefragt."

Doch der 56-Jährige kennt auch diese Arbeitnehmer, die es immer weiterzieht. "Das sind auch von der inneren Haltung mobile Menschen, die sind schon so gepolt. Sie sind abenteuerlustig, wollen die Herausforderung, das Neue." Und dann gebe es noch die Selbstverwirklicher, die sich – bevorzugt in der Lebensmitte – noch einmal neu aufstellen. Weil sie sich den Kindheitstraum vom eigenen Restaurant, von der Selbstständigkeit erfüllen wollen. Oder weil sie in ihrem angestammten Beruf schlichtweg keine Arbeit mehr finden. "Da muss man gar nicht das Beispiel mit dem Druckerberuf bemühen", sagt Bolder. "Durch den digitalen Wandel sind sehr viele Menschen in vielen Branchen gezwungen, sich neu zu erfinden."

Das hat auch Vanessa Kiener erlebt, obwohl sie erst 27 Jahre alt ist. Nach einer Ausbildung zur Mediengestalterin war sie mit 21 Jahren arbeitslos, trotz eines sehr guten Abschlusses. Ihr kleiner Ausbildungsbetrieb hatte sie nicht übernehmen können, während die Firmen, bei denen sie sich "wie eine Irre" bewarb, ihre fehlende Berufserfahrung kritisierten. Ein Teufelskreis. Um nicht untätig zu sein, schrieb sie an die 80 Bewerbungen und nahm verschiedene Jobs an – als Promoterin, bei einer Hochzeitsplanerin, in einem Copyshop, in der Finanz- und Versicherungsbranche. Doch immer träumte sie von einer Tätigkeit in ihrem erlernten Beruf, am liebsten in Festanstellung. Als sie bei einem großen Verlag eine Arbeit als Mediengestalterin fand, war sie überglücklich. Auf die Frage im Bewerbungsgespräch, warum sie so viele verschiedene Dinge ausprobiert habe, antwortete sie schlagfertig: "Ich musste Rechnungen bezahlen!"

Selbstbewusst, aktiv, lösungsorientiert

Eigentlich, sagt Vanessa Kiener, sei sie ein Typ, der sich nach dem Planbaren, Stabilen sehnt. "Ich musste zwangsweise von Job und Job springen und habe versucht, das Beste daraus zu machen. Daher habe ich auch immer hundert Prozent gegeben, obwohl einige in meinem Umfeld sagten: ,Warum hängst du dich so rein? Das ist doch nichts von Dauer.' Im Rückblick freut sie sich über die Erfahrungen, die sie sammeln konnte – fachlich wie menschlich.

Und sie ist ruhiger geworden. Obwohl sie bis heute in befristeten Beschäftigungsverhältnissen arbeitet, macht sie sich nicht mehr so verrückt, wenn sich ein Arbeitsvertrag mal wieder dem Ende zuneigt. "Das ist typisch für viele in meiner Generation: Wir kennen es ja nicht anders. Wir sind selbstbewusst und aktiv, finden Lösungen." Dazu gehört für die lebendige, kommunikative junge Frau auch, sich ein zweites Standbein aufbauen zu wollen: Nebenbei absolviert sie zur Zeit ein Fernstudium zum Heilpraktiker Psychotherapie. "Vielleicht könnte ich auch als Coach arbeiten, meine Erfahrungen weitergeben und motivieren", so ihre Idee. "Dass etwas für immer hält, ist eine Illusion – selbst ein fester Vertrag ist heute nicht mehr für die Ewigkeit."

Während die Mediengestalterin passend zu den äußeren Zwängen eine innere Einstellung gefunden hat, gehört eine gewisse Rastlosigkeit in manchen Branchen seit jeher dazu. In der IT-Branche etwa ist es gang und gäbe, projektbezogen zu arbeiten und nach Abschluss einer Aufgabe weiterzuziehen. Durch den digitalen Wandel dreht sich das Karussell noch schneller – und die Kräfteverhältnisse haben sich komplett verschoben. In dieser Branche sind nicht die Arbeitnehmer, sondern die Arbeitgeber die Getriebenen. Sie sind es, die sich bei den raren, hochspezialisierten Arbeitskräften bewerben müssen.

Planen im Zwei-Jahres-Rhythmus

"Nicht nur Führungskräfte, auch Absolventen besonders der Wirtschaftsinformatik oder von anderen analytischen Fächern wie Informatik, Wirtschaftsingenieurwesen, Mathematik oder Physik bekommen schon zahlreiche Angebote und können sich ihren Arbeitsplatz aussuchen", berichtet Martina Weiner, Geschäftsführerin bei i-potentials. Das Unternehmen ist einerseits als Personalberatung und Headhunter für digitalisierende Unternehmen und wachstumsstarke Internet-Start-ups tätig und berät andererseits Führungskräfte mit Digitalbezug als "Karriereagenten".

Typisch in der Digitalbranche sei, dass die Arbeitnehmer eher im Zwei-Jahres-Rhythmus planten: "Zwei Jahre arbeiten, drei Monate Urlaub, dann der nächste Job." Um einen hoch dotierten Anschlussjob müssten sich gerade die hochspezialisierten, erfahrenen Fachkräfte keine Sorgen machen. Und das werde auch noch einige Jahre so bleiben, denn das Ausbildungssystem könne mit dem Wandel nicht Schritt halten. "Was man in dieser Branche braucht, um Innovation und Wandel qualifiziert begleiten zu können, lernt man nicht an der Uni, sondern im Job", so Martina Weiner.

Viele Arbeitnehmer ziehen ihrer Erfahrung nach weiter, weil sie das Gefühl haben, dass sie sich sonst nicht weiterentwickeln können – weder beruflich noch privat. So komme es auch schon einmal vor, dass ein Unternehmen einer Fachkraft einen Auslandsaufenthalt in einem Entwicklungsland anbiete, obwohl es sich für die Firma gar nicht rentiere – aus Gründen der Mitarbeiterbindung. Schließlich, meint Martina Weiner, sei es ja auch so, dass Arbeitnehmer anders als früher heute keine stark ausgeprägte Loyalität gegenüber einem Unternehmen mehr hätten. Loyalität gebe es vielmehr vor allem sich selbst gegenüber. "Daher müssen sich die Firmen attraktive Dinge einfallen lassen, um den Angestellten das perfekte Umfeld zu bieten." Nicht zuletzt läuft das über das Gehalt: Jeder Jobwechsel vergrößert auch das Einkommen, was dem Nomadentum in der IT-Branche einen weiteren Schub verleiht.

Kunterbunte Lebensläufe

Ob New oder Old Economy: Lebensläufe lesen sich heute deutlich bunter als noch vor 20 oder gar 50 Jahren. "Früher musste ein Lebenslauf stringent sein, die Stationen mussten logisch aufeinander abgestimmt und ein Ziel klar erkennbar sein", sagt Randstad-Personalleiter Andreas Bolder. Das ist heute in vielen Fällen gar nicht mehr machbar – und auch gar nicht unbedingt erwünscht. "Wenn es viele kurzfristige Beschäftigungen in einem Lebenslauf gibt, sollten sie aber sachlich erklärbar sein", findet Bolder. Schließlich wollten Arbeitgeber, dass sich die Einarbeitungszeit lohne, die gerade bei höher qualifizierten Jobs bis zu einem Jahr dauern könne.

Für Frauke von Polier, Personalchefin bei Zalando, ist der sogenannte "rote Faden" im Lebenslauf nicht ausschlaggebend. "Wie lange jemand wo gearbeitet hat oder ob er arbeitslos war, hat für uns keine große Bedeutung. Daraus kann man die Motivationslage eines Menschen kaum ablesen", sagt sie. Sie glaubt, dass es in Zukunft – wie in den USA bereits üblich – hauptsächlich auf persönliche Referenzen ankommt. Das bedeutet, dass Arbeitnehmer über Netzwerke oder Empfehlungen des alten Arbeitgebers an eine neue Stelle gelangen.

Und nach wie vor ist es das persönliche Gespräch, das zählt. Aber auch hier haben sich die Vorzeichen gewandelt. "Arbeitnehmer wollen und dürfen heute mit dem Arbeitgeber auf Augenhöhe kommunizieren", hat die Mediengestalterin Vanessa Kiener erfahren. "Es wird geschätzt, wenn man authentisch ist." Man solle auch ruhig Ansprüche artikulieren. "Schließlich will man heute nicht mehr nur in Lohn und Brot sein, sondern vom Job weitaus mehr: etwas erzählen können, Persönlichkeitsentwicklung, Anerkennung, Perspektiven."

Mit Laptop auf den Spielplatz

Das kann Stefanie Schramm unterschreiben. Die Berliner Start-up-Beraterin hat festgestellt, dass sie ihre beruflichen wie privaten Ziele am besten als Selbstständige erreichen kann. "Ich hatte auch schon feste Verträge, aber ich arbeite einfach lieber projektbezogen", erzählt die 35-Jährige. "Ich bin gern in Bewegung, kreativ und innovativ, und ein klassisches Unternehmen kann mir nicht die Abwechslung bieten, die ich suche." Die Angst, keinen neuen Job zu finden oder eine Aufgabe nicht wuppen zu können, ist ihr, wie sie sagt, völlig fremd.

Derzeit hat Stefanie Schramm Schreibtische in Kreuzberg, Mitte und Neukölln – bei den fünf Start-ups, die sie parallel betreut und auch zu vernetzen versucht. Häufig arbeitet sie aber auch vom Spielplatz aus: Dann tobt Sohn Arthur, 6, und die alleinerziehende Mutter checkt ihre Emails. "Ich könnte das gar nicht anders machen", sagt sie. "Ich will viel arbeiten, aber auch viel mit meinem Sohn zusammen sein." Auch der schätze ihre Art zu arbeiten: Neulich habe er erst gesagt, dass sie gar nicht mehr so gestresst sei wie bei ihrem letzten Job. Eine Ausnahme sei sie nicht: In ihrem Umfeld hätten sich viele Menschen ähnlich organisiert und dächten genauso frei wie sie. Mitstreiter findet sie unter anderem im Netzwerk-Büro d.collective, zu dem sie gehört.

Vieles aus ihrem Lebensentwurf empfiehlt die Beraterin auch den Start-ups bei ihrer Personalrekrutierung. "Verbindlich-freiheitslassend": Das sei ein Angebot, das ankomme. Konkret heißt das, potenziellen Mitarbeitern einen guten Verdienst, eine steile Lernkurve und Entwicklungsmöglichkeiten zu bieten und dazu attraktive Zusatzangebote, etwa einen freien Tag pro Monat, um private Dinge zu erledigen. Doch auch die gute alte Festanstellung hat nicht ausgedient. Ein unbefristeter Vertrag ist ihrer Ansicht nach trotz allen Nomadentums nach wie vor eine gefragte Offerte im Ringen um qualifizierte Arbeitskräfte. "Die Bezahlung", sagt Stefanie Schramm, "ist nur ein Weg, um jemanden glücklich zu machen."

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